Die Nürnberger Straße in Leipzig ist eine Innerortsstraße im Ortsteil Zentrum-Südost im Stadtbezirk Mitte. Ihr Name bezieht sich auf die fränkische Stadt Nürnberg.

Verlauf Die Nürnberger Straße verbindet den Johannisplatz mit dem Bayrischen Platz. Dabei durchquert sie das sogenannte Seeburgviertel. Sie ist 825 Meter lang und verläuft vom Johannisplatz aus geradlinig nach Südsüdwest. Ab der Goldschmidtstraße fällt sie um etwa fünf Meter ab, um ab der Brüderstraße um den gleichen Betrag wieder anzusteigen. Sie besitzt über die gesamte Länge beidseitig Geh- und Radweg und zwischen Seeburg- und Brüderstraße Parkstreifen. Vom Johannisplatz bis zur Brüderstraße ist sie als Einbahnstraße ausgeschildert (außer Radweg).

Die Nürnberger Straße ist nur an ihren beiden Enden an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen.

Geschichte Die Nürnberger Straße entstand in mehreren Etappen. Der Gold- und Silberhändler Caspar Bose (1645–1700) hatte von 1680 bis 1685 in der östlichen Vorstadt zwischen der Bettelgasse und der Sand- und Ulrichgasse den ersten und schönsten Barockgarten Leipzigs anlegen lassen, den Großbosischen Garten, der um 1800 verkauft und anschließend parzelliert wurde. Ab etwa 1840 entstanden Straßen auf dem Gelände, so 1848 die Bosenstraße. Sie schloss sich ab der Bettelgasse an die Kirchgasse an und reichte bis an die Ulrichgasse. In den 1860er Jahren wurde am Bayrischen Platz beginnend eine Straße bis zum Anschluss an die Bosenstraße angelegt, die den Namen Nürnberger Straße erhielt. Sie tangierte das Gelände der ehemaligen Glockengießerei G. A. Jauck, deren Gründer aus Nürnberg stammte, was einen Zusammenhang mit der Namensgebung vermuten lässt. 1870 wurde der gesamte Straßenzug mit Bosenstraße und Kirchgasse als Nürnberger Straße benannt. mini|links|x110px|Giesecke & Devrient

Ab 1858 entstand an der Bosenstraße der Druckereikomplex der Firma Giesecke & Devrient, der späteren Wertpapierdruckerei, und 1867 zog der Verlag Breitkopf und Härtel in sein neues Druckereigebäude in der Nürnberger Straße. 1888 bezogen die Poliklinischen Institute der Universität Leipzig ein neues Gebäude an der Ecke zur Liebigstraße.

Ab 1896 fuhren Straßenbahnen durch die Nürnberger Straße, ab Juni von der Brüderstraße kommend zum Bayrischen Platz und ab Oktober auch vom Johannisplatz her. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Nürnberger Straße nur noch Betriebsstrecke, die 1950 ganz eingestellt wurde.Siehe dazu: Geschichte des Straßenbahnnetzes Leipzig

Schäden im Zweiten Weltkrieg betrafen insbesondere den südlichen Teil der Straße, der nahezu vollständig zerstört wurde.Siehe dazu Karte in

Bebauung Bis zur Auguste-Schmidt-Straße bzw. An der Verfassungslinde stehen noch zahlreiche Wohnhäuser zum Teil aus der Erstbebauung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zehn von ihnen genießen Denkmalschutz, unter ihnen mit der Nr. 1 ehemals Pragers Biertunnel (heute Hotel Schlaf gut) und das älteste erhaltene Haus der Straße von 1845 mit der Nr. 20. Siehe dazu Liste der Kulturdenkmale in Leipzig-Zentrum-Südost Eine Ausnahme in diesem Bereich ist der auf der Westseite am Anfang der Straße stehende, Anfang der 2020er Jahre errichtete Bürokomplexes für Unite.

Nach dem Abzweig An der Verfassungslinde stehen bis zur Bauhofstraße hinter einem über 20 Meter breiten, mit Bäumen bestandenen Grünstreifen zurückgesetzt Neubauwohnblöcke aus dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts. Diesen folgt die Rückseite einer an der Glockenstraße gelegenen Altbauschule. Zwischen Brüder- und Liebigstraße steht der halbrunde Hörsaal des Anatomischen Instituts von 1956. An der Ecke zum Bayrischen Platz befindet sich der Neubau der Universitätszahnklinik.

Auf der Westseite der Straße steht hinter einem Parkplatz, auf dem das im Krieg zerstörte Hauptgebäude von Breitkopf & Härtel stand, das sanierte ehemalige Hofgebäude mit dem Leipziger Nebensitz des Verlags und einer Edeka-Filiale. Zwischen Bauhof- und Brüderstraße befindet sich hinter einer Baumreihe die 1980 erbaute und 2016 modernisierte Sporthalle Brüderstraße. Mit der Adresse Nürnberger Straße 42–48 folgt schließlich noch das fünfgeschossige, Mitte der 1950er Jahre erbaute und 2004 sanierte Wohnheim des Studentenwerks Leipzig mit 297 Plätzen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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