Christine Schlegel (* 1950 in Krossen/Elster) ist eine deutsche Malerin, Grafikerin und Filmkünstlerin. Sie lebt und arbeitet in Dresden. Stilistisch wird ihre Arbeit als eine Verbindung von Surrealismus, Dadaismus und Kubismus beschrieben. Leben und Ausbildung Nach einer Lehre als Dekorateurin und Plakatzeichnerin studierte sie Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 1984 zog sie nach Ost-Berlin, wo sie für die Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß arbeitete. 1986 konnte Schlegel durch Scheinheirat mit einem Niederländer über Amsterdam nach West-Berlin ausreisen. 2000 kehrte sie nach Dresden zurück. Sie hat mindestens ein Kind.

Künstlerisches Werk

Malerei und Grafik Bereits während ihres Studiums Mitte der 1970er Jahre suchte sie nach alternativen Ausdrucksformen jenseits der Vorgaben des sozialistischen Realismus und wandte sich Collagen, Montagen und Übermalungen zu. Zu ihren zentralen Themen gehören persönliches Trauma, kollektives Gedächtnis und künstlerische Handlungsfähigkeit. Wiederkehrend ist auch die Auseinandersetzung mit Systemen der Macht und Kontrolle.

Film Ab Mitte der 1980er-Jahre begann Christine Schlegel mit Super-8-Film zu experimentieren. Ihre Filme sind künstlerische Auseinandersetzungen mit der Materialität des Mediums: Sie zerkratzte und bemalte Filmstreifen und verband so filmisches Schaffen mit malerischer Praxis.

Wichtig für ihr filmisches Werk war die langjährige Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreografin Fine Kwiatkowski, die seit den 1980er-Jahren andauert. Schlegel filmte Kwiatkowskis Performances, bemalte die Filmstreifen und projizierte die so entstandenen neuen Filmbilder wiederum auf die Tänzerin.

Ihre Filme wurden unter anderem in der SLUB Dresden digitalisiert und archiviert. Stasi-Akten als künstlerisches Material Nach der Wiedervereinigung setzte sich Schlegel künstlerisch mit ihren Stasi-Akten auseinander. In der Werkserie Eingeschweißte Überwachung (1999) kombinierte sie Aktenmaterial mit persönlichen Fotografien und anderen Materialien. Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen 2024/2025: Lärmende Stille, Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK), Cottbus 2025: Retrospektive SOWIESO, Städtische Galerie Dresden Gruppenausstellungen 2018: Medea muckt auf. Radikale Künstlerinnen hinter dem Eisernen Vorhang, Albertinum, Dresden 2019: Von Ferne. Bilder zur DDR, Villa Stuck, München 2019: Point of No Return, Museum der bildenden Künste, Leipzig 2020: Phasen (mit Helge Leiberg), Kunsthaus Raskolnikow, Dresden (in Kooperation mit dem Filmfest Dresden) 2023/2024: Der bewahrte Blick – Film- und Tonschätze in Sachsen, SLUB-Buchmuseum, Dresden

Weblinks Website von Christine Schlegel

Einzelnachweise

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