Friedrich Wilhelm Thulemeyer (* 11. Dezember 1650 in Crossen; † 5. Dezember 1708) war ein deutscher evangelisch-reformierter Theologe und Hofprediger.

Leben Thulemeyer wurde als Sohn des reformierten kurfürstlichen Hofpredigers Friedrich Thulemeyer in Crossen an der Oder geboren.

Am 18. Juli 1681 wurde Thulemeyer auf Initiative des Magdeburger Gouverneurs Johann Heinrich von Börstel vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm zum Prediger nach Magdeburg berufen, wo er zum Hofprediger ernannt wurde. Seine erste Predigt hielt er am 31. August 1681 in der Sankt-Gangolfi-Kapelle, die kurz zuvor der Deutsch-reformierten Gemeinde zugewiesen worden war. Es war damit zugleich die erste Predigt der somit neu begründeten Gemeinde. Auch nach dem Umzug der Gemeinde in die Paulskirche hielt er dort am 28. Januar 1700 die erste Predigt. Er war bis zu seinem Tod erster Prediger der Gemeinde.

In der Zeit des Zuzugs Pfälzer Glaubensflüchtlinge nach Magdeburg 1691/1692 kam es zum Streit mit dem Prediger der Pfälzer Ghim. Thulemeyer verweigerte zunächst eine gleichberechtigte alternierende Predigt mit Ghim, so dass erst der Kurfürst Friedrich III. ein Alternieren der Predigt anordnen musste.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 71

Er heiratete Elenora Johanna Sachse, Tochter des Herzoglich Anhaltischen Hofpredigers und Superintendenten Johann Sachse in Köthen. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor: Wilhelm Friedrich, Friedrich Wilhelm sowie Anna Elisabeth, Charlotta Maria und Elisabeth Augusta.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 27

1693 kaufte Thulemeyer für 1300 Taler das Haus Zur heiligen Dreifaltigkeit (Breiter Weg 182), veräußerte es jedoch bereits 1697 wieder für 1420 Taler.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 87 Gleichfalls 1693 erwarb er das Haus Steinstraße 6 von der Deutsch-reformierten Gemeinde.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 428 1702 kaufte Thulemeyer das unbebaute Grundstück Poststraße 9 in Magdeburg, das er als Garten zu seinem benachbarten Grundstück Steinstraße 6 hinzunahm.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg Teil II, Max Niemeyer Verlag, Halle (Saale) 1956, Seite 103

Beigesetzt wurde er im Predigergewölbe vor der Kanzel der Paulskirche, wo auch seine Ehefrau bestattet wurde.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 296

Literatur Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 26 f. Henri Tollin: Geschichte der französischen Colonie von Magdeburg, Band 2, 1887, S. 254, 258 (books.google.de).

Einzelnachweise

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