Der Postauto-Brand von Kerzers erfolgte nach dem Entzünden von Brandbeschleuniger durch einen Fahrgast in einem Postauto am 10. März 2026 in der Gemeinde Kerzers im Kanton Freiburg in der Schweiz. Das Fahrzeug geriet in Vollbrand und wurde vollständig zerstört. Sechs Menschen kamen ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Zu den Toten gehörte auch der Täter, ein 65-jähriger Schweizer.
Hergang
Am frühen Abend des 10. März 2026 geriet das Postauto im Ortszentrum von Kerzers in Brand. Augenzeugen berichteten von einem sich rasch ausbreitenden Feuer, wodurch das Fahrzeug innerhalb kurzer Zeit vollständig in Flammen stand. Die erste Meldung bei der Kantonspolizei ging um 18:25 Uhr ein.
Das betroffene Fahrzeug, ein Bus des Modells Setra S 415 NF, war auf der zwischen Düdingen und Kerzers verkehrenden Postauto-Linie 122 unterwegs. Der Bus war kurz vor der Endstation am Bahnhof Kerzers.
Feuerwehr, Polizei und Sanität rückten mit einem Grossaufgebot aus. Beim Eintreffen der Rettungskräfte stand das Fahrzeug vollständig in Flammen. Im Inneren des Busses fanden die Einsatzkräfte verstorbene Personen vor.
Opfer Bei dem Brand kamen im Bus sechs Menschen ums Leben, fünf Opfer und der Täter. Vier weitere Passagiere und ein Rettungssanitäter wurden verletzt und in umliegende Spitäler gebracht. Zu den Todesopfern gehören Lara Baumgartner, Radiomoderatorin bei Energy Bern, sowie der Busfahrer.
Bei den zu Tode gekommenen Passagieren handelte es sich laut einer Mitteilung der Kantonspolizei Freiburg neben dem Täter, einem 65-jährigen Schweizer, um zwei Frauen im Alter von 25 und 39 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 16 und 29 Jahren, alle Schweizer Staatsangehörige und in der Region wohnhaft. Der Chauffeur (63) war portugiesischer Staatsbürger.
Bei den Verletzten handelte sich um zwei Männer im Alter von 34 und 61 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 27 und 56 Jahren, alle Schweizer Staatsangehörige, und einen 32-jährigen kosovarischen Staatsangehörigen. Alle Verletzten waren in der Region wohnhaft.Alle Toten und Verletzten identifiziert. srf.ch, 11. März 2026.
Ermittlungen Die Kantonspolizei Freiburg leitete unmittelbar nach dem Ereignis Ermittlungen zur Brandursache ein. Laut ersten Angaben der Behörden gab es Hinweise auf eine absichtliche Handlung und den Einsatz eines Brandbeschleunigers. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund lagen keine vor.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg sowie kriminaltechnische Spezialisten untersuchten den Vorfall und sicherten Spuren am Brandort.
Der Täter lebte in prekären Verhältnissen in einem Wohnmobil im Kanton Bern und stand unter Beistandschaft.
Reaktionen mini|Gedenken im Bahnhof Chur Bundespräsident Guy Parmelin sprach den Angehörigen der Verstorbenen sein Beileid aus: Auch die Schweizerische Post zeigte sich schockiert und betroffen. Stefan Regli, CEO der PostAuto AG, sprach im Namen des Verwaltungsrates und der gesamten Konzernleitung allen sein Beileid aus.
Die beiden Parlamentskammern des Bundes haben am folgenden Sessionstag der Opfer des Brandes gedacht. Die Ratsmitglieder erhoben sich für eine Schweigeminute.
Am 16. März erklangen schweizweit die Hörner der Postautos im Gedenken an die Opfer.Postauto-Fahrpersonal gedenkt der Opfer von Kerzers FR. swissinfo.ch, 16, März 2026.
Siehe auch Liste von Brandkatastrophen
Anmerkungen
Einzelnachweise
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