Jenke Nordalm (* 1972) ist eine deutsche Theaterregisseurin und Dramaturgin. Sie drehte überdies gemeinsam mit Michael Baumann den Dokumentarfilm Waschen und Leben (2010).
Leben Nordalm studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte in Berlin und London. Im Jahr 1997 wurde sie Regieassistentin am Maxim Gorki Theater und ging 1998 für zwei Jahre an das Theater Basel. 2000 gründete sie mit Daniela Kranz das Regieteam Kranz/Nordalm und war in diesem Rahmen auch an Klang, Video sowie Bühnenausstattung beteiligt. Seit 2006 arbeitet sie als freie Regisseurin. Sie lebt mit ihrer Familie in Mannheim.
Wirken Nordalm befasst sich insbesondere mit Erzählweisen aus einem weiblichen Blickwinkel und mit Antihelden. Sie adaptiert oftmals zeitgenössische Literatur oder nähert sich Themen über Stückentwicklungen an. Zu ihren Arbeitsfeldern zählen auch Stückentwicklung, Dramatisierung nichttheatraler Texte und die Inszenierung zeitgenössischer Stücke. Sie inszenierte an den Sophiensälen, am Theater Freiburg, am Theater Aachen, an den Wuppertaler Bühnen und am Landestheater Tübingen.
Am Landestheater Tübingen brachte sie eine Bühnenfassung von Kafkas Roman Der Process heraus und beschrieb einen (alp-)traumhaften Zugriff „Bild für Bild“ statt einer psychologisierenden Lesart. Am Stadttheater Gießen inszenierte sie Der Staat gegen Fritz Bauer (Uraufführung) nach dem Film von Lars Kraume; die Premiere war am 21. April 2023. Die Inszenierung verband ernste Themen mit unterhaltsamen Elementen nutzte dabei Anspielungen auf die Werbewelt der Nachkriegsjahre. Das Stück lief dort bis Ende 2024. In Kassandra und die Frauen Trojas in Esslingen ließ Nordalm die Titelfigur gleich zu Beginn voller Energie auf die Bühne stürzen. Eine von ihr am Podium der Württembergischen Landesbühne Esslingen inszenierte Fassung von Lucy Kirkwoods Die Kinder wurde als starke Charakterstudien auf der Bühne beschrieben.
Waschen und Leben porträtiert den Friseursalon „Salon Ulla“ in Stuttgart-West und wirft dabei humorvoll ein Schlaglicht auf alte Menschen, die sich mit ihrem Leben und dem Alter arrangieren. An der Jungen Oper Stuttgart führte sie Regie bei Irgendwie Anders sowie Into the Little Hill – Der Rattenfänger von Hameln und war 2015/2016 für die Dramaturgie einer Neuinszenierung von Alice im Wunderland verantwortlich. Am Jungen Deutschen Theater Berlin arbeitete sie mit Jugendlichen und unterrichtet regelmäßig Schauspielstudierende an der AdK Ludwigsburg.
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Dramaturg Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Frau