mini|Ma Thida (2025)

Ma Thida (; * 1966) ist eine myanmarische Schriftstellerin, Ärztin und Menschenrechtlerin, die in den 1990er-Jahren als politische Gefangene inhaftiert war und seit dem Militärputsch 2021 in Deutschland lebt. Sie erlangte Bekanntheit durch ihr Eintreten für Meinungsfreiheit und ihre Rolle als Vorsitzende des Writers in Prison Committee von PEN International. Sie veröffentlichte den Roman The Sunflower und das Buch A-Maze: Myanmar’s Struggle for Democracy, 2011–2023.

Leben Ma Thida wurde 1966 in Yangon geboren und wuchs dort als ältestes dreier Kinder auf. Sie studierte in den 1980er-Jahren Medizin und wurde Ärztin. In den späten 1980er-Jahren schloss sie sich der Demokratiebewegung an und unterstützte Aung San Suu Kyi als Helferin und Sanitäterin. Im Jahr 1993 wurde sie vom Militärregime zu zwanzig Jahren Haft im Insein-Gefängnis verurteilt. Während der Haft erkrankte sie an Tuberkulose und berichtete später über schwere Haftbedingungen, darunter fehlende medizinische Versorgung und Einschränkungen beim Zugang zu Schreibmaterialien. Der Zugang zur medizinischen Hilfe wurde ihr nur nach einem Hungerstreik gewährleistet. 1999 kam sie nach internationalem Druck und aus humanitären Gründen frei. Nach ihrer Entlassung konnte sie zeitweise keinen Pass erhalten und war dadurch in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt. Nach dem Militärputsch vom 1. Februar 2021 verließ sie Myanmar und lebt seither in Berlin. Die myanmarische Botschaft in Berlin verweigerte die Verlängerung ihres Passes, weshalb sie von deutschen Behörden ein Ersatzreisedokument erhielt.

Wirken Ma Thida begann während des Medizinstudiums mit dem Schreiben und veröffentlichte in den 1980er-Jahren erste Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften. Im Jahr 1992 sollte ihr erster Roman The Sunflower erscheinen, welcher die Erwartungen vieler Menschen an Aung San Suu Kyi thematisiert und kurz vor der Veröffentlichung verboten wurde. Nach ihrer Freilassung wurde The Sunflower 1999 schließlich veröffentlicht und sie nahm ihre literarische Arbeit wieder auf. Ihr Gefängnismemoir erschien 2012 auf Birmanisch und wurde 2016 als englische Ausgabe Prisoner of Conscience: My Steps through Insein veröffentlicht. Unter dem Pseudonym Suragamika veröffentlichte sie 2011 den dokumentarischen Roman The Roadmap. Sie steht dem Writers in Prison Committee von PEN International vor und setzt sich für Inhaftierte ein. Für ihren Einsatz erhielt sie 2016 als erste Preisträgerin den Preis Disturbing the Peace der Václav-Havel-Library-Foundation. Mit A-Maze: Myanmar’s Struggle for Democracy, 2011–2023 (2024) legt sie eine englischsprachige Analyse der Jahre 2011 bis 2023 und der Spring Revolution nach dem Putsch vor.

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Einzelnachweise

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