mini|Willibrord Frequin, 1981 Willibrordus Jan Louis Maria (Willibrord) Frequin (* 6. September 1941 in Arnhem; † 26. Mai 2022 in Laren) war ein niederländischer Journalist und Fernsehmoderator.
Biografie Frequin wurde in Arnheim als ältestes Kind von Louis Frequin geboren, der lange Zeit Chefredakteur der Tageszeitung De Gelderlander war. Willibrord wuchs in Nimwegen auf. In der Schule musste er mehrfach Klassen wiederholen. Schließlich wurde er als schwieriger Schüler auf das Internat Canisius College in Nimwegen geschickt.
Frequin begann seine journalistische Laufbahn 1963 beim KRO als Regieassistent bei Studio Sport und anderen Großereignissen. Bekannt wurde er jedoch vor allem als Reporter für die KRO-Sendung Brandpunt. In dieser Funktion traf er unter anderem Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa. Im Jahr 1976 war Frequin der einzige Reporter, der es wagte, Prinz Bernhard zur Lippe-Biesterfeld direkt zu den Beschuldigungen gegen ihn in der Lockheed Affäre zu befragen.
Am 13. Januar 1989 strahlte Brandpunt eine gefälschte Reportage über ein Ecstasy-Labor in Amsterdam aus. Frequin hatte hier seinen Tontechniker als Laboranten verkleidet und so mit ihm ein Interview über die Produktion von Ecstasy inszeniert. Das hatte Frequin der Leitung von Brandpunt nicht mitgeteilt. Die zweite in der Reportage vorkommende Person gab des Weiteren gegenüber der (notwendigerweise) ermittelnden Polizei zu, dass die Laborarbeiten lediglich inszeniert waren und es sich bei den gezeigten Pillen in Wirklichkeit um Vitaminpräparate handelte. Die Amsterdamer Polizei gab daraufhin eine Pressekonferenz und erklärte öffentlich, dass die Reportage gefälscht war.
Erneut geriet Frequin in die Schlagzeilen, als er am 27. Januar desselben Jahres in einer Brandpunt-Reportage über gestohlene menschliche Leichenteile (Köpfe) fälschlicherweise von einem „lebhaften Handel“ sprach und behauptete, dass die Köpfe möglicherweise für bizarre Sexpraktiken verwendet würden.De methode-Frequin: overvallen, confronteren en zonder scrupules vragen stellen in De Volkskrant vom 26. Mai 2022 Zu Unrecht behauptete die Amsterdamer Polizei, dass auch die Bilder gefälscht seien. Tatsächlich waren sie es nicht; der von Frequin interviewte Zeuge trug nur die Schuhe von Frequins Tontechniker sowie die Jacke eines anderen Mitarbeiters, da er unerkannt bleiben wollte. Diese Dramatisierung einer gewöhnlichen Straftat (Unterschlagung von medizinischen Präparaten) kostete Frequin seinen Job bei Brandpunt, er blieb jedoch bis einschließlich 1993 fest beim KRO angestellt.
In den neunziger Jahren arbeitete Frequin bei RTL 4, RTL 5 und später SBS 6 als Moderator von Achter gesloten deuren. Bekannt ist die Folge über die Centrum Democraten aus dem Jahr 1994 im Vorfeld der Gemeinderatswahlen, in der diverse Spitzenpolitiker interviewt wurden. De week van Willibrord war ein konfrontierendes Nachrichtenmagazin, in dem Frequin alle Arten von Unrecht in der Gesellschaft anprangerte und oft direkt die Konfrontation mit den Verursachern suchte. Seine journalistische Methode war sehr direkt, wenig objektiv und wurde schnell als kontrovers eingestuft. Parodien seiner Auftritte und Verfolgungsjagden erschienen in den Fernsehsendungen Kopspijkers und Koefnoen. Zwischen 1996 und 2003 produzierte Frequin zudem die Sendungen Ooggetuige und Toppers.
Zudem war er ein Jahr lang als Kolumnist für die Wochenzeitschrift Panorama tätig. Ende November 2015 erschien dort seine letzte Kolumne.
Zusammen mit Gerard Cox, Barrie Stevens und Peter Faber war er zwei Staffeln lang in der TV-Sendung Beter laat dan nooit von RTL zu sehen, die zwischen 2018 und 2020 ausgestrahlt wurde. In der Serie gingen sie gemeinsam einen Monat lang auf Reisen.
In einem Interview mit der Tageszeitung De Telegraaf vom 29. Januar 2022 enthüllte Frequin, dass er an der Parkinson-Krankheit (vaskulärer Parkinsonismus) sowie an Herzinsuffizienz litt und wahrscheinlich nur noch wenige Monate zu leben hätte.
Frequin verstarb am frühen Morgen des 26. Mai 2022 im Schlaf. Er wurde achtzig Jahre alt. Nach Angaben seiner Familie starb er an Herzversagen. Die Trauerfeier in Het Gooi fand am 2. Juni in der St.-Johannes-Basilika in Laren statt. Frequin wurde auf dem Allgemeinen Friedhof De Woensberg in Blaricum beigesetzt.
Vorkommnisse Beil-Angriff Während einer Aufzeichnung für die Fernsehsendung Ooggetuige im Jahr 1995 anlässlich des Mordfalls Putten wurde er vom Bruder der getöteten Christel Ambrosius mit einem Beil verfolgt. Frequin kam ohne Verletzungen davon.
Big Brother Bei ersten niederländischen Staffel der exhibitionistischen Fernsehshow Big Brother im Jahr 1999 wollte Frequin, „eine Mischung aus Lou van Burg und Rambo“, wie Claus Christian Malzahn vom Spiegel ihn beschrieb, per Fallschirm im Garten des abgeschirmten Containerdorfes (der Sendeort in Almere) landen. Sein Ziel war die Aufnahmen der umstrittenen Sendung zu stören, um so eine eigene Story zu produzieren. Er landete jedoch außerhalb, was dazu führte, dass die Produktion zusätzliche Sichtblenden und Stacheldraht anbringen ließ.Der Spiegel, Heft Nr. 44, 1999 vom 1. November 1999, Seite 138, PDF 10,4 MB
Weitere Aktionen Frequin geriet einige Male aufgrund von Aktionen in die Schlagzeilen, die kurzzeitige Festnahmen zur Folge hatten:
Im Jahr 2001 wurde er bei oder in einem Versuchstierzentrum in Rijswijk festgenommen, wo er Aufnahmen von den gefangenen Affen machte.Frequin aangehouden bij proefdiercentrum auf villamedia.nl vom 13. April 2001 (siehe auch Stichting AAP) Anfang Dezember 2002 wurde er von der Polizei in Tokio festgenommen, als er Aufnahmen von zwei Fallschirmspringern machte, die von einem Wolkenkratzer sprangen. Am frühen Morgen des 20. Dezembers 2002 bedeckte er das Haus von Wim Duisenberg und dessen israelkritischen Ehefrau Gretta mit einer gigantischen israelischen Flagge. Hierfür hatte er einen großen Hubsteiger gemietet. Er hatte eine „ludieke“ (spielerische/neckische) Aktion mit einer Flagge angekündigt. Als er auf Aufforderung der Polizei die Flagge nicht entfernen bzw. das Gelände nicht verlassen wollte, wurde er festgenommen. Nach einigen Stunden in der Zelle wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Flagge wurde beschlagnahmt.Willibrord Frequin opgepakt in tuin Duisenberg, auf NU.nl am 20. Dezember 2002„Frequin opgepakt om 'ludieke' actie“, in De Telegraaf vom 21. Dezember 2002 mini|Willibrord Frequin, 2008
Privatleben Frequin war viermal verheiratet. Er hinterließ zwei Töchter und einen Sohn.
Literatur Frans Poel: Willibrord. Verlegen vlegel F.C. Klap, Hilversum 2022, ISBN 978-9085679547
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Einzelnachweise
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