mini|Die finnischsprachige Schauspielerin Jaana Saarinen erhielt den Pokkaruotsi-Preis 2024 Pokkaruotsi (aus „Pokerschwedisch“) ist ein Neologismus in Finnland, der sowohl im Finnischen als auch im Schwedischen verwendet wird. Er bedeutet etwa „Schwedisch mit einem Pokerface sprechen“. Damit ist gemeint, als Finnischsprachiger Schwedisch zu sprechen, auch wenn man es nicht perfekt beherrscht, ohne Scham und Angst, sich zu blamieren, und damit eine positive Einstellung zu Schwedisch und der offiziellen Zweisprachigkeit im Land zu demonstrieren.

Hintergrund Der Gebrauch des Wortes steht im Zusammenhang mit Initiativen zur Stärkung der schwedischen Sprache im zweisprachigen Finnland. Hintergrund ist, dass das Schwedische in Finnland zwar eine der beiden Amtssprachen ist, jedoch seit längerem an gesellschaftlichem Status verliert. Auch seine institutionelle Verankerung, etwa der obligatorische Unterricht als zweite Landessprache in der Schule, wird gelegentlich politisch in Frage gestellt.

Das Wort pokkaruotsi spielt auf finnisch pakkoruotsi („Zwangsschwedisch“) an, einen Dysphemismus, der während einer Kampagne in den 1980er Jahren geprägt wurde und auf die Pflicht zum Erlernen der anderen Landessprache anspielt, die 1990 im finnischen Parlament diskutiert wurde. Seit den 2010er Jahren wird der Ausdruck vor allem von rechtspopulistischen und nationalistischen Politikern der Partei Die Finnen thematisiert und zum Gegenstand von öffentlichen Kampagnen gemacht. Als zentrales Argument dient die Behauptung, dass die schwedische Sprache weniger nutzbringend sei als das Erlernen von Fremdsprachen wie Englisch.

Entstehung und Verbreitung Der Begriff pokkaruotsi wurde in dieser Bedeutung im Frühjahr 2023 von der Autorin und ehemaligen Parlamentsabgeordneten Roosa Meriläinen (Grüner Bund) verbreitet. Der Ausdruck verbreitete sich zunächst in den sozialen Medien und hat sich zu einer stehenden Wendung entwickelt.

Er erhielt große Aufmerksamkeit in den finnlandschwedischen sozialen Medien nach einem Beitrag von Maria Ohisalo (Grüner Bund), der im Anschluss an die zweisprachige Wahldebatte von Svenska Yle vor der Parlamentswahl in Finnland 2023 veröffentlicht wurde.

Während der besagten Debatte hatten sich die finnischsprachigen Parteivorsitzenden in unterschiedlichem Maß bemüht, Schwedisch zu verwenden. So verzichtete Riikka Purra (Die Finnen) vollständig auf Schwedisch, und auch Sanna Marin (Sozialdemokratische Partei) verwendete – abgesehen von kurzen Phrasen – ausschließlich Finnisch. Petteri Orpo (Nationale Sammlungspartei) überraschte mit seiner erfolgreichen Anstrengung beim Gebrauch der zweiten Landessprache. Sari Essayah (Christdemokraten) und Maria Ohisalo waren bereits vorher dafür bekannt, dass sie Schwedisch relativ frei sprechen und nur gelegentlich zu Finnisch wechseln, wenn ihnen dies notwendig erscheint. Die drei übrigen Teilnehmer der Debatte sprechen Schwedisch als Muttersprache: Anna-Maja Henriksson (Schwedische Volkspartei), Li Andersson (Linksbündnis) und Harry Harkimo (Bewegung Jetzt).

Pokkaruotsi-Preis Seit 2023 vergibt Folktinget, die offizielle konsultative Vertretung der Interessen der Finnlandschweden, den Pokkaruotsi-Preis (schwedisch Pokkaruotsi-priset) an eine finnischsprachige Person, die den Mut hat, Schwedisch zu sprechen, eine positive Einstellung zur Sprache zeigt und als Inspirationsquelle für andere dient, ebenfalls Schwedisch zu sprechen.

Der Preis wird am 6. November, Svenska dagen („Schwedischer Tag“), in Helsingfors (Helsinki) verliehen. Die Zeremonie wird live von Yle Fem im Fernsehen und über Yle Arenan im Internet übertragen.

Preisträger 2023: Toni Wirtanen, Künstler 2024: Jaana Saarinen, Schauspielerin 2025: Abdirahman Sugulle, Fußballschiedsrichter

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