Die Innbrücke in Mühldorf am Inn ist eine Straßenbrücke über den Inn im Landkreis Mühldorf am Inn in Oberbayern. Die heutige Stahlverbundbrücke wurde 1997 eröffnet und verbindet die Altstadt von Mühldorf mit den südlichen Stadtteilen. Sie führt die Brückenstraße (Staatsstraße 2550) über den Fluss. Ein Innübergang an dieser Stelle ist seit dem 12. Jahrhundert belegt.

Geschichte

Mittelalterliche Brücken Der Innübergang bei Mühldorf war aufgrund der Lage der Stadt am alten Salzhandelsweg von strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Eine Brücke wird in einer Urkunde aus dem Jahr 1190 erstmals indirekt erwähnt, in der Mühldorf als burgus bezeichnet wird. Die Fürsterzbischöfe von Salzburg, denen Mühldorf zugehörte, waren darauf bedacht, zu ihren Untertanen auf der linken Innseite Zugang zu haben.

1257 kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Als sich der böhmische König Ottokar nach einer Niederlage in Niederbayern mit seinem Heer über die Mühldorfer Innbrücke zurückzog, entstand auf der Brücke ein Gedränge, unter dem die Konstruktion zusammenbrach.

Die hölzerne Brücke war ständig durch Eisgang und Hochwasser bedroht. Im Jahr 1544 wurde sie durch Eisgang zerstört, 1595 riss ein Eisstoß drei Joche weg. Ende Februar 1784 nahm das Eis sechs Joche mit, 1786 zerstörte Hochwasser zwei weitere, und 1788 riss der Eisstoß die gesamte Brücke weg. Auch in Kriegszeiten wurde die Brücke wiederholt zerstört: 1634 musste sie abgetragen werden, 1805 brannten die Österreicher sie bei ihrem Rückzug nieder, und 1809 taten sie es erneut.

Wiebekingsche Bogenbrücke (1813–1850) Um die Brücke besser gegen Eisgang und Hochwasser zu sichern, wurde 1813 etwas flussaufwärts eine neue Brücke auf festen steinernen Pfeilern nach den Plänen von Carl Friedrich von Wiebeking errichtet, dem königlich bayerischen Generaldirektor des gesamten Wasser-, Brücken- und Straßenbauwesens. Die Brückenbögen waren jedoch weiterhin aus Holz konstruiert. Bis 1841 hatte sich die Brücke um 8,5 Zentimeter gesenkt; zuletzt durften sie nicht einmal mehr zwei Fuhrwerke gleichzeitig befahren.

Maximiliansbrücke (1851–1945) Unter der Bauleitung von Bauinspektor Karl Kaerner von der königlichen Bauinspektion Rosenheim wurde 1851 eine neue Brücke errichtet. Es handelte sich um eine gedeckte Gatter- bzw. Fachwerkbrücke nach Plänen des amerikanischen Ingenieurs William Howe, die 121 Meter lang und 4,60 Meter hoch war. Zwei Widerlager und ein Pfeiler der Wiebekingschen Brücke konnten wiederverwendet werden, der baufällige linke Brückenpfeiler musste vollständig erneuert werden. Zum Schutz gegen Witterungseinflüsse wurde die Brücke mit einem weit vorspringenden Dach versehen. Am stadtseitigen Brückeneingang wurden Figuren des heiligen Nepomuk und des heiligen Florian aufgestellt.

Die Brücke wurde nach König Maximilian II. benannt und am 12. Oktober 1851 dem Verkehr übergeben. Die Stadt ernannte Karl Kaerner am 14. Februar 1852 zum Ehrenbürger.

Die Dachkonstruktion schützte die hölzerne Fahrbahn, sodass die Bohlen nur selten ausgewechselt werden mussten. Auch das große Hochwasser von 1899 konnte der Brücke nichts anhaben. Mit wachsendem Straßenverkehr wurde die Konstruktion jedoch zunehmend belastet. 1926 war eine Verstärkung der Tragkonstruktion vorgesehen, gleichzeitig lagen bei den Behörden bereits Pläne für eine Umgehungsstraße und eine neue Innbrücke weiter flussaufwärts vor.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg Am 2. Mai 1945, in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs, wurde die Maximiliansbrücke von abrückenden deutschen Truppen gesprengt, um den Vormarsch der amerikanischen Truppen zu verlangsamen.

Nachkriegszeit Nach der Sprengung konnte der Verkehr zunächst nur mit einer Fähre und später mit einer von den Amerikanern errichteten Bailey-Brücke aufrechterhalten werden.

Spannbetonbrücke (1952–1996) Im November 1952 wurde eine neue Spannbetonbrücke eingeweiht. Sie war 122 Meter lang und verfügte über eine 7,50 Meter breite Fahrbahn, beidseitige Radwege von je 1,30 Metern Breite sowie Gehsteige von je 1,60 Metern Breite. Bereits beim Hochwasser 1954 bewies sie ihre Standfestigkeit.

Heutige Brücke (seit 1997) Zwischen 1996 und 1997 errichtete das Straßenbauamt Rosenheim die heutige Stahlverbundbrücke. Während der Bauzeit wurde neben der alten Innbrücke eine Behelfsbrücke für den Verkehr errichtet. Die alte Fahrbahn wurde abgebrochen und die neue Brücke im Taktschiebeverfahren am 21. April 1997 eingeschoben. Die Brücke verfügt über vier Fahrstreifen sowie beidseitige Geh- und Radwege. Die Baukosten beliefen sich auf rund 4,8 Millionen Euro, wobei der Anteil der Stadt Mühldorf bei etwa 817.000 Euro lag.

Bauwerk Die Innbrücke ist eine 148 Meter lange Balkenbrücke in Stahlverbundbauweise mit drei Vollwandträgern über drei Feldern. Stahlträger und Betonfahrbahnplatte bilden einen tragfähigen Verbundquerschnitt. Die grün gestrichenen Stahlträger sind ein charakteristisches Merkmal der Brücke. Die Ausstattung umfasst vier Fahrstreifen, Geh- und Radwege mit Schutzgeländern auf beiden Seiten sowie Straßenbeleuchtung.

Auf der Altstadtseite überquert die Brücke neben dem Inn auch die parallel zum Fluss verlaufende Innstraße. Diese Unterführung ist mit Kopfsteinpflaster ausgestattet.

Verkehrsbedeutung Die Innbrücke ist die wichtigste Straßenverbindung zwischen der nördlich des Inns gelegenen Altstadt von Mühldorf und den südlichen Stadtteilen sowie den weiterführenden Straßen in Richtung Waldkraiburg und Rosenheim. Als Teil der Staatsstraße 2550 ist sie ein zentraler Verkehrsknotenpunkt der Region.

Für Fußgänger und Radfahrer stellt sie neben der stromabwärts gelegenen Innfähre eine Möglichkeit zur Innquerung im Stadtgebiet dar.

Gedenktafel Eine an der Brücke angebrachte Gedenktafel dokumentiert die Geschichte der verschiedenen Innbrücken in Mühldorf seit 1813.

mini|Gedenktafel auf der nördlichen Seite der Brücke

Siehe auch Innbrücke Bahnstrecke Rosenheim–Mühldorf

Einzelnachweise

Weblinks

Offizielle Website der Stadt Mühldorf am Inn

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