mini|hochkant|Wappen der Familie Angelmacher in Siebmachers Wappenbuch (1912) (nachkoloriert) Die Angelmacher (auch: Angelmecher o. ä.) waren eine kölnische Patrizierfamilie, die mehrmals den Bürgermeister von Köln stellte. Des Weiteren bekleidete die Familie auch andere hohe Ämter in der freien Reichsstadt Köln und Kurköln.Fahne (1848), S. 7.

Geschichte Name und Wappen des Geschlechts deuten stark darauf hin, dass (frühe) Angehörige der Familie Angelruten herstellten.

Erster greifbarer Angehöriger der Familie ist wohl Jost Angelmacher († vor 1522?), der Sophia heiratete und mit ihr einen gleichnamigen Sohn hatte. Dieser heiratete Catharina, mit der er seine Söhne Bruno und Gerhard hatte. Bruno war im Jahre 1545 Gewaltrichter.

Die Stammreihe beginnt mit Bruno Angelmacher, dessen Mutter eine von Blitterswich war. Womöglich war zuvor genannter Bruno sein Vater; dies ist jedoch unbelegt. Er heiratete Catharina Schiel, mit der er einen gleichnamigen Sohn hatte, welcher ab 1572 Bürgermeister von Köln war und im nächsten Jahr starb. Anton Fahne bezeichnet letzteren als Junker (vgl. Jonkheer); die Adelsqualität ist hierbei fraglich. Anhand seiner Ehe mit der Adligen Margaretha von Kerpen, Tochter des Johann und der Gundula von Blitterswich, und seinem Stand als Patrizier ist jedoch zu erkennen, dass Bruno Angelmacher und seine Familie einen adligen Lebensstil führten. So war es für das Patriziat üblich. Er wurde in St. Kolumba beigesetzt.

Bruno Angelmacher hatte mit Margaretha von Kerpen fünf Kinder:Schleicher (1983), S. 54 f. Elisabeth Angelmacher ⚭ 1564 Theodor Birckmann († 1586), promovierter Mediziner Gerhard Angelmacher († 4. Mai 1604), Bürgermeister von Köln (1591; 1592; 1594; 1595; 1597; 1598; 1600; 1601; 1603; 1604), Richter (1590) und Besitzer von klein Troya auf der Breitestraße mit Zubehör, ⚭ Christina von Birgel, Tochter des Hermann und der Helena von Voldens. Die Eheleute hatten eine Tochter namens Catharina Angelmacher, die mit dem promovierten Juristen Peter Schultinge von Steinwech verheiratet war. Anna Angelmacher ⚭ I. Peter Kramer von Dotteln; ⚭ II. Johann Muisgen († 1616 im Alter von 63 Jahren) Bruno Angemacher Margaretha Angelmacher ⚭ Diederich von Bisterfeld, kurkölnischer Kanzler und GeheimratFahne (1848), S. 36.

Mit Gerhard Angelmacher scheint das Geschlecht am 4. Mai 1604 im Mannesstamm erloschen zu sein.

Wappen

Blasonierung des Redenden Wappens: Von Blau über Silber geteilt. Oben zwei ins Andreaskreuz gestellte silberne Angelhaken, unten drei blaue Wellenbalken übereinander. Auf dem blau-silbern bewulsteten Helm mit blau-silbernen Helmdecken ein von Blau und Silber übereck geteilter offener (auch geschlossener) Flug.Schleicher (1983), S. 54.Seyler (1912), S. 35.

Das Wappen des Gerhard Angelmacher ist am Rathaus Köln bzw. an der Rückseite des Museums Schnütgen in einem Relief wiederzufinden.

Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 7 (hhu.de). Konstantin Höhlbaum, Joseph Hansen: Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Band 12, M. DuMont-Schauberg’sche Buchhandlung, Köln 1902, S. 33 (archive.org). Herbert M. Schleicher: Die genealogisch-heraldische Sammlung des Kanonikus Joh. Gabriel von der Ketten in Köln, Band I (A–D), Köln 1983, S. 54 f. Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 5 (Bürgerliche Geschlechter Deutschlands und der Schweiz): 4. Abt.: Zweitausend bürgerliche Wappen, Nürnberg 1890, S. 75 (uni-goettingen.de) und Tfl. 81 (uni-goettingen.de). 9. Abt.: Fünfzehnhundertneunundfünfzig bürgerliche Wappen, Nürnberg 1912, S. 35 (uni-goettingen.de) und Tfl. 41 (uni-goettingen.de). Hans Vogts: Das Kölner Rathaus (= Jahrbuch des Kölner Geschichtsvereins), S. 27 f. (PDF; 2,5 MB auf archive.org).

Einzelnachweise

Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht