mini|Boniface Mwangi (2018) Boniface Mwangi ist ein kenianischer Fotojournalist und Bürgerrechtler. Er kritisiert Korruption und Polizeigewalt und gilt als prominenter Vertreter der Protestbewegungen gegen die kenianische Regierung. Im Juli 2025 wurde er im Zusammenhang mit Straßenprotesten festgenommen und später wegen unerlaubten Besitzes von Munition angeklagt, kam jedoch gegen Kaution frei.

Leben und Wirken Mwangi wuchs im Wahlkreis Starehe im Zentrum Nairobis auf. Er begann als Fotojournalist für eine kenianische Zeitung und dokumentierte während der Gewalt nach der kenianischen Wahl 2007/2008 insbesondere Ereignisse in den Slums Nairobis. Im Jahr 2008 erhielt er für diese Arbeit internationale Anerkennung und entschied, dass reine Dokumentation gesellschaftlicher Missstände nicht ausreiche. Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Kenia.

Nach den Unruhen 2007/2008 setzte Mwangi künstlerische Protestformen ein und zeigte seine Fotos in öffentlichen Räumen, um Debatten über Gewalt und verantwortliche Führung anzustoßen. Im November 2011 stellte er ein junges Team aus den Bereichen Journalismus, Kunst und Bürgerrechtsbewegung zusammen und gründete in Nairobi das Kollektiv Pawa254. Zu den frühen Aktionen gehörte eine stadtweite Graffiti-Kampagne im Jahr 2012, die Kenias politische Führung als Geier darstellte. Pawa254 entwickelte sich als Arbeits- und Veranstaltungsort, dessen Aktionen unter anderem Schweine vor dem Parlament als Protest gegen Gehaltsforderungen von Abgeordneten einsetzten. 2017 kandidierte Mwangi im Wahlkreis Starehe für einen Parlamentssitz und begründete seinen Schritt damit, Kritik auch innerhalb staatlicher Institutionen vorzutragen. Im Mai 2025 wurde Mwangi in Tansania nach der Reise zu einem Gerichtstermin des Oppositionspolitikers Tundu Lissu festgehalten und nach Kenia abgeschoben. Er war dorthin gereist, um den Prozess gegen Lissu zu beobachten, und gab später an, mehrere Tage zusammen mit der ugandischen Aktivistin Agather Atuhaire festgehalten worden zu sein. Mwangi und Atuhaire berichteten danach von Folter und sexuellen Übergriffen in der Haft, und Ende Juni 2025 kündigten sie rechtliche Schritte gegen den Staat Tansania an. Mwangi gab an, in der Haft entkleidet, kopfüber aufgehängt, an den Füßen geschlagen und sexuell misshandelt worden zu sein; die tansanische Polizei wies die Foltervorwürfe damals als „Meinungen“ und „Hörensagen“ zurück. Im Juli 2025 wurde Mwangi in Kenia festgenommen, zunächst der „Ermöglichung terroristischer Handlungen“ beschuldigt und anschließend wegen unerlaubten Besitzes von Munition angeklagt; genannt wurden Tränengaskanister und eine 7,62-mm-Platzpatrone, während er die Vorwürfe bestritt und seine Verteidigung sie zurückwies. Im August 2025 kündigte Mwangi ein Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2027 an. Im Februar 2026 wurde berichtet, Citizen Lab gehe mit hoher Sicherheit davon aus, kenianische Behörden hätten während seiner Festnahme mit Cellebrite-Technologie sein Mobiltelefon entsperrt, während das Unternehmen auf eigene Prüfprozesse bei Missbrauchsvorwürfen verwies. Im selben Jahr veröffentlichte BBC Africa Eye die Dokumentation Tanzania’s State of Fear über Entführungen in Tansania, in der Überlebende einschließlich Mwangi und Atuhaire den hochrangigen Polizeibeamten Faustine Jackson Mafwele als Haupttäter benannten; Mafwele äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Im Mai 2026 belegten die Vereinigten Staaten Mafwele wegen glaubwürdiger Informationen über seine Beteiligung an schweren Menschenrechtsverletzungen mit Einreisesanktionen.

Einzelnachweise

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