mini|hochkant|Wappen derer von Schwietering im Wappenbuch des Westfälischen Adels Schwietering ist der Name eines im 18. Jahrhundert erloschenen niedersächsischen Adelsgeschlechts.

Geschichte Ursprünge Personen mit dem Namen Schwietering kommen im nördlichen Teil des Bistums Osnabrück schon seit dem 13. Jahrhundert vor. Ein Henricus Svetherinc erscheint in Urkunden von 1225 und 1232. In einem Lehnregisters von 1412 findet sich ein Johannes Schwederink, der ein Haus und Erbe Schwederingk zu Thiene im Kirchspiel Alfhausen als Lehen zu Ministerialrecht erhielt. Und in Nieste im Kirchspiel Neuenkirchen bei Vörden hatte eine Familie Schwietering die älteste freie Stätte im Besitz. Mitglieder dieser Familie besetzten über mehrere Generationen hinweg das Amt des Osnabrücker Vogts. Ob die genannten Personen und Familien untereinander und/oder mit der hier behandelten Familie Schwietering zu Limbergen verwandt waren, ließ sich bisher nicht ermitteln.Hugo (1889), S. 269 f.

Das hier behandelte Geschlecht Schwietering soll der Familienüberlieferung nach von einem Major Schwietering aus Dänemark stammen. Erst ab 1551 kommt die Familie im Bistum Osnabrück vor.Spießen (1901–1903), S. 117. Es wäre jedoch durchaus denkbar, dass ein aus dem Osnabrückschen stammender Schwietering im Gefolge des Grafen Christian von Oldenburg, der 1448 zum König von Dänemark und Norwegen erwählt wurde, nach Dänemark gezogen ist und einer seiner Nachfahren im 16. Jahrhundert ins alte Stammland der Familie zurückkehrte.Hugo (1889), S. 270 f.

Die sichere Stammfolge aber beginnt mit Bernhard (auch Gerhard) Schwietering, der sich mit Maria von Schwencke († 1551) aus dem Haus Fresenborg vermählte. Sie war in erster Ehe bereits mit Friedrich von Westphalen verheiratet gewesen und hatte von diesem das südwestlich von Neuenkirchen gelegene Haus Limbergen (bis 16. Jahrhundert Krakenburg, später auch Haus Schwietering oder Gut Neuenkirchen genannt) geerbt. 1561 wurde Bernhard vom Bischof Johann IV. von Osnabrück, Graf von Hoya, mit folgenden Gütern/Rechten belehnt: Dem Zehnten über Sevenhauße und dem Zehnten über Vortmanns Kotten zu Lähden im Kirchspiel Holte, Amt Meppen, Lahmanns Erbe im Kirchspiel Belm, Gerdemanns Erbe im Kirchspiel Neuenkirchen, zwei Teilen der Kirche zu Holte und drei Teilen der Vikarien in derselben Kirche.Hugo (1889), S. 271 f.

Bernhards Sohn Hermann Schwietering († um 1590) erbte die genannten elterlichen Güter. Er war mit Hilla von Bevern, Tochter von Johannes von Bevern zu Havixbeck und Hilla von Schenckinck verheiratet. Hermann Schwietering hinterließ zwei Söhne, Wilhelm und Johann Schwietering.Hugo (1889), S. 272.

Wilhelm Schwieterings Linie zu Limbergen Wilhelm Schwietering († 1645) war mit Anna Elisabeth von Langen aus dem Haus Kreyenborg vermählt. Gemäß Ehevertrag erhielt Anna Elisabeth als Morgengabe das Thomas Erbe im Kirchspiel Belm und zur Leizucht unter anderem den Schwieteringsche Hof an der Kampfstraße in Osnabrück und die vor dem Hegertor gelegene „Blumenhalle“. 1609 ließen die Eheleute das Gutshaus Limbergen neu errichten.Hugo (1889), S. 273. Während des Dreißigjährigen Krieges litt Gut Limbergen so stark unter den Einlagerungen der kriegführenden Parteien, dass die Familie nach Gut Schlichthorst flüchtete und von dort wegen der großen Schäden eine Eingabe an die Landesregierung zwecks finanzieller Unterstützung machte. Die Eheleute Schwietering-Langen hatten drei Kinder:Hugo (1889), S. 274–276. Wilhelm Schwietering († 1658), 1647 bischöflich-osnabrückischer Leutnant, war mit Anna Agnes Vincke, Tochter von Johann Vincke, Erbherr auf Kilver, und Margaretha von Fullen aus dem Haus Dratum, verheiratet. Anna Elisabeth Schwietering, erstellte 1678 ihr Testament Helena Schwietering († 1673), die sich 1639 mit Heinrich von Hüntel († 1699), Erbherr zu Hamm und Haselünne vermählte

Die Eheleute Schwietering-Vincke verkauften die vor dem Hegertor bei Osnabrück gegelegene Blumenhalle and den Mühlenherrn Klövekorn. Als Wilhelm Schwietering 1658 verstarb, hinterließ er eine Tochter und fünf Söhne, die unter die Vormundschaft des „nahen Blutsfreundes“ Leutnant Georg Schwietering, Sohn des Johann Schwietering zu Bissendorf (siehe unten), kamen:Hugo (1889), S. 276–288. Dorothea von Schwietering, Stiftsdame zu Quernheim Johann Wilhelm von Schwietering (1645–1706), erbte Gut Limbergen und das Patronatsrecht über die Pfarre und die Vikarie zu Holte. Er heiratete 1673 Helena Lucretia von Sydow († 1713 in Osnabrück). Da das elterliche Erbe stark mit Schulden belastet war, musste er 1675 den an der Kampstraße in Osnabrück gelegenen Schwieteringschen Hof verkaufen. Mit seinem Bruder Dietrich Heinrch von Schwietering geriet er in einen Erbschaftsstreit, der 1680 mit einem Vergleich endete. Sein Testament erstellte er 1705. Ein Jahr später verstarb er. Er hinterließ einen gleichnamigen Sohn und zwei Töchter: Johann Wilhelm von Schwietering (1671–1758) erbte Haus Limbergen und heiratete 1707 Thekla Elisabeth von Hüntel († um 1709), Tochter des Franz Georg von Hüntel auf Hamm und der Anna Catharina von Varendorf. Nach deren Tod heiratete er in zweiter Ehe 1710 Anna Dorothea von Venediger. 1733 verkaufte er den Zehnten zu Lähden. Die Eheleute hatten drei Kinder: Christina Ludovica von Schwietering lebte unvermählt in Osnabrück. Helena Sophie von Schwietering (1713–1758) heiratete 1736 den fürstlich-osnabrückischen Regierungs- und Kanzleirat Caspar Ferdinand von Biegeleben († 1745). Franz Carl von Schwietering († 1761), Leutnant, widmete sich dem Kriegsdienst. Er war der Letzte im Mannesstamm. Tochter Die jüngste Tochter war mit einem Oberstleutnant von Vincke vermählt Jobst Friedrich von Schwietering heiratete eine Tochter von Johann Heinrich von Morsey genannt Pickardt und Sybille von Prenger. Durch die Ehe erwarb er das zwischen Ostercappeln und Hunteburg gelegene landtagfähige Rittergut Stricksburg. Die Eheleute hatten einen Sohn, Benno Friedrich von Schwietering, und eine Tochter, Sydonia von Schwietering, die 1733 beide noch lebten. Dietrich Heinrich von Schwietering widmete sich dem Kriegsdienst. Er war mit Elisabeth Cornelia Sophie von Dincklage, Tochter von Conrad Friedrich von Dincklage zu Calhorn und Eva Sophie von Brawe, verheiratet. Sie hatten drei Kinder: Wilhelm von Schwietering war 1733 Sergeant in kaiserlichen Diensten. Eine Tochter heiratete einen Rittmeister Schaden. Sophie von Schwietering vermählte sich mit dem späteren königlich-dänischen Oberst Chistian Ludwig von Steuden (1689–1765), der damals in ostfriesisichen Diensten stand. Asche von Schwietering, starb als Kornett, in der Kirche in Neukirchen beigesetzt Anna Agnes geb. Vincke verheiratete sich in zweiter Ehe mit dem Rittmeister Bertram Horstmann zu Haselünne.

Johann Schwieterings Linie zu Bissendorf Johann Schwietering, Hermanns jüngerer Sohn, entsagte 1603 zu Haus Bevern für 3700 Thaler allen Rechten auf den elternlichen Nachlass zugunsten seines Bruders Wilhelm. Johann erwarb das landtagfähige Haus Bissendorf in Bissendorf, heute Landkreis Osnabrück. Er war mit Anna von Morsey genannt Pickardt verheiratet und hinterließ zwei Söhne und eine Tochter:Hugo (1889), S. 288–292. Georg von Schwietering († 1669) erhielt zunächst von seinem Onkel Wilhelm Schwietering zu Limbergen die Vikarie zu holte, resignierte jedoch 1643 zugunsten seines Bruders Hermann Asche und ging in den Kriegsdienst. Später war er Vormund der Kinder des verstorbenen Leutnants Wilhelm von Schwietering. Hermann Asche von Schwietering neigte anfangs dem geistlichen Stand zu und erhielt von seinem Bruder die Vikarie in Holte überlassen. Später entsagte er dem geistlichen Leben und heiratete Catharina von Amelunxen, Tochter von Balthasar von Amelunxen auf Dratum. Dadurch fielen den Eheleuten mit dem Allodialgut Dratum 1663 verschiedene Lehen zu: Johanshaus zu Dratum, Brenners Haus ebenda, der Zehnte über Breuehaus alias Schwellinghaus und Keckeforts Haus sowie die Woltewischen und der Klöpshellen im Kirchspiel Melle. Die Eheleute, die 1684 beide verstorben waren, hatten zwei Söhne und zwei Töchter: Eberhard Jobst von Schwietering († um 1689) ging in den kurkölnishen Kriegsdienst. Hermann Asche von Schwietering ging ebenfalls in den fürstlich-osnabrückischen Kriegsdienst. Anna Agnes von Schwietering heiratete Bernhard Meyering, Rentmeister des Amts Gronenberg, der 1689 für seine Ehefrau mit Haus Dratum belehnt wurde. Die jüngste Tochter war Anna Elisabeth von Schwietering. Helene von Schwietering vermählte sich mit Caspar Christoph von Schlepegrell auf Gartlage

Die Familie erlosch im Mannesstamm mit dem Tod des Leutnants Franz Carl von Schwietering († 1761).

Wappen Blasonierung: Geteilt, oben in Silber ein schwarzer schreitender Löwe, unten schwarz-silbern zu sechs Plätzen geständert. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein roter Fürstenhut, rechts mit silberner Kokarde, an der ein langer silberner Reiherbusch.

Literatur Rudolf vom Bruch: Die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück, Osnabrück 1965, zur Familie Schwietering insbesondere S. 336 und 407. Ferdinand von Hugo: Nachrichten, betreffend die Familie von Schwietering zu Limbergen. In: Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück („Historischer Verein“), 14. Band, Osnabrück 1889, S. 269–292 (inkl. Stammtafel) (Google Bücher). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 117 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 293 (hhu.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht