Karl von Deschwanden (* 23. April 1823 in Stans; † 25. April 1889 ebenda) war ein Schweizer Jurist, Richter und Historiker.

Leben Karl von Deschwanden war der Sohn des Hauptmanns, Anwalts und Kunstdilettanten Louis Victor von Deschwanden und der Carolina, geb. von Deschwanden. Die Eltern entstammten unterschiedlichen Linien der von Deschwanden aus Kerns. Er hatte drei Geschwister, einen älteren Bruder, Mathematiker und 1. Direktor des eidgenössischen Polytechnikums Joseph Wolfgang von Deschwanden, eine ältere Schwester Anna (1820–1862) und einen jüngeren Bruder, den Historien- und Genremaler Theodor von Deschwanden.

Von Deschwanden besuchte von 1838 bis 1842 das Gymnasium in Zürich und studierte anschliessend von 1842 bis 1844 Rechtswissenschaften an der Universität Zürich, wo er von Friedrich Ludwig Keller und Johann Caspar Bluntschli beeinflusst wurde. Anschliessend war er als Anwalt in Stans tätig und übernahm das väterliche Advokatenbüro. 1866 war er Präsident des Polizeigerichts, 1881 des Kassationsgerichts und 1887 des Kantonsgerichts. 1848–1849 war er Redaktor des liberalen Nidwaldner Wochenblatts, wo er sich unter anderem für den Bundesstaat, die Totalrevision der Kantonsverfassung und die Humanisierung des Strafrechts einsetzte. In Stans war er 1854 Gemeindeschreiber, 1860 Gemeinderat und 1866 Gemeindepräsident. Von 1862 bis 1874 war von Deschwanden Nidwaldner Landrat. Daneben war er Mitglied der Gesetzeskommission zur Revision des Nidwaldner Zivilrechts. Ein von ihm erarbeiteter Sachenrechtsentwurf (1863) wurde zwar beraten, jedoch nicht in Kraft gesetzt. 1877 war er Mitglied des Verfassungsrats. 1864 war er Gründungsmitglied und sodann Präsident des Historischen Vereins Nidwalden. Von Deschwanden publizierte zahlreiche rechtshistorische Veröffentlichungen, v. a. in der Zeitschrift für Schweizerisches Recht und im Geschichtsfreund. Karl von Deschwanden edierte verschiedene Rechtsquellen Nidwaldens sowie die Eidgenössischen Abschiede 1533–1555. Er hatte im Militär den Rang eines Majors inne, war Präsident des Offiziersvereins Nidwalden. Er war Dr. h.c. der Universität Zürich. Von Deschwanden gilt als bedeutender Erforscher der Nidwaldner Rechtsgeschichte.

1852 heiratete er seine Cousine Carolina von Deschwanden. Das Paar hatte einen Sohn und zwei Töchter: Albert (1855–1882), Ida (1864–1889) und Louise (1869–1900).

Literatur

Einzelnachweise

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