Gertrud Flatow-Drucker, geb. Flatow, (* 23. Mai 1882 in Berlin; † 3. März 1965 in Uppsala/Schweden) war eine deutsche Malerin.

Leben

Gertrud Flatow wurde am 23. Mai 1882 in Berlin als Tochter des Kaufmanns Salomon Adolf Flatow und der Karoline, geborene Derenberg, in eine jüdische Familie geboren. Die Familie wohnte damals in der Charlottenstr. 25/26.

Ihre Ausbildung als Malerin erhielt Gertrud Flatow anfangs bei Ulrich Hübner und George Mosson. Später setzte sie ihre Studien in Paris fort.

Am 16. März 1917 heiratete sie Carl Drucker (1876–1959), einen Leipziger Professor der Chemie. Daraufhin zog sie zu ihrem Ehemann nach Leipzig und arbeitete dort als Malerin. Die Eheleute wohnten zunächst am Floßplatz 36, später in der Haydnstr. 1.

Gertrud Flatow war Mitglied in der Vereinigung freischaffender bildender Künstler Sachsens, Ortsgruppe Leipzig.

1933 wurde Carl Drucker auf Grund seiner jüdischen Herkunft die Lehrberechtigung als Professor an der Universität Leipzig entzogen. Die Eheleute waren Hausdurchsuchungen der SA ausgesetzt. Daraufhin gingen die Eheleute nach Schweden in das Exil und lebten und arbeiteten fortan bis zu ihrem Tod dort.

In einem Brief aus dem schwedischen Exil an seinen Bruder Martin Drucker vom 12. Oktober 1946 schickte Carl Drucker das Foto eines Gemäldes mit, welches ihn selbst zeigt, gemalt von seiner Frau Gertrud. Er schreibt dort an seinen Bruder: „…Du wirst darin wohl noch das Bild erkennen, welches Gertrud im Sommer 1933 oben in ihrem Atelier malte, während unten die SA-Stiefeln trampelten und Heil Hitler gebrüllt wurde…“.

In den Mitteilungen der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft e.V. Heft 1/2021, S. 66 ff. wird das Leben und Wirken von Carl Drucker ausführlich gewürdigt. Dort wird auch Gertrud Flatow-Drucker kurz erwähnt. Auf einem kleinen Foto von der Weihnachtsfeier 1928 am Physikalisch-Chemischen Institut der Universität Leipzig ist sie zu sehen. Ebenso ist in dem Artikel eine kleine Reproduktion des o. g. Gemäldes abgedruckt.

Ausstellungen (Auswahl) 1907 Berlin, 13. Ausstellung der Berliner Secession 1923 Leipzig, Kunstverein, Leipziger Malerinnenausstellung 1932 Leipzig, 2. Große Leipziger Kunstausstellung

Darüber hinaus beteiligte sich die Künstlerin 1936 und 1941 an Ausstellungen im Uplands konstforening (Kunstverein Uplands). Werke von Gertrud Flatow-Drucker befinden sich in Deutschland, Frankreich, England, Schweden und den USA.

Literatur

Einzelnachweise Drucker, Karl In: Leipziger Adressbuch 1917, Teil 1. S. 139: Drucker, Karl, Dr. phil., Professor a.d.Universität Drucker, Karl In: Leipziger Adressbuch 1920, Teil 1. S. 145: Drucker, Karl, Univ. Prof. Drucker-Platow, Gertrud In: Große Leipziger Kunstausstellung 1932, S. 20 StadtAL, Leipziger Kunstverein, Nr. 192, Blatt 22, Einlieferungsliste Flatow, Gertrud In: Katalog der Dreizehnten Ausstellung der Berliner Secession, Berlin 1907, Verlag: Ausstellungshaus am Kurfürstendamm GmbH, S. 16 Sächsisches Staatsarchiv Leipzig, Akte 22381, Nachlass Martin Drucker, Nr. 13.

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