Anemone Latzina (* 17. Februar 1942 in Kronstadt; † 18. November 1993 in Bukarest) war eine rumäniendeutsche Dichterin und Übersetzerin.
Leben Anemone Latzina besuchte das Gymnasium in Kronstadt und studierte anschließend Germanistik an der Universität Bukarest. Nach dem Studium, das sie 1968 abschloss, arbeitete sie als Redakteurin bei der rumänischen Wochenzeitschrift für Außenpolitik Lumea. Ab 1969 war sie Redakteurin bei der deutschsprachigen Literaturzeitschrift Neue Literatur.
Sie war mit dem Film- und Theaterregisseur János Szász verheiratet. Anemone Latzina starb bei einem Straßenbahnunfall.
Literarisches Schaffen Latzina debütierte 1969 mit Gedichten in der deutschsprachigen Tageszeitung Neuer Weg. Ihr erster Gedichtband Was man heute so dichten kann. Gedichte erschien 1971 im Verlag Editura Dacia in Cluj-Napoca.
Werke
Gedichtbände Was man heute so dichten kann. Gedichte. Editura Dacia, Cluj 1971. Tagebuch Tage. Gedichte 1963–1989. Hrsg. von Gerhardt Csejka, mit Zeichnungen von Christine Schlegel. Druckhaus Galrev, Berlin 1992, ISBN 3910161189
Vertonungen Norbert Petri: Kleiner Liederkreis. Auf Verse von Anemone Latzina; rumänische Fassung von Nina Cassian. Editura Muzicală, Bukarest 1975.
Anthologien (Auswahl) Vînt potrivit pînă la tare. Zece tineri poeți germani din România (Wind von mäßig bis stark. Zehn junge deutsche Dichter aus Rumänien). Anthologie und Nachwort von Peter Motzan, ins Rumänische übersetzt von Ioan Muslea, Vorwort von Mircea Iorgulescu. Kriterion-Verlag, Bukarest 1982. Weitere anthologisierte Dichter: Franz Hodjak, Rolf-Frieder Marmont, Johann Lippet, William Totok, Richard Wagner, Rolf Bossert, Hellmut Seiler, Horst Samson, Helmut Britz.
Übersetzungen (Auswahl)
Aus dem Rumänischen Die Wolkentrompete. Rumänische Dichtung der Avantgarde. Übertragen von Anemone Latzina und Heinz Kahlau. Bukarest 1975. Gefährliche Serpentinen. Anthologie mit 305 Gedichten von 114 rumänischen Dichtern. Gellu Naum: Zähne von Worten zermalmt. Kriterion-Verlag, Bukarest 1983. Francisc Păcurariu: Das Labyrinth. Kriterion-Verlag, Bukarest 1983. Mircea Diaconu: Bei uns, wenn der Winter kommt. Illustrationen von R. C. Manea. Ion-Creangă-Verlag, Bukarest 1984.
Aus dem Ungarischen Ádám Bodor: Der dritte ein Mittwoch. In: Neue Literatur. Nr. 3, Bukarest 1970. Sándor Kányádi: Anfangs noch. In: Neue Literatur. Nr. 3, Bukarest 1970. Géza Páskándi: Erste Auferstehung. In: Neue Literatur. Nr. 3, Bukarest 1970.
In der Reihe Neue siebenbürgisch-ungarische Lyrik (Müller-Verlag, Salzburg 1974): Gergely Csiki: An meine alten Freunde. Gizella Hervay: Vor der Explosion; Zeremonie; In der Straßenbahn. Aladár Lászlóffy: Die siebziger Jahre; Krimi; Logik; Rokoko-Großmutter; Feuer, Fahrrad, Katze. Lajos Magyari: Notturno. Géza Páskándi: Gedanken.
Literatur Delia Cotârlea: Schreiben unter der Diktatur: Die Lyrik von Anemone Latzina. Ein monographischer Versuch. Peter Lang Verlagsgruppe, Frankfurt 2008, ISBN 978-3-631-57022-7.
Weblinks Brief von Ernest Wichner an Gregor Laschen über Anemone Latzina (im Internet Archive) Pressetexte über Anemone Latzina bei planet lyrik
Einzelnachweise
Kategorie:Lyrik Kategorie:Übersetzer aus dem Rumänischen Kategorie:Übersetzer aus dem Ungarischen Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Rumäniendeutscher Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Autor Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Gestorben 1993 Kategorie:Frau