Kelmend () ist eine Region in Nordalbanien und eine Verwaltungseinheit der Gemeinde Malësia e Madhe () im Qark Shkodra. Bis zur Verwaltungsreform im Jahr 2015 war Kelmend eine eigene Gemeinde. Die Bevölkerung beträgt 1464 Einwohner (Volkszählung 2023).
Geographie
Lage Kelmend liegt im nördlichsten Teil Albaniens, in einer gebirgigen Region an der Grenze zu Montenegro. Das Gebiet in den Albanischen Alpen umfasst im Wesentlichen drei Täler: die Täler der beiden Quellflüsse des Cem und das Tal von Vermosh am Oberlauf des Lim. Prägend ist insbesondere das tief eingeschnittene Tal des Cem. An verschiedenen Orten verschmälern sich die Täler zu engen Schluchten. links|mini|Bergwelt bei Nikç Die Täler des Kelmend sind von hohen Bergen umgeben, insbesondere an den östlichen und südöstlichen Grenzen. Der höchste Punkt im Kreis ist der Berg Maja e Shënikut (auch Maja e Madhe; ). Weitere bekannte Berge sind der Trojan () sowie Maja e Zhihovës () und Maja e Jezhidalit (), die nördlichsten Punkte Albaniens.Offizielle Karte 1:50'000 des militärischen kartographischen Amtes Albaniens, Blatt K-34-52-A, 1. Auflage 1980.
Der Pass Qafa e Bordolecit () verbindet das Tal des Cem mit Vermosh. Der tiefste Punkt von Kelmend liegt am Grenzübergang Grabom mit , wo der Cem nach Montenegro hineinfließt.Offizielle Karte 1:50'000 des militärischen kartographischen Amtes Albaniens, Blatt K-34-52-C, 2. Auflage 1988.
Durch die Schließung der Grenzen im kommunistischen Albanien war der Kelmend auch seiner einfachsten Zugänge beraubt.
Politische Gliederung Das Dorf Tamara liegt zentral im Tal des Cem und fungierte als Verwaltungszentrum von Kelmend. Die Verwaltungseinheit umfasst mehrere weitere kleine Dörfer und Siedlungen:
Selca – rund sieben Kilometer nordöstlich von Tamara am Oberlauf des Cem Broja – an einem Berghang rund drei Kilometer südlich von Tamara Tamara – Verwaltungszentrum Grabom – im Tal des Cem rund sieben Kilometer südwestlich von Tamara Vukël – im Tal des Cem i Nikçit rund acht Kilometer östlich von Tamara Kozhnja – im Tal des Cem i Nikçit rund vier Kilometer östlich von Tamara Nikç – im Tal des Cem i Nikçit rund zwölf Kilometer östlich von Tamara Lepush – am Qafa e Bordolecit rund 16 Kilometer nordöstlich von Tamara Vermosh – rund 20 Kilometer nordöstlich von Tamara
Geschichte mini|1912 im Kelmend|links
Das Kelmend ist das traditionelle Siedlungsgebiet der Kelmendi. Der Name leitet sich von diesem Stamm ab. Traditionell – bis 1935 – war Selca der Hauptort im Tal.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bekämpften sich im Januar 1945 bei der Brücke von Tamara kommunistische Partisanen und lokale nationalistische Gruppen. Ein Denkmal im Ortszentrum erinnert an die über 100 Opfer des kommunistischen Regimes unter der Bevölkerung von Kelmend. 1966 wurde das Land kollektiviert und eine landwirtschaftliche Genossenschaft eingerichtet. mini|Zufahrtsstraße ins Kelmend im Jahr 1999 Die Region war lange kaum erschlossen. Ans albanische Straßennetz wurde das Cem-Tal erst 1968 angeschlossen. 5000 Jugendliche hatten in anderthalb Jahren eine 65 Kilometer lange Straße bis Vermosh erbaut.
2003 eröffnete ein kleiner Grenzübergang, der Vermosh im Nordosten mit den montenegrinischen Orten Plav und Gusinje verbindet. Seit 2014 ist die SH20 von Han i Hotit bis Tamara asphaltiert. Der Rest der SH20 bis Vermosh wurde in den darauffolgenden Jahren ausgebaut. 2021 wurde der Grenzübergang Grabom eröffnet. Seither ist Kelmend mit der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica verbunden.
Wie alle Bergregionen Albaniens verzeichnet auch der Kelmend eine starke Bevölkerungsabwanderung. Die Volkszählung von 1989 verzeichnete noch 5290 Einwohner, 2001 noch knapp mehr als 4700 Einwohner, 2011 noch 3000 Einwohner. Somit ist die Einwohnerzahl in 34 Jahren um fast drei Viertel zurückgegangen. Im 21. Jahrhundert ist vor allem der Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Albanien Kategorie:Ort in Albanien Kategorie:Region Albaniens Kategorie:Malësia e Madhe (Gemeinde)