hochkant|mini|Ali Abdollahi Aliabadi (2018) Ali Abdollahi Aliabadi (; * 1959 in Aliabad, Verwaltungsbezirk Rudbar) ist ein hochrangiger iranischer Befehlshaber.

Leben Er begann in den „Revolutionskomitees“ nach der Revolution von 1979, bevor er im Mai 1979 zur neu gegründeten Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) wechselte. Ihm wird eine führende Rolle bei der Unterdrückung kurdischer Bürger in der Provinz Kurdistan zugeschrieben. Aliabadi war Polizeichef und diente als Kommandeur der IRGC in Sarpol-e Sahab während des Iran-Irak-Krieges.

Er war Mitglied der sogenannten „Todeskommission“ in Rascht. Zum Zeitpunkt der Massenhinrichtungen politischer Gefangener im Jahr 1988 war er dort Leiter des Marinegefängnisses. Die dortige Todeskommission bestand laut Augenzeugenberichten aus dem örtlichen Staatsanwalt, einem Vertreter des Geheimdienstministeriums und Aliabadi als Gefängnisdirektor. Verschiedenen Zeugenaussagen zufolge waren im Marinegefängnis etwa 120 Gefangene inhaftiert. Nur zwei dieser Gefangenen sollen die Massenhinrichtungen überlebt haben. Aliabadi wurde eine Schlüsselrolle bei der Durchführung der Hinrichtungen an den politischen Gefangenen in diesem Gefängnis zugeschrieben. Zu diesem Zeitpunkt war er ein Brigadegeneral. Von 1991 bis 1997 war er Leiter der Inspektionsabteilung der IRGC.

Aliabadi schied im Juni 2014 aus seinem Amt als Vize-Innenminister für Sicherheitsangelegenheiten aus. Er wurde in dieser Position von Hossein Zolfaghari (dem ehemaligen Kommandeur der Grenztruppen) abgelöst. Der damalige Innenminister Abdolreza Rahmani Fazli vollzog mit diesem Wechsel einen größeren Umstrukturierungsprozess innerhalb des Ministeriums. Abdollahi hatte diesen Posten über mehrere Jahre inne: er wurde bereits unter der Regierung Ahmadineschad ernannt und blieb zunächst auch unter Hassan Rohani im Amt. Nach seinem Ausscheiden aus dem Innenministerium übernahm er wieder verstärkt Aufgaben innerhalb der Streitkräfte.

Aliabadi war stellvertretenden Koordinator des Generalstabs der Streitkräfte und spielte in dieser Zeit eine aktive Rolle in der militärischen Kommunikation mit regionalen Partnern, z. B. bei Gesprächen mit dem Oman oder anderen Anrainerstaaten am Persischen Golf. Zudem war er maßgeblich an der Aufsicht über die Verteidigungsforschung und industrielle Entwicklung beteiligt. Dies umfasst die Koordination zwischen dem Verteidigungsministerium und den verschiedenen Zweigen der Streitkräfte zur Modernisierung der Raketen- und Drohnentechnologie. Um 2019/2020 war er Teil des Gremiums im Generalstab, das die iranischen Reaktionen auf US-Sanktionen und militärische Bewegungen im Persischen Golf plante. Er war auch eine Schlüsselfigur für die logistische Unterstützung der iranischen Stellvertreterkräfte in der Region, da er die Ressourcenverteilung zwischen der regulären Armee und der IRGC im Generalstab koordinierte.

Am 4. September 2025 wurde er Befehlshaber der Khatam al-Anbiya-Hauptverwaltung und ersetzte damit zwei hochrangige Kommandeure, die kurz zuvor im Sommer bei israelischen Luftschlägen getötet wurden: Gholamali Rashid und dessen kurzzeitigen Nachfolger Ali Schadmani. In dieser Position überwacht er die Koordinierung zwischen dem Korps der IRGC und der iranischen Armee. Er ist für die Planung, Koordinierung und Beaufsichtigung aller iranischen Militäroperationen verantwortlich, an denen verschiedene Teile der Streitkräfte (Polizei, IRGC und Armee) beteiligt sind und trägt den Titel Sardar (ein hoher Offizierstitel innerhalb des Korps der IRGC). Im Zuge seiner Ernennung in dieses Amt wurde er in den Rang eines Generalmajors befördert. Bei seinem Amtsantritt erklärte er, die Streitkräfte seien „bereiter denn je“, gegen Israel zu kämpfen, und die iranische Bevölkerung müsse sich keine Sorgen um die Zukunft machen.

Sanktionen Aliabadi wurde bereits am 10. Januar 2020 von den USA im Rahmen von Sanktionen gegen den iranischen Metallsektor und hochrangige Regimevertreter gelistet.

In Frankreich wird er im nationalen Register für das Einfrieren von Vermögenswerten geführt. In Monaco unterliegt er auch dort Finanzsanktionen (Einfrieren von Geldern). In Taiwan wird er auf der Liste für Exportbeschränkungen für strategische High-Tech-Güter geführt, da Bedenken hinsichtlich militärischer Endnutzung bestehen. Er wird offiziell als PEP (Politisch exponierte Person) klassifiziert.

Aliabadi wird für schwere Menschenrechtsverletzungen im Iran verantwortlich gemacht. Unter seiner Führung der Khatam al-Anbiya-Hauptverwaltung wird den iranischen Streitkräften vorgeworfen, Iraner verhaftet, geschlagen, gefoltert und getötet zu haben. Die Hauptverwaltung spiele eine wichtige Rolle bei der Durchführung von großflächigem harten Vorgehen und der Unterdrückung unter Anwendung übermäßiger Gewalt. Am 29. Januar 2026 wurde er in die Liste der Personen aufgenommen, gegen die Sanktionen der EU verhängt wurden.

Politische Positionen

USA Er bezeichnete die Vereinigten Staaten als den „Großen Satan“ und als Beispiel für „Arroganz“. Er warf den USA vor, dass ihre nationale Sicherheit von der Schaffung von Krisen, Kriegen und Sanktionen abhänge.

Ukraine-Krieg Er bezeichnete den Krieg in der Ukraine als Produkt von „Betrug und Arglist“ der USA und deren Beharren auf Unilateralismus. Er rechtfertigte das russische Vorgehen als notwendige Reaktion auf die „Expansion der NATO“ in die Sicherheitszone der Russischen Föderation.

Westen Er bezeichnete das Verhalten des Westens in den Atomverhandlungen als „unersättlich“ und verglich die Dominanzbestrebungen des Westens mit einer „Krankheit“. Als „Heilmittel“ für diese globale Instabilität schlug er die Rückkehr zu „göttlichen Anweisungen“ und islamischen Lehren vor.

Regionale Strategie Er betonte die Zusammenarbeit Irans mit anderen Mächten (wie Russland), um US-Projekte wie die Unterstützung Israels („Zionistische Besatzung“) oder die Steuerung des IS zu behindern.

Jemen Er forderte den Rückzug „ausländischer Söldner“ aus dem Jemen und eine inner-jemenitische Lösung. Er verlangte von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten die formale Anerkennung der Rechte des jemenitischen Volkes.

Selbstverständnis & Bezug zu Soleimani Er bezeichnete sich explizit als Weggefährte des getöteten Generals Qasem Soleimani und schwor, dessen Weg im Kampf gegen „Terrorismus und Arroganz“ fortzusetzen. Er definierte die iranische Verteidigungsdoktrin als „aktive Abschreckung“.

Forderungen an andere Akteure Er forderte die Taliban in Afghanistan auf, eine inklusive Regierung unter Beteiligung aller ethnischen und religiösen Gruppen zu bilden. Er verlangte ein Ende der „80-jährigen Besatzung“ Palästinas und die Rückkehr der Flüchtlinge.

Privatleben Aliabadi wird als Muslim geführt.

Posten und Ämter (Quelle: ) Militärische Posten Kommandeur der 16. Qods-Division von Gilan (IRGC) Stabschef der IRGC-Bodentruppen Stellvertretender Kommandeur der IRGC-Luftwaffe Stellvertretender Koordinator sowie stellvertretender und amtierender Kommandeur der Strafverfolgungskräfte (Polizei/LEF)

Zivile & Politische Ämter Ehemaliger Gouverneur der Provinzen Semnan und Gilan Stellvertretender Innenminister für Sicherheit und Strafverfolgung Stellvertreter für Logistik, Unterstützung und industrielle Forschung im Generalstab der Streitkräfte Stellvertretender Koordinator des Generalstabs der Streitkräfte

Weblinks

Einzelnachweise

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