Grayia ist eine Schlangengattung, die im tropischen Afrika vorkommt. Das Verbreitungsgebiet reicht vom Senegal im Westen bis in den Westen von Äthiopien und Kenia und nach Süden bis in das südliche Kongobecken. Die Gattung ist bisher nur wenig bekannt und ungenügend erforscht worden.

Merkmale Grayia-Arten sind relativ große Schlangen, die eine Gesamtlänge von 1,2 bis 2,5 Meter erreichen können. Der Schwanz ist mittellang bis lang. Die Schuppen sind glatt, ohne Gruben an ihrer Spitze. Auf dem Rücken verlaufen 15 bis 19 gerade Schuppenreihen, die Reihe unmittelbar über der Wirbelsäulenreihe ist nicht verbreitert. Subokularschuppen (Schuppen unterhalb der Augen) fehlen, eine Lorealschuppe (Schuppe zwischen Auge und Nasenloch) sowie zwei Paare Kinnschilde sind vorhanden. Entlang der Oberkieferkante verlaufen 7 bis 10 Oberlippenschilde. Auf der Unterseite des Schwanzes befinden sich 65 bis 162 geteilte Subcaudalia. Die Pupillen sind rund. Die Zähne auf der Maxillare sind homogen und unspezialisiert. Auf dem Rücken zeigen Grayia-Arten ein gebändertes oder gestreiftes Muster.

Lebensweise Grayia-Arten sind tag- bis dämmerungsaktiv und leben überwiegend aquatisch. Sie sind relativ häufig und man findet sie in Seen, Flüssen und Bächen und oft auch in dichter Ufervegetation oder auf Ästen über den Gewässern. In den Mägen verschiedener genauer untersuchter Exemplare fand man Buntbarsche, Welse, Frösche, Garnelen, Heuschrecken und kleine Nagetiere. Die Schlangen sind eierlegend.

Systematik Die Gattung Grayia wurde 1858 durch den deutschen Zoologen Albert Günther eingeführt und zu Ehren des britischen Zoologen John Edward Gray benannt. Die Gattung wird allgemein in die Familie der Nattern (Colubridae) gestellt. Im Jahr 2007 wurde für die Gattung die monotypische Unterfamilie Grayiinae innerhalb der Colubridae aufgestellt. Einige Wissenschaftler stellen die Gattung Grayia inzwischen jedoch in eine eigenständige Familie, die Grayiidae.

Arten mini|Grayia ornata Zur Gattung Grayia gehören fünf Arten in zwei Untergattungen: Untergattung Grayia Günther, 1858 Grayia obscura Chaney, Greenbaum & Pauwels, 2024 Grayia ornata (Bocage, 1866) Grayia smithii (Leach, 1818) Untergattung Xenurophis Günther, 1863 Grayia caesar (Günther, 1863) Grayia tholloni Mocquard, 1897

Einzelnachweise Frank T. Burbrink, Felipe G. Grazziotin et al: Interrogating genomic-scale data for Squamata (lizards, snakes, and amphisbaenians) shows no support for key traditional morphological relationships. In: Syst. Biol. Band 69, Nr. 3, 2020, S. 502–520, doi:10.1093/sysbio/syz062 Teslin Chaney, Olivier S. G. Pauwels, Zoltán T. Nagy, Václav Gvoždík, Chifundera Kusamba, Gabriel Badjedjea, Franck M. Masudi, Jeannot B. Akuboy, Raffael Ernst, Jean-François Trape, Laurent Chirio, Werner Conradie, Chad Keates, Van Wallach, Ange-Ghislain Zassi-Boulou, Eugene R. Vaughan, Eli Greenbaum: Phylogenetics and Integrative Taxonomy of African Water Snakes (Squamata: Colubridae: Grayia). Herpetological Monographs, 38(1):1-52 (2024). doi: 10.1655/HERPMONOGRAPHS-D-23-00002.1 Albert Günther (1858): Catalogue of the Colubrine Snakes in the Collection of the British Museum. London: Trustees of the British Museum. (Taylor and Francis, printers). xvi + 281 pp. Vidal N., Delmas A.S., David P., Cruaud C., Couloux A. & Hedges S.B. (2007): The phylogeny and classication of caenophidian snakes inferred from seven nuclear protein-coding genes. Comptes Rendus Biologies 330 (2): 182–187. doi: 10.1016/j.crvi.2006.10.001 Hussam Zaher, Robert W. Murphy, Juan Camilo Arredondo, Roberta Graboski, Paulo Roberto Machado-Filho, Kristin Mahlow, Giovanna G. Montingelli, Ana Bottallo Quadros, Nikolai L. Orlov, Mark Wilkinson, Ya-Ping Zhang, Felipe G. Grazziotin (2019): Large-scale molecular phylogeny, morphology, divergence-time estimation, and the fossil record of advanced caenophidian snakes (Squamata: Serpentes). PLOS ONE, Mai 10, 2019. doi: 10.1371/journal.pone.0216148

Kategorie:Nattern Kategorie:Colubridae