Sascha Flatz (* 1978 in Saarlouis, Deutschland) ist ein österreichischer Rechtsanwalt und Strafverteidiger mit Kanzlesitz in Wien. Öffentliche Bekanntheit erlangte er durch die Vertretung in medial beachteten Strafverfahren und durch juristische Kurzvideos in sozialen Netzwerken, aufgrund derer ihn Medien als „TikTok-Anwalt“ bezeichneten. alternativtext=Sascha Flatz|mini|Rechtsanwalt Mag. Sascha Flatz, 2025

Leben und Ausbildung Flatz wuchs im Saarland auf. Er absolvierte zunächst eine Lehre als Koch- und Restaurantfachmann und anschließend eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Die Matura holte er auf dem zweiten Bildungsweg nach; anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Das Studium schloss er 2008 als Magister der Rechtswissenschaften ab.

Anwaltliche Tätigkeit

Seit 2014 führt Flatz eine eigene Rechtsanwaltskanzlei in Wien. Zu seinen Tätigkeitsgebieten gehören Strafrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Arzthaftungs- und Patientenrecht sowie Ehe- und Familienrecht. Er ist Mitglied der Vereinigung Österreichischer StrafverteidigerInnen.

Öffentlich bekannte Mandate

Im Jahr 2022 verteidigte Flatz einen Kontaktmann des Täters des Wiener Terroranschlags von 2020 in einem Verfahren wegen terroristischer Vereinigung und krimineller Organisation. Der Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten verurteilt.

Im sogenannten Hundebox-Fall verteidigte Flatz 2024 vor dem Landesgericht Krems die Zweitangeklagte, der eine Beteiligung an der Misshandlung eines zwölfjährigen Kindes vorgeworfen wurde. Sie wurde erstinstanzlich zu 14 Jahren Freiheitsstrafe und zur Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum verurteilt. Flatz meldete gegen das Urteil Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Das Oberlandesgericht Wien bestätigte im September 2024 die Strafe.

Im Jahr 2025 vertrat Flatz den ehemaligen Vösendorfer Bürgermeister Hannes Koza in einem Verfahren wegen Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung und falscher Beweisaussage. Koza wurde rechtskräftig zu neun Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt.

Als Privatbeteiligtenvertreter vertrat Flatz ein Mädchen in einem 2025 vor dem Wiener Landesgericht geführten Verfahren gegen zehn Jugendliche und junge Erwachsene wegen des Vorwurfs sexueller Handlungen. Nach den Freisprüchen sprach er sich öffentlich für ein Rechtsmittelrecht von Opfern aus.

Medienpräsenz

Flatz veröffentlicht unter dem Namen „rechtsanwalt_flatz“ Kurzvideos zu strafrechtlichen und alltagsbezogenen Rechtsfragen. Die Kronen Zeitung porträtierte ihn 2023 als „TikTok-Anwalt“ und berichtete, sein reichweitenstärkstes Video habe bis dahin 650.000 Aufrufe erzielt. Für die Kronen Zeitung wirkt Flatz außerdem am Format „Recht einfach“ mit, in dem rechtliche Fragen allgemein verständlich erläutert werden.

Weblinks

Website der Rechtsanwaltskanzlei Flatz

Einzelnachweise

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