mini|Gliederung der Bauchregionen. Zwischen Regio hypochondriaca dextra und Regio hypochondriaca sinistra befindet sich die Regio epigasticaVgl. Detlef Kießling, Sabine Stannat: Anatomie am Lebenden (= Exa-Med. Band 4b). Verlag Jungjohann, Heidelberg 1981, ISBN 3-88454-104-8, S. 91. Die Regio hypochondriaca ist eine beidseits ausgebildete Region des Oberbauches (Regio abdominalis superior, in der Tieranatomie Regio abdominalis cranialis). Andere Bezeichnungen beim Menschen sind HypochondriumPeter Reuter: Springer Klinisches Wörterbuch 2007/2008. Springer-Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 1580. sowie Regio hypochondri(a)ca dextra et sinistra (Pariser Nomina Anatomica und Basler Nomina Anatomica) sowie Pars lateralis regionis abdominis cranialis (Jenaer Nomina Anatomica).Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Verlag Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung 1966–1977, 5. Ordner (Mem–Rz), München/Berlin/Wien 1973, ISBN 3-541-84005-6, S. R 56.

Beide Regionen zusammen (also rechts und links) heißen im Plural im Lateinischen Regiones hypochondriacae und auf Deutsch die Weichen (gemeint sind die weichen Seitenteile des Unterleibs, siehe Lende und Flanke).Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. 3. Auflage, Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 506. Digitalisat der Ausgabe von 1844, Internet Archive.

Einteilung Man unterscheidet eine rechte (Regio hypochondriaca dextra) und eine linke (Regio hypochondriaca sinistra) Regio hypochondrixa. Die obere (bei vierfüßigen Tieren entsprechend die vordere) und die seitliche Grenze bildet der Rippenbogen. Zur Mitte hin grenzen beide Regiones hypochondriacae an die Regio epigastrica (in der Tieranatomie Regio xiphoidea), als Grenze ist der Seitenrand des Musculus rectus abdominis definiert. Nach unten beziehungsweise nach hinten grenzt die Regio hypochondriaca an die jeweilige Flankengegend (Regio lateralis). Die Grenze bildet eine gedachte Linie zwischen den letzten Rippen.

Definitionen Abweichend von der nebenstehenden (historischen) Abbildung wird das Hypochondrium nach anderer Ansicht (beim stehenden Menschen) oben und nicht unten von den Rippenknorpeln begrenzt.Herbert Volkmann (Hrsg.): Kurt Hoffmann (Bearbeitung): Walter Guttmann: Medizinische Terminologie. 35. Auflage. Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Berlin 1951, Spalte 456. So auch der aktuelle Medizin-Duden: „Regio hypochondriaca: seitlicher Bezirk des Unterleibs unterhalb der Rippenknorpel“,Medizin-Duden: Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke. 10. Auflage, Dudenverlag, Bibliographisches Institut, Berlin 2021, ISBN 978-3-411-04837-3, S. 697. der aber auch (beim liegenden Menschen) dem Gegenteil zustimmt („hypochondriacus: unter den Rippenknorpeln liegend“).Medizin-Duden: Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke. 10. Auflage, Dudenverlag, Bibliographisches Institut, Berlin 2021, ISBN 978-3-411-04837-3, S. 389.

Das Wörterbuch der Medizin definiert das Hypochondrium als „Regio hypochondriaca: seitlich unter dem Rippenbogen (Arcus costalis) liegender Teil des Oberbauchs.“Maxim Zetkin, Herbert Schaldach: Lexikon der Medizin, 16. Auflage, Ullstein Medical, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-86126-126-1, S. 915. Die Brockhaus-Enzyklopädie erklärt das altgriechische Adjektiv „hypochondriakós [als leidend an] Unterleib oder den Eingeweiden.“Brockhaus Enzyklopädie, 19. Auflage, Verlag F. A. Brockhaus, Mannheim 1989, 10. Band, ISBN 3-7653-1110-3, S. 349.

Etymologie Die altgriechische Bezeichnung Hypochondrium kommt (ebenso wie die Hypochondrie) von (mit ὑπο hypo = unter sowie chondros ‚Knorpel‘) für den „Bereich unter den Rippen“. Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 251. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin / New York 1972, ISBN 3-11-003657-6, S. 536. Wörtlich also: (das Gebiet, von lateinisch regio = Gebiet) unter den Rippenknorpeln oder die untere Rippenknorpelgegend.Otto Roth: Klinische Terminologie. Bearbeitet von Karl Doll und Hermann Doll, Verlag von Georg Thieme, 10. Auflage, Leipzig 1925, S. 235. Nach Rudolf Arndt bedeutet das altgriechische Wort ὑποχόνδριον hypochóndrion dagegen soviel wie Unterleib.Albert Eulenburg (Hrsg.): Real-Encyclopädie der gesammten Heilkunde. 2. Auflage, 10. Band, Verlag Urban & Schwarzenberg, Wien / Leipzig 1887, Stichwort Hypochondrie, Hypochondriasis von Rudolf Arndt, S. 124–142. 1866 erklärte der Brockhaus die „Hypochóndria [als] Unterleib, die Unterrippengegend.“Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände – Conversations-Lexikon. 11. Auflage, 8. Band, F. A. Brockhaus-Verlag, Leipzig 1866, S. 192.

Literatur Walther Graumann, Dieter Sasse: CompactLehrbuch Anatomie. Band 3. Schattauer Verlag, Stuttgart / New York 2004, ISBN 978-3-7945-2063-3, S. 138. Horst Erich König, Hans-Georg Liebich (Hrsg.): Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. 4. Auflage, Schattauer Verlag, Stuttgart / New York 2009, ISBN 978-3-7945-2650-5, S. 677.

Einzelnachweise

Kategorie:Anatomie des Rumpfes Kategorie:Körperregion