mini|hochkant|Wappen derer von Destouches mini|hochkant|Joseph Anton von Destouches(* 1767; † 1832) mini|hochkant|Franz Seraph Destouches(* 1772; † 1844) mini|hochkant|Ulrich von Destouches(* 1802; † 1863) mini|hochkant|Ernst von Destouches(* 1843; † 1916) Destouches ist der Name eines bayerischen Briefadelsgeschlechts. Die Familie stammte ursprünglich aus dem Königreich Frankreich und gelangte Anfang des 18. Jahrhunderts in das Kurfürstentum Bayern. Das Adelsgeschlecht erlosch zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Mannesstamm.

Geschichte Herkunft Nach dem Armorial général de France erscheint die Familie bereits im Jahre 1229 erstmals urkundlich, mit Johannes und Raimbould des Touches als Lehnsmannen des Bischofs von Chartres. Das Genealogische Taschenbuch der Adeligen Häuser, 7. Jahrgang 1882, erwähnt, das der französische Lustspieldichter Philippe Néricault Destouches ebenfalls zur Familie gehörte.Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 7. Jahrgang, Buschak & Irrgang, Brünn 1882, Seite 97–98. Er war Mitglied der Académie française und ein einflussreicher Diplomat.

Ein Zweig der Familie ließ sich im Königreich der Niederlande nieder. Aus dieser Linie kam Claudius Destouches († 23. September 1741 in Giesing), mit dem das Geschlecht Anfang des 18. Jahrhunderts in das Kurfürstentum Bayern gelangte. Er stand als Kammerdiener in Diensten der Kurfürsten Maximilian II. Emanuel und Karl Albrecht. Am 7. Juni 1724 heiratete Claudius Destouches in München Maria Anna (* 19. Oktober 1696; † 29. Dezember 1782), eine Tochter des kurbayerischen Gegenschreibers aus Altötting Franz Kern.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser. 1. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1907, Seite 131.

Ausbreitung und Persönlichkeiten Joseph Anton Claudius Destouches (* 12. September 1720), ein Sohn von Claudius Destouches, wurde Dichter und Schriftsteller. Er starb am 7. April 1797 in München als kurbayerischer Hofkammerrat und Fiskal. Aus seiner am 14. Oktober 1765 geschlossenen Ehe mit Maria Anna Sabina Abel (* 22. Mai 1763; † 3. Januar 1789) gingen unter anderem die beiden Brüder Joseph Anton und Franz Seraph hervor.

Franz Seraph Destouches wurde ein bedeutender Musiker und Komponist. Sein älterer Bruder Joseph Anton von Destouches studierte Rechtswissenschaften und war ab 1817 Kronfiskal. Ein Jahr später wurde er Regierungsrat in München. Auf Grund seiner Mitgliedschaft im Inneren Rat der Stadt München erhielt er am 23. April 1787 nach eigener Fürbitte ein Privileg von Kurfürst Karl Theodor von Bayern, das ihn zum Angehörigen des Münchener Patriziats ernannte. Das aufwendig gestaltete Diplom mit Pergamentseiten in Samteinband und einem großen Wachssiegel in einer Metallkapsel führt als Begründung an: daß allhier in München Stadt-Gebrauch sey, daß die angestelten innere Räthe entweders geadelt seyn, oder wenigsten um einen solchen Caractère sich bewerben sollen, der den geadelten allerdings gleich kömt. Allerdings war eine Nobilitierung mit der Verleihung des Diploms nicht verbunden, spätere Gesuche von Joseph Anton zur Aufnahme in den Adelsstand wurden abschlägig beurteilt. Gleichwohl führten er und seine Nachkommen seither das Adelsprädikat von in ihren Namen.Michael Stephan: Das Münchner Patriziat im Wandel vom Bürgertum zum Adel. Vortrag von 2019 in Katholische Akademie in Bayern.Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. 1. Band: Anhalt bis Bayern. C.A. Starcke, Görlitz 1880, Seite 175a.

Ulrich von Destouches, ein Sohn von Joseph Anton aus dessen 1794 geschlossener Ehe mit Walburga († 3. September 1827), Tochter des kurpfalzbayerischen Hauptmanns und Quartiermeisters Franz Jakob von Rauchenstein, wurde zunächst Redaktionsleiter des Münchener Tageblatts. Später übernahm er die Leitung der Münchner Stadtchronik. Die Chronik, nach mittelalterlichem Vorbild, wurde rückwirkend ab 1818 rekonstruiert, dem Jahr, in dem die Verfassung des Königreichs Bayern in Kraft trat. Bis zu seinem Tod 1863 erschienen 38 Jahrgänge in 17 Bänden. Er schrieb außerdem zahlreiche Volksstücke und Schauspiele, die in den Münchner Vorstadttheatern aufgeführt wurden und die beim Publikum sehr beliebt waren. Ulrich von Destouches heiratete 1842 Amalie Schneider (* 27. Mai 1813; † 3. September 1854) und nach dem Tod seiner Frau in zweiter Ehe 1857 Marie von Hagn (* 5. Oktober 1816; † 25. April 1866).

Aus seiner ersten Ehe ging der Sohn Ernst von Destouches hervor, die zweite Ehe blieb kinderlos. Ernst studierte Rechtswissenschaften und übernahm nach dem Tod des Vaters die Weiterführung der Münchener Stadtchronik. Am 24. Januar 1868 erhielt er eine königlich bayerische Anerkennung des Adelsstandes, auf Grund der Aufnahme seines Großvaters Joseph Anton in das Patriziat der Stadt München.Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. 1. Band: Anhalt bis Bayern. C.A. Starcke, Görlitz 1880, Seite 277. Die Immatrikulation bei der Adelsklasse im Adelsbuch des Königreiches Bayern erfolgt einen Tag später.Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. 1. Band: Anhalt bis Bayern. C.A. Starcke, Görlitz 1880, Seite 467. 1876 wurde er zum Sekretär im Geheimen Haus-Staatsarchiv ernannt und 1887 zum königlichen Rat. Er war Mitbegründer das Städtischen Historischen Museums München. Mit seinem Tod am 24. April 1916 erlosch der Mannesstamm der Familie.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser. 11. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1917, Seite 181. Er heiratete am 2. August 1868 Juliana Franziska Katharina Büttgen, ihre gemeinsame Tochter war die Malerin und Dichterin Johanna von Destouches.

Wappen Das Wappen zeigt in Gold einen erniedrigten, mit einem silbernen Stern belegten, blauen Sparren. Auf dem Helm mit rechts blau-goldenen und links blau-silbernen Helmdecken, der silberne Stern zwischen einem offenen schwarzen Flug.

Namensträger Joseph Anton von Destouches (* 1767; † 1832), Dramatiker und Staatsbeamter Franz Seraph Destouches (* 1772; † 1844), Musiker und Komponist Ulrich von Destouches (* 1802; † 1863), Journalist, Historiker und Bibliothekar Ernst von Destouches (* 1843; † 1916), Archivar und Autor Johanna von Destouches (* 1869; † 1956), Malerin und Dichterin

Siehe auch Liste deutscher Adelsgeschlechter/D Liste bayerischer Adelsgeschlechter

Literatur

Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. 1. Band: Anhalt bis Bayern. C.A. Starcke, Görlitz 1880, Seite 175a, 277, 467. Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 7. Jahrgang, Buschak & Irrgang, Brünn 1882, Seite 97–98, (Digitalisat.) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser. 1. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1907, Seite 131, (Digitalisat.) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser. 11. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1917, Seite 181, (Digitalisat.)

Weblinks Michael Stephan: Das Münchner Patriziat im Wandel vom Bürgertum zum Adel. Vortrag von 2019 in Katholische Akademie in Bayern.

Einzelnachweise

Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Bayerisches Adelsgeschlecht