Alexander Gustav von der Lieppen, eigentlich Alexander Gustav von Liepe(n), (geb. 1737 in Berlin; gest. 3. August 1797 in Blankenfelde) war ein preußischer Landrat und Feuersozietätsdirektor.
Herkunft Alexander Gustav von der Lieppen, zumeist von Liepe(n), war ein Sohn des Ernst Ludwig von Lieppen (* 5. Juni 1691 in Blankenfelde; † 12. Mai 1748), Erbherr auf Blankenfelde und dem benachbarten Glasow, bei Berlin. Seine Mutter war Christina Elisabeth von Schlabrendorff.Walter von Leers (Hrsg.): Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. Selbstverlag des Vereins der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., P. Riemann-Ludwigslust, Brandenburg a. H. 1913, S. 5. Der Vater war einst einer der ersten ZöglingeJoachim David Arnold: Kurze Geschichte der Ritter-Academie zu Dom-Brandenburg, in dem ersten Jahrhunderte, vom 4. August, 1704-1805. Leich’schen Buchdruckerei, Brandenburg a. H. 1805, S. 99. der eigens für den märkischen Landadel gegründeten Ritterakademie Brandenburg. Seine Familie hatte im späten Mittelalter einen hohe Bekanntheit in Brandenburg-Preußen, zumindest im Großraum von BerlinVgl. Peter Mallé: Der Bär. Illustrirte Berliner Wochenschrift. Eine Chronik für’s Haus. XI. Jahrgang, Nr. 33, Verlag G. Paetel, Berlin 1885, S. 489.Daheim. Ein deutsches Familienblatt mit Illustrationen. XXVI. Jahrgang-1890, №. 5, Eigenverlag, Velhagen & Klasing, Bielefeld, 2. November 1889/1890, S. 78. und zählte einst zu den besten JunkernW. Schall: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison u. Garnisonsgemeinde Spandau. Verlag Hermann Oesterwitz, Berlin-Spandau 1888, S. 89.Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2, Ludwig Rauh, Berlin, Leipzig 1856, S. 35. aus dem Teltow.
Leben mini|Der Teltowische Kreis 1788. Alexander Gustav immatrikulierte sich nach seiner Gymnasiumszeit im Oktober 1755 an der Universität Frankfurt (Oder). Nach Ende seines Studiums nahm er ab 1760 die Bewirtschaftung des väterlichen Guts auf. Zu Beginn des Jahres 1770 wurde er von den Ständen zum Nachfolger von Johann Otto von WilmersdorfLand-Rath / Von den Wahlen der Land-Räthe, In: Johann Georg Krünitz: Oekonomische-technologische Encyklopädie, oder allgemeines System der Stats-Stadt-Haus- und Land-Wirthschaft. Band (Theil) 61, Verlag Buchhandlung Pauli, Berlin 1793, S. 486 f. als Landrat (damals Land-Rath) des Teltowischen Kreises gewählt. Nachdem er am 23. Juni 1770 in Anwesenheit des Ministers von Friedrich Wilhelm von Derschau das Große Examen abgelegt hatte, wurde er am 16. Juli 1770 zum Landrat bestallt. Nach 20-jähriger Amtszeit bat er im Oktober 1790 um seinen Abschied vom Posten als Landrat, die Dimmissionierung erfolgte am 17. November 1790.
Ihm im Amt folgte Wilhelm von Hake. Im Anschluss war er noch als Feuersozietätsdirektor im Landkreis Teltow tätig.
Persönliches mini|Dorfkirche Blankenfelde mit Westturm. Nach 1740 d. d. d. Gutsherrn saniert. Alexander Gustav von der Lieppen saß auf Blankenfelde und war mit der Tochter des Rittmeisters Joachim Ernst von Otterstedt auf Brusendorf-Mittenwalde, verheiratet. Kurzzeitig gelang er nach Ernst Fidicin in das Erbe des dortigen Gutes und verkaufte es weiter an Herrn Bogislaw von Preuß.Derselbe: Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg. Band 1: I. Kreis Teltow. Verlag J. Guttentag, Berlin 1857, S. 72. Nach seinem Tod veräußerte die Witwe das eigene, verschuldete, Gut Stücken bei Beelitz im späteren Landkreis Zauch-Belzig im Wert von 54.000 Talern. Die Familie von Liepe(n) starb nach älteren historischen Kenntnissen mit ihm genealogisch aus.E. H. Kneschke (Hrsg.): NaDt.A-L. Band 5, Verlag Friedrich Voigt, Leipzig 1864, S. 528. Das Gut Blankenfelde erwarb zunächst die aufsteigende nobilitierte Familie von Eckardstein, dann bald die Familie von Haeseler.Vgl. Blankenfelde. In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst begl. Text. Band 1, Selbstverlag, Berlin 1857, Blatt 6.
Literatur Landrat Alexander Gustav von Lieppen, In: Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85; K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 575. Alexander Gustav von Liepe(n), In: Udo Geiseler, Christiane Salge: Blankenfelde. In: Peter-Michael Hahn, Hellmut Lorenz (Hrsg.): Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Band 1, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 86–87. Alexander Gustav von Liepe(n), In: Udo Geiseler, Christiane Salge: Blankenfelde. In: Peter-Michael Hahn, Hellmut Lorenz (Hrsg.): Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Band 2, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 38–40.
Einzelnachweise
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