Emma Valeska Nachtigal (geboren 20. Januar 1875 in Stuttgart; gestorben 6. Oktober 1969 ebenda) war eine deutsche Malerin und Grafikerin.

Leben Emma Nachtigal war die Tochter eines Militärarztes. Sie nahm zunächst ab 1893 Privatunterricht bei Friedrich von Keller. Obwohl sie schon längst als freischaffende Künstlerin tätig war, hospitierte sie wie andere ältere Kolleginnen aus dem Württembergischen Malerinnenverein (WMV) von 1910 bis ca. 1913 in der Damenmalklasse an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Adolf Hölzel. Bei Heine Rath erlernte sie zeitgleich die Technik des Farbholzschnitts.

Von 1905 bis 1945 war Nachtigal Mitglied im WMV. Da die Teilnahme an den Aktzeichenkursen an der Akademie den Frauen verwehrt war, organisierte der WMV Aktzeichenkurse für seine Künstlerinnen, die ab 1893 von Rudolf Yelin dem Älteren geleitet wurden. Ab 1900 fanden diese Kurse im Königlich Württembergischen Landesgewerbemuseum (heute: Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg) statt. Nach Yelins Ausscheiden übernahm Nachtigal kurzzeitig die Leitung der Kurse, bis 1904 der Genre- und Landschaftsmaler Leo Bauer eintrat. Von 1912 bis 1914 leitete Nachtigal erneut die Aktzeichenkurse des Vereins, bis die Landschaftsmalerin Helene Hamm und ab 1915 der Bildhauer Rudolf Stocker übernahmen. Nachtigal war langjähriges Vorstandsmitglied des WMV, trat aber 1933 mit dem übrigen Vorstand zurück und war an den Neuwahlen zum Vorstand nicht mehr beteiligt.

Nachtigal war 1913 Gründungsmitglied des Verbandes bildender Künstler Württembergs (VBKW) und 20 Jahre lang dessen Schriftführerin. Sie war zudem Mitglied im Württembergischen Kunstverein Stuttgart (WKV) und dort Mitglied in der Jury. In der Zeit des Nationalsozialismus war sie obligatorisch Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Auch im Stuttgarter Künstlerbund war sie Mitglied.

Ausstellungen (Auswahl) Nachtigal beteiligte sich an folgenden Gruppenausstellungen: 1910, 1912, 1914: Ausstellungen im Atelierhaus des WMV, Stuttgart. 1913, 1920: Württembergischer Kunstverein, Stuttgart. 1914: Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik (BuGra), Leipzig. 1915: Ausstellung zu Gunsten württembergischer Künstler, Stuttgart. 1920: Frauenkunstverband, Stuttgart. 1925: Große Schwäbische Kunstschau des Künstlerbundes Stuttgart. 1934: München, Neue Pinakothek („Süddeutsche Kunst in München“)

Werke (Auswahl) Nachtigal gestaltete Stadtansichten, Interieurs, Porträts, Landschaften und Stillleben. Neben lokalen Ansichten fand sie Motive auf Studienreisen nach Italien, Sizilien und in die Schweiz. Zunehmend nutzte sie dazu Farbholzschnitte. 1914 nahm sie mit Holzschnitten an der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig teil.

Werke von Nachtigal finden sich in den Sammlungen der Galerie der Stadt Stuttgart (heute: Kunstmuseum Stuttgart) und der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart.

Gemälde in der Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart: Eingeschneit, 1926 Cannstatt, 1928 Capri, 1939 Gebirgstannen, ohne Jahr Auf dem Eis, ohne Jahr Weihnachtskaktus, ohne Jahr Chor einer Kirche, ohne Jahr Haigerloch, ohne Jahr Geranien, ohne Jahr Chrysanthemen, ohne Jahr Kirchgang, ohne Jahr

Gemälde in der Sammlung des Bundes Bildender Künstlerinnen Württembergs: Lago Maggiore, 1932 Stuttgart (vom Eugensplatz aus gesehen), 1947

Gemälde in Privatbesitz: Emma von Zoller, geb. Freiin v. Crailsheim 1838–1910, Öl auf Leinwand, 1905.

Literatur

Weblinks Nachtigal, Emma, Das Haus der Frau. Holzschnitte.

Einzelnachweise

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