Stuchowo (deutsch Stuchow) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Świerzno (Gemeinde Schwirsen) im Powiat Kamieński (Camminer Kreis).

Geographische Lage Das Kirchdorf liegt im Nordwesten Polens, südlich des Stuchowska Struga (Stuchower Bach) und 15 Kilomester südlich der Ostsee. Etwa 15,5 Kilometer nordwestlich liegt die Stadt Kamień Pomorski (Cammin in Pommern), 3,5 Kilometer nordwestlich Świerzno (Schwirsen) und 3,5 Kilometer südöstlich Witno (Wittenfelde).

Geschichte mini|Gutshaus Schloss Stuchow, erbaut 1888, bis 1945 Wohnsitz der Familie Ploetz-Stuchow (Aufnahme 2011) Auf dem Gelände des Dorfs Stuchow waren im 19. Jahrhundert unter anderem ein Feuersteinbeil und eine Feuerstein-Lanzenspitze aus der Steinzeit gefunden worden. Als wichtigster Fund gilt ein Skelettgrab mit Beigaben aus der jüngeren römischen Kaiserzeit, darunter ein Bronzegefäß, Bernsteinperlen, eine silberne Fibel, silberne Gewandnadeln mit Ring sowie Glasreste.Hans Jürgen Eggers, Monatsblätter der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, Band 52, 1938, S. 196–198. Eine in Stuchow gefundene Silberfibel wurde im Museum Stralsund aufbewahrt.Oscar Almgren: Studien über nordeuropäische Fibelformen der ersten nachchristlichen Jahrhunderte mir Berücksichtigung der provinzialrömischen und südrussischen Formen (Dissertation Universität Upsala), Stockholm 1897, S. 207 oben (Google Books).

Im Jahr 1313 wurde erstmals ein Henning von Stuchow urkundlich erwähnt. Seit 1369 waren die Behr in Stuchow begütert. Nach den Behr saßen 1490 die Ploetz auf Stuchow.Hasso von Flemming-Benz: Der Kreis Cammin. Ein pommersches Heimatbuch. Holzner, Würzburg 1970 (mit beigelegter Karte des Kreisgebiets von 1936), S. 163–164. Deren Linie in Stuchow wird auf den Knappen Rolof (Roleke) Plotze zurückgeführt, der 1333/34 als Kastellan in Quarkenburg (d. h. Friedrichsberg, Kr. Naugard) erwähnt wird.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 54 (Boogle Books). Stuchow war eines der ältesten Lehne der Familie Ploetz im Lande Kamin.Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Teil II: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 6: Kreise Kamin und Greifenberg, Anklam 1870, S. 444–446 (Google Books) Der Musterrolle von 1523 zufolge hatten Berndt plotze to Stuchowe, myt Simon plotzen tho Swentze für Kriegsdienste drei Pferde zu stellen.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 182 (Boogle Books). Laut den Hufenmatrikeln von Pommern-Stettin von 1628 versteuerte Christoff v. Plötz zu Stuchow 13 Hakenhufen, sechs Kossäten, einen Müller, einen Krüger, einen Schmied, einen Schäfer und einen Knecht.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 266 (Boogle Books) Der Vasallen-Tabelle von 1756 zufolge waren der 69 Jahre alte Geheime Rat Michel Christoph v. Ploetz, der 36 Jahre lang gedient hatte, und der 53 Jahre alte Balthasar Heinich v. Ploetz in Stuchow begütert.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 375, Ziffer 57 und 59 (Boogle Books).

Das Gut Stuchow hatte im 17. Jahrhundert aus zwei Anteilen A und B bestanden, auf denen zwei Linien der Ploetze saßen, die aber im Jahr 1804 vereinigt waren. In der Vasallen-Tabelle von 1804 ist der 60 Jahre alte unverheiratete Friedrich Wilhelm v. Ploetz, Oberst und Kommandeur des Regiments des Königs, seit 44 Jahren im Staatsdienst, als Besitzer von Stuchow aufgeführt.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 481, Ziffer 59 (Boogle Books). In der Matrikel vom 19. April 1828 ist der Landschaftsrat v. Plötz als Besitzer des Lehnguts Stuchow eingetragen; er war auch Majoratsherr des Plötzschen Familien-Fideikommisses, zu dem außer dem Lehngut Stuchow auch noch das Lehngut Staarz, das Allodialgut Startz A und das Gut Stresow gehörten.Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter, Berlin 1857, S. 161, Ziffer 77, 80, 81 und 82 (Google Books). Die Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom 1. Januar 1862 weisen den Landschaftsrat und Kreisdeputierten Karl Heinrich Georg v. Ploetz (* 1799, † 30. Dezember 1872Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter, Sechster Jahrgang, Buschak & Irrgang, Brünn 1881, S. 436 (Google Books).), Premier-Lieutenant a. D., als Besitzer des Guts Stuchow aus.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 481, Ziffer 59 (Boogle Books) Gutsbesitzer auf Stuchow und Staarz war nach ihm Leo Karl Friedrich Wilhelm von Ploetz (1848–1915),P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reich, Teil I: Das Königreich Preußen, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai, Berlin 1884, S. 110–111 (Google Books). Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 14–15 (Google Books). dem 1887 die Würde eines königl. preußischen Kammerherrn verliehen wurde.Deutsche Adels⸗Chronik – Familien⸗Nachrichten der fürstlichen, gräflichen und freiherrlichen Häuser, sowie der adeligen Familien im Deutschen Reiche, I. Jahrgang, Stuttgart 1887, S. 27, rechte Spalte (Google Books).

Das Kirchdorf Stuchow hatte im 19. Jahrhundert eine Küsterschule, die um 1865 von 70 Kindern besucht wurde. Die Schule war einklassig.Georg Ernst Maximilian von Köller: Statistische Darstellung des Camminer Kreises – Geschrieben im Winter 1865/66, Behrendt, Cammin in Pommern 1867, S. 169 (Google Books). Um 1864 war für Stuchow, Gut und Dorf, das Kreisgericht Cammin unmittelbar zuständig.Amtsblatt der Königl. Regierung in Stettin, Extra-Beilage Nr. 39, vom 23. September 1864, Verzeichniß der Gerichtsbehörden in dem Bezirke des Königl. Appellations-Gerichts zu Stettin, II. Kreisgericht Cammin, S. 7–11, insbesondere S. 8, Ziffer 131 (Books).

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 801,9 Hektar großen Gemarkungsfläche des Gutsbezirks Stuchow 49 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 62 Pferde, 166 Stück Rindvieh, 455 Schafe und 464 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Stettin, 12. Kreis Cammin, S. 56–57, Ziffer 188 (Google Books).

Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Stuchow einen Flächeninhalt von 801 Hektar und 98 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 316 Einwohner. Zu den gleichen Zeiten hatte der Gutsbezirk Staarz einen Flächeninhalt von 937 Hektar und 13 Ar sowie 223 Einwohner. Am 30. September 1928 wurden die Gutsbezirke Staarz und Stuchow zur Landgemeinde Stuchow zusammengeschlossen. Amtsbezirk Schwirsen (Territorial.de)

Anfang der 1930er Jahre hatte die Gemarkung der Landgemeinde Stuchow einen Flächeninhalt von 17,4 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen zusammen vierzig bewohnte Wohnhäuser an vier verschiedenen Wohnplätzen: Staarz Stuchow Vorwerk Haideschäferei Ziegelei Um 1935 gab es im Dorf Stuchow unter anderem einen Gasthof, ein Baugeschäft, eine Branntweinbrennerei, deren Besitzer Henning v. Ploetz war, eine Molkerei, eine Mühle, eine Schmiede und eine Stellmacherei.Klockhaus' Kaufmännisches Handels- u. Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1161 (Google Books).

Im Jahr 1945 gehörte die Landgemeinde Stuchow zum Kreis Cammin i. Pom. im Regierungsbezirk Stettin in der Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Stuchow war dem Amtsbezirk Schwirsen zugeordnet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. In der Folge wurde Stuchow zusammen mit ganz Hinterpommern Teil Polens und in Stuchowo umbenannt.

Demographie