Lydia Jost-Schäfer (geboren als Lydia Schäfer 9. November 1882 in Wüstenrot; gestorben 25. Juli 1965 in Friedrichshafen) war eine deutsche Malerin, die sich auf kirchliche Wand- und Glasmalerei spezialisierte. Sie war Meisterschülerin bei Adolf Hölzel.

Leben Lydia Schäfer war Tochter eines Apothekers und wuchs in Heilbronn auf. Sie besuchte von 1902 bis 1912 die Kunstgewerbeschule Stuttgart und ab 1911 die Akademie der bildenden Künste Stuttgart, wo sie Meisterschülerin bei Adolf Hölzel war. Als der Architekt Martin Elsaesser 1913 die Lutherkirche in Eislingen/Fils mit Jugendstilelementen umgestaltete, erhielt Schäfer den Auftrag ein Kirchenfenster, das sogenannte Weihnachtsfenster, zu gestalten. Schäfer lebte bis 1915 in einer Atelierwohnung in der Urbanstr. 53 in Stuttgart, die danach Ida Kerkovius bezog.

1920 heiratete Lydia Schäfer den Architekten und Regierungsbaumeister Wilhelm Jost. Ihr Ehemann errichtete 1925 den Neubau der evangelischen Kirche in Alfdorf-Hellershof, Lydia Jost-Schafer gestaltete deren Deckenbemalung. 1927 wurden die Renovierungsarbeiten an der evangelischen St. Georgskirche in Willsbach an Wilhelm Jost übertragen. Lydia Jost-Schäfer gestaltete dafür ein farbenfrohes Chorfenster mit acht biblischen Gestalten (signiert mit LJS), das im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde. Bei der Renovierung 1963 wurden die Glasreste im Fenster neben der Kanzel angebracht. Auch für die 1927 von Wilhelm Jost geplante Pauluskirche in Fellbach gestaltete Lydia Jost-Schäfer die Glasfenster.

Das Ehepaar zog 1928 nach Dresden, da Wilhelm Jost als Professor an die Technische Hochschule Dresden berufen wurde, wo er von 1937 bis 1945 Rektor war. Als Mitglied der NSDAP und der SA wurde Wilhelm Jost 1945 verhaftet und in die UdSSR überführt. Er starb 1948 in einem Lazarett in Saratow. Ab 1956 lebte Lydia Jost-Schäfer in Heidelberg. Den Altersruhesitz hatte sie ab ca. 1960 in Kressbronn am Bodensee.

Jost-Schäfer war von 1928 bis 1945 Mitglied im Württembergischen Malerinnenverein.

Ausstellungen (Auswahl) Schäfer beteiligte sich an folgenden Ausstellungen: 1911: Ausstellung kirchlicher Kunst Schwabens, Stuttgart. 1915: Ausstellung des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart, Königliches Kunstgebäude, Stuttgart.

Werke (Auswahl) Werke in kirchlichen Gebäuden Weihnachtsfenster in der Lutherkirche, Eislingen/Fils, 1913. Deckenmalerei im evangelischen Kirchenneubau in Alfdorf-Hellershof, 1925. Verbleite Glasfenster in der evangelischen Pauluskirche (Fellbach), 1927. Gestaltung des Chorfensters in der evangelischen Georgskirche, Obersulm-Willsbach bei Heilbronn, 1927. Kirchenfenster in der evangelischen Martinskirche (Ebingen).

Literatur

Einzelnachweise

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