mini|Berlin 1914, mit Elisabethstraße (unten Mitte) Die Elisabethstraße war eine Straße in Berlin-Mitte und Berlin-Friedrichshain von etwa 1692 bis 1963.

Lage mini|Karl-Marx-Allee, 1966, die Elisabethstraße verlief rechts neben dem zweiten Neubaublock der linken Seite schräg durch die Lücken des Neubaugebietes, links vorbei am hohen Hotel Berolina Die Elisabethstraße lag östlich des Alexanderplatzes, zu dem es zeitweise eine Fußgängerpassage gab. Sie verlief südlich parallel zur Landsberger Straße und nördlich parallel zur Kaiserstraße. Die Elisabethstraße begann an der Kurzen Straße und verlief in östlicher Richtung durch die Frankfurter Straße (seit 1930), die Kleine Frankfurter Straße und die Waßmannstraße bis zur Weberstraße. Der überwiegende westliche Teil gehörte (seit 1920) zum Verwaltungsbezirk Mitte, der letzte kurze östliche Abschnitt zum Friedrichshain. Der nördliche Teil der Straße gehörte zur historischen Königsstadt, die südliche Bebauung wurde bereits zur Stralauer Vorstadt gerechnet.

Ihr Verlauf begann auf der südlichen Seite der jetzigen Karl-Marx-Allee (etwa 100 Meter nach deren Beginn), führte quer durch die Lücken des Neubaugebietes, östlich vorbei am jetzigen Rathaus Mitte, und endete bald danach, (noch vor der jetzigen Lichtenberger Straße).Strecke Waßmannstraße. Straßenbahnen Berlin, berliner-bahnen.de, mit zwei Fotos, die den Verlauf der ehemaligen Elisabethstraße durch das Neubaugebiet zeigen, das untere entspricht in der Blickrichtung genau dem Luftbildfoto hier in diesem Abschnitt.

Geschichte Bald nach 1690 wurden mehrere rechtwinklig angelegte Wege in diesem Gebiet angelegt.Grundriss von Berlin 1698 (unten links, über der Landsberger Straße), ohne Namensbezeichnung der Straßen und Wege, 1685 waren diese Wege auf einer Karte von La Vigne noch nicht eingezeichnet 1695 bildete die Sandgasse die Grenze der Königsstadt zur Stralauer Vorstadt.Ernst Fidicin: Berlin historisch und topographisch dargestellt. 1852, S. 104, wichtigster historischer Autor zu diesem Thema, wahrscheinlich wurde zu dieser Zeit noch kein Straßenname erwähnt! mit Missverständnissen der historischen Erwähnungen 1723 wurde sie (erstmals?) als Sand-Gasse in einer Karte bezeichnet.Karte von Dusableau 1723 (unten links, gedrehte Karte mit oben = Süden!), erste Karte mit den Straßennamen in der Königsvorstadt 1825 wurde sie in Elisabethstraße umbenannt, nach der jungen Ehefrau des preußischen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm (IV.). In dieser Zeit war sie bereits dicht mit Wohn- und Gewerbegrundstücken bebaut.

Seit 1908 führte eine Strecke der Neuen Berliner Straßenbahnen Nordost von Hohenschönhausen zur Landsberger Allee auf einer Nebenstrecke von der Waßmannstraße durch die Elisabethstraße bis zur Kurzen Straße. 1921 wurde dieser Abschnitt wieder stillgelegt. 1930 wurde durch die Elisabethstraße die verlängerte Frankfurter Straße wegen der neuen U-Bahn-Strecke E Alexanderplatz – Friedrichsfelde gelegt. 1936 wurde zwischen Waßmannstraße und Frankfurter Straße eine Endhaltestelle der Straßenbahn zum Alexanderplatz eingerichtet.

Von 1943 bis 1945 wurden die Gebäude in der Elisabethstraße durch Bombenangriffe und die Straßenkämpfe am Alexanderplatz schwer beschädigt. 1946 wurde wieder eine Straßenbahnlinie in Betrieb genommen.Waßmannstraße Berliner Bahnen, berliner-bahnen.de, mit den Daten durch die Elisabethstraße von 1908 bis 1921 und 1946 bis 1961. In den 1950er und frühen 1960er Jahren wurde die gesamte Bebauung beseitigt und dort Neubauten an der Karl-Marx-Allee errichtet. 1962 wurde der Straßenbahnverkehr eingestellt. 1963 wurde der Straßenname offiziell aufgehoben.

Gebäude Die Elisabethstraße war seit dem 18. Jahrhundert mit Wohnhäusern bebaut, die nur wenig von kleinen Gewerbetreibenden genutzt wurden. Die Nummerierung verlief von der Weberstraße im Osten auf der nördlichen Straßenseite bis zur Kurzen Straße im Westen und auf der anderen Straßenseite in Hufeisenform wieder zurück. Es gab 66 Hausnummern (von denen die Nr. 21–26 und 45–47 ab etwa 1930 von der neu durchgelegten Frankfurter Straße eingenommen wurden).

Die wichtigsten Gebäudekomplexe waren Nr. 35/36 Friedhof der Oberpfarr- und Domgemeinde, bis etwa 1830 genutztPlan Berlin 1840 und 1846 (C/i–l), mit eingezeichnetem Domfriedhof, auch auf weiteren älteren Karten (danach gab es stattdessen für die Gemeinde den Domfriedhof an der Liesenstraße), seit etwa 1870 Domhospital, wo 40 ältere Frauen über 60 Jahre ihren Lebensabend mit freier Wohnung, Holz, Licht, Arzt, Pflege in Krankheit verbringen konnten.Die Wohlfahrtseinrichtungen Berlins und seiner Vororte. 2. Auflage. Hrsg.: Auskunftsstelle der Gesellschaft für ethische Kultur. 1891, S. 96; books.google.de Daheim, 8. Oktober 1898, Nr. 2, S. 7 (Frauen-Daheim), mit ähnlichen Angaben; books.google.de Stiftung Stadtmuseum Berlin. Katalog der Bildwerke 1780–1920. 2003, S. 347, mit kurzen Informationen. Nr. 57/58 Königstädtische Gymnasium (1877–1944), mit Realgymnasium, vorher Stadtschule (ab etwa 1962 dort Hotel Berolina, ab 1998 Bezirksamt Mitte)

Weitere Gebäude und Bewohner waren: Nr. 3 Mädchen-Mittelschule (Höhere Töchterschule?) von H. von Hagen (vor 1894–nach 1902), eine von wenigen höheren Mädchenschulen in Berlin in dieser ZeitStatistisches Jahrbuch der höheren Schulen und heilpädagogischen Anstalten, 1895, S. 225 (als „mittlere Mädchenschule“ bezeichnet, in Berlin nur noch zwei weitere in diesem Jahrgang); books.google.de, 1903, S. 205, und weitere Jahre, im Adressbuch nannte sie sich „Höhere Töchterschule“. Nr. 8/9 Hermann Bennekenstein, Landschaftsmaler (ab etwa 1866), dann Johannes Benneckenstein, Motorenkonstrukteur (mindestens bis 1910) Nr. 17 Gasthof "Zum Goldenen Stern" (1901) Nr. 27 Haushaltungsschule des Lette-Vereins (1886–1902), engagierter Frauenrechtsvereins in Berlin, wurde mehrfach gelobtFritz Kühnemann (Hrsg.): Berlin und seine Arbeit. Amtlicher Bericht der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. Berlin 1898, S. 784; mit Lob; die Haushaltungsschule zog 1902 in die Neue Bayreuther Straße um; books.google.deLina Morgenstern: Frauenarbeit in Deutschland. Teil II: Statistik und Adressen der Frauenvereine in Deutschland. Berlin 1893, S. 157; kurze Erwähnung; books.google.de Nr. 28/29 Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen in Berlin (1930), Rückseite des Gebäudekomplexes Landsberger Str. 73 (war zu dieser Zeit bereits insolvent, danach zur BVG) Nr. 45 Central-Verein für das Wohl der Taubstummen in Berlin (1901); gegründet von Eduard Fürstenberg um 1849 (dieser Verein besteht noch) Nr. 50 Höhere Knabenschule Wingolfsheim (1901), des Wingolfsbundes

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Einzelnachweise

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