Sebastian von Castelberg (heimatberechtigt in Disentis; † 3. Juni 1634 in Rheinau) war ein Bündner Benediktiner und von 1614 bis 1631 Abt des Klosters Disentis.

Leben und Wirken Sebastian von Castelberg war Sohn des Seckelmeisters Johannes von Castelberg und der Barbara von Planta-Zernez. Seine Grossonkel waren der Abt Christian sowie der Offizier und Gesandte Sebastian von Castelberg. Er studierte Theologie an den Universitäten Dillingen, Mailand und Paris. Nach der Priesterweihe 1610 übernahm Castelberg die Pfarrei Tavetsch.

Nach dem Tod von Jakob Bundi übertrug der Rat des Hochgerichts der Cadi Castelberg 1614 die Leitung des Klosters Disentis. Die Abtweihe vollzog Nuntius Ludovico di Sarego im Kloster Einsiedeln. Er erreichte die Aufnahme des Klosters in die Schweizerische Benediktinerkongregation, wehrte sich aber gegen die Versuche der Klöster St. Gallen und Muri, in Disentis 1618 und 1624 Reformen durchzuführen. Als Abt stand Castelberg auf Seite der spanischen Partei. Im Zuge der Bündner Wirren floh er 1621 mit dem Konvent und den Weltgeistlichen über den Lukmanierpass nach Biasca.Burkhard Kaufmann: Die politische Tätigkeit des Abtes Sebastian von Castelberg 1614–1634. In: Bündnerisches Monatsblatt. Heft 8, 1942 (e-periodica.ch, abgerufen am 2. März 2026). S. 225, 237, 246.

Castelberg blieb als politischer und militärischer Führer der katholischen Bünde ohne Erfolg und wurde 1631 als Abt abgesetzt. Er nahm in der Folge seinen Aufenthalt im Kloster Rheinau. Als Administrator kam Augustin Stöcklin nach Disentis. Er führte mit zwei Mitbrüdern aus Muri die tridentinische Reform durch und wurde 1634 zum Abt bestimmt.

Literatur Iso Müller: Geschichte der Abtei Disentis von den Anfängen bis zur Gegenwart. 1971. S. 86–93. Helvetia Sacra. Band III/1, 1986. S. 501–502.

Belege

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