Lydie Koch-Miramond (geboren 1. Juni 1931 in Paris als Lydie Berthe Miramond; gestorben 5. Juli 2023 in Saint-Rémy-lès-Chevreuse) war eine französische Astrophysikerin und Pionierin auf dem Gebiet der Erforschung kosmischer Strahlung. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der französischen Weltraumastrophysik.

Leben Lydie Miramond erwarb 1954 ein Ingenieurdiplom der École supérieure de physique et de chimie industrielles de la ville de Paris (ESPCI). Anschließend trat sie in die Abteilung für Physikalische Elektronik des Commissariat à l’énergie atomique (CEA) ein und arbeitete mit dem Spezialisten für kosmische Strahlung Giuseppe Occhialini zusammen.

Koch-Miramond beteiligte sich an mehreren Stratosphärenflugprogrammen: Der erste Flug (1963) ermöglichte die Entdeckung der ersten galaktischen Elektronen; ein weiterer Flug (1965) bestätigte die Beobachtungen; ein weiterer Flug über das Mittelmeer (1967) führte zur ersten Messung der Positronen der galaktischen kosmischen Strahlung.

1975 wurden auf ihre Initiative hin zwei Flüge mit dem Höhenballon ISOFER durchgeführt, Vorläufer des Instruments, das 1979 auf dem NASA-Satelliten HEAO‑3‑C installiert wurde. Dieses Instrument ermöglichte die Untersuchung schwerer Kerne der kosmischen Strahlung mithilfe des Erdmagnetfelds.

1967 wurde die Abteilung für Physikalische Elektronik in zwei Bereiche aufgeteilt, darunter eine Abteilung für Astrophysik des CEA in Saclay, die Lydie Koch-Miramond bis 1979 leitete.

Während ihrer gesamten Karriere spielte Koch-Miramond eine wichtige Rolle bei der Entwicklung neuer Detektortechnologien wie Instrumente zur Untersuchung der kosmischen Strahlung und der Gammastrahlung, Röntgenastronomie, Ge(Li)-Sensoren für harte Röntgenstrahlen und Si(Li)-Detektoren für weiche Röntgenstrahlen, Detektion der Positron-Elektron-Annihilationsstrahlung sowie CCD-Sensoren.

Koch-Miramond wurde wissenschaftliche Beraterin in der Direktion für Materialwissenschaften der CEA und Leiterin der Arbeitsgruppe „Ethik der Wissenschaften“ innerhalb von Euroscience. Sie war Vorsitzende der 1990 gegründeten Kommission für Menschenrechte und ethische Fragen der Société française de physique.

Lydie Koch-Miramond war eine engagierte Menschenrechtsaktivistin. Nach einem Kolloquium über das heutige China, das von Amnesty International im Jahr 1990 organisiert wurde, leistete sie einen Beitrag zum Werk „La Chine et les droits de l'homme“ (China und die Menschenrechte). Im Jahr 2002 unterzeichnete sie zusammen mit 2.500 Persönlichkeiten einen Aufruf in der Tageszeitung Le Monde „für einen gerechten und sofortigen Frieden im Nahen Osten“.

Veröffentlichungen

Preise und Auszeichnungen

Ritterin des Ordre des Palmes Académiques 1980: Ritterin des Verdienstordens Ordre national du Mérite 1991: Ritterin der Ehrenlegion 1989: CEA-Preis, gemeinsam mit Jean-Jacques Engelmann und Philippe Goret, für Forschungen zur Zusammensetzung kosmischer Strahlung und zu Techniken der Weltraumdetektion

2026: Aufnahme in die Liste der 72 Wissenschaftlerinnen, deren Namen zusätzlich zu den 72 im ersten Stock des Eiffelturms eingravierten Namen von Wissenschaftlern hinzugefügt werden sollen.

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Träger des französischen Nationalverdienstordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordre des Palmes Académiques (Ritter) Kategorie:Astrophysiker Kategorie:Ingenieur Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Frau