mini|Salha Nasraoui (2024) Salha Nasraoui ist eine tunesische Schauspielerin. Sie wurde durch ihre Darstellung der Aïcha im Spielfilm Mé el Aïn (2024) bekannt. Sie feierte zudem als Bühnendarstellerin in Fadhel Jaïbis Stück Jounoun (آخر البحر) Erfolge.
Leben Nasraoui stand bereits als Studentin in Fadhel Jaïbis Stück Jounoun auf der Bühne, das 2000 uraufgeführt wurde. Mit der Inszenierung tourte sie international und das Stück wurde rund 150 Mal gespielt. Nasraoui versteht Theater und Kino nicht als getrennte Disziplinen, sondern als unterschiedliche Formen derselben handwerklichen Arbeit. Vor Dreharbeiten leitete sie als Theaterpädagogin gemeinsam mit dem Team mehrwöchige Schauspielarbeitskreise für junge Darsteller ohne Vorerfahrung.
Wirken Im Kurzfilm Brotherhood (2018) von Meryam Joobeur spielte Nasraoui in einer tunesischen Hirtenfamilie, deren ältester Sohn mit einer verschleierten Frau aus Syrien zurückkehrt. Der Kurzfilm wurde für den Oscar 2020 nominiert und gewann 75 internationale Preise. Joobeur entwickelte aus der Kurzfilmvorlage später den Langfilm Mé el Aïn, welcher die Geschichte stärker aus dem Blickwinkel der Mutter erzählt. In diesem Film verkörpert Nasraoui die Mutter Aïcha, deren zwei Söhne sich der Terrororganisation „Islamischer Staat“ anschließen und deren Familie durch die unerwartete Rückkehr eines Sohnes erschüttert wird. Der Film lief 2024 in der offiziellen Wettbewerbsauswahl der 74. Berlinale. Der Film kann als atmosphärische Erzählung interpretiert werden, die Realismus und Oneirismus mit einer Familiengeschichte und dschihadistischen Themen verbindet. Der Kinostart in Tunesien erfolgte am 15. Januar 2025. Zu Nasraouis jüngeren Rollen zählt außerdem eine Mitwirkung in Lotfi Achours Spielfilm Les Enfants rouges, in dem sie ebenfalls eine Mutterfigur verkörpert.
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Einzelnachweise
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