Die Unfruchtbarkeit der Frau, auch weibliche Infertilität genannt, bezeichnet die Unfähigkeit einer Frau, schwanger zu werden oder schwanger zu bleiben. Sie liegt in etwa 37 % der Unfruchtbarkeitsfälle vor, 8 % gehen auf den Mann zurück und 35 % auf beide Partner.

Verbreitung Bei einer Bevölkerung mit Kinderwunsch liegt die Wahrscheinlichkeit, nach drei Monaten ungeschützten Geschlechtsverkehrs schwanger zu werden bei 30 – 40 % und nach einem Jahr bei 85 %. Menschen mit Unfruchtbarkeit haben ein höheres Risiko für andere gesundheitliche Beeinträchtigungen einschließlich Herzerkrankungen. Unfruchtbarkeit betrifft 10 bis 17 % aller Paare. Am häufigsten tritt sie in Südasien, Afrika, dem Nahen Osten, Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien auf. Bei Frauen unter 35 Jahren liegt der Anteil unter 10 %, bei Frauen zwischen 35 und 40 Jahren bei 25 % und bei Frauen zwischen 40 und 44 Jahren bei 30 %.

Ursache Häufige Ursachen sind ein fehlender Eisprung (25 %) aufgrund höheren Alters, prämature Ovarialinsuffizienz (POI), eines polyendokrinen metabolischen Ovarsyndroms (PMOS) oder einer Schilddrüsenerkrankung, Endometriose (15 %); blockierte Eileiter (11 %), beispielsweise durch sexuell übertragbare Erkrankungen oder unsachgemäße Abtreibung; einem erhöhten Prolaktinspiegel (7 %); Menstruationsstörungen; Myome; Adipositas; genetische Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen Rauchen, Alkoholkonsum und körperlicher oder seelischer Stress.

Diagnostik Die Diagnose wird gestellt, wenn bei Frauen nach einem Jahr keine Schwangerschaft eintritt oder wenn Frauen über 35 Jahren eine Schwangerschaft nach sechs Monaten nicht aufrechterhalten können.

Behandlung Zur Behandlung können Medikamente eingesetzt, chirurgische Eingriffe, künstliche Befruchtung oder assistierte Reproduktionstechniken durchgeführt werden. Zu den verwendeten Medikamenten gehören Clomifen, Letrozol, humanes Menopausengonadotropin (hMG), follikelstimulierendes Hormon (FSH), Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), Metformin und Bromocriptin. Zu den assistierten Reproduktionstechniken gehören die In-vitro-Fertilisation (IVF), die intrazytoplasmatische Spermieninjektion und der Zygote-Intrafallopian-Transfer. Die IVF ermöglicht auch die präimplantative genetische Diagnostik.

Kulturelle Aspekte Es kann zu einem sozialen Stigma oder Beziehungsprobleme führen. In einer Beziehung wird häufig der Frau die Schuld an der Unfruchtbarkeit zugeschrieben, auch wenn die Ursache nicht bei ihr liegt. Eine Behandlung kann teuer oder in vielen Teilen der Welt nicht verfügbar sein.

Weblinks

Referenzen

Kategorie:Krankheitsbild in Gynäkologie und Geburtshilfe Kategorie:Reproduktionsmedizin