Die St. Alban-Vorstadt ist eine der ältesten Strassen der Schweizer Stadt Basel. Sie gehört zur ersten, frühen Gruppe der Basler Vorstädte und entstand im Anschluss an die Gründung des Cluniazenserstifts am Rhein, das Bischof Burchard von Hasenburg im Jahr 1083 als erste klösterliche Siedlung ausserhalb der ältesten Stadtmauer ins Leben gerufen hatte.
Bis heute hat die Strasse ihren Charakter der früheren Basler Mittelalter- und Renaissancestadt weitgehend bewahrt und bildet einen der am besten erhaltenen Teile der Basler Altstadt.
Name Der Name der Strasse geht auf das Cluniazenserstift St. Alban zurück, das Bischof Burchard von Hasenburg 1083 im heutigen St. Alban-Tal gründete. Die Vorstadt entwickelte sich als Siedlung «auf dem Berg» im unmittelbaren Umfeld des Stifts und trug stets dessen Namen.
Verlauf Die St. Alban-Vorstadt liegt zwischen dem Münsterhügel und der ehemaligen äusseren Stadtmauer mit dem St. Alban-Tor im Quartier Vorstädte. Sie verläuft in weitgehend geradliniger Ost-West-Richtung und verbindet den St. Albanschwibbogen (das ehemalige Kunostor) am westlichen Ende mit dem St. Alban-Tor am östlichen Ausgang. Zu beiden Seiten der Landstrasse, die parallel zum Rhein vom Kunostor ins freie Feld hinausführte, entstanden im Verlauf des 13. Jahrhunderts bescheidene Bauten, die bereits vor dem Bau der äusseren Stadtmauer den Schutz einer eigenen Befestigung erhielten.
Geschichte Neben dem eigentlichen Klosterbezirk im St. Alban-Tal entwickelte sich nach der Stiftsgründung eine bescheidene Niederlassung gleichen Namens auf dem Berg, die zunächst noch keine Verbindung mit der inneren Stadt besass; denn der Münsterhügel war nach Osten durch das Kunostor am Ausgang der Rittergasse abgeriegelt.
Erst durch das gewaltige Werk der äusseren Stadtbefestigung, das die Bürgerschaft nach dem Erdbeben von 1356 in Angriff nahm, kam eine engere Verbindung der St. Alban-Vorstadt mit der Innenstadt zustande; jetzt wurde sie in den grossen Mauerring einbezogen. In den Schutz der Stadtmauer gelangte nunmehr auch das zwischen St. Alban-Tor und Aeschentor gelegene Areal, insbesondere die Malzgasse, die seither in zunehmendem Masse bebaut und in das Gebiet der Vorstadt integriert wurde. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts ging die Jurisdiktion über St. Alban vom Kloster an die städtische Obrigkeit über, und im 15. Jahrhundert hielt es der Rat für angezeigt, auch zu St. Alban die Bildung einer Korporation anzuordnen, die wie in den übrigen Vorstädten die Feuerschau, die Beaufsichtigung und Reinhaltung der Gassen und Brunnen sowie die Organisation des Weidgangs übernehmen sollte. Diese Vorstadtgesellschaft fand 1502 im Haus «zum hohen Dolder» (Nr. 35), das ihr den Namen gab und noch heute in ihrem Besitz steht, ihr Heim.
Die Architektur der Strasse spiegelt eine aussergewöhnlich lange Baugeschichte wider: Angefangen bei der Gotik reicht das Spektrum der Baustile über nahezu alle Epochen bis ins 20. Jahrhundert, da der Strassenzug erst im 18. Jahrhundert vollständig bebaut war.
Die St. Alban-Vorstadt war bei Künstlern und Schriftstellern besonders beliebt – so wohnten hier einst Hermann Hesse, Friedrich Dürrenmatt und Mark Tobey, während Arnold Böcklin in der Strasse seine Jugendjahre verbrachte.
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