Der Kuban-Airlines-Flug 5719 (Flugnummer: GW5719, Funkrufzeichen: AIR KUBAN 5719) war ein internationaler Flug der Kuban Airlines von Krasnodar nach Gjumri, der eigentlich als Frachtflug deklariert war. Am 26. Dezember 1993 ereignete sich auf diesem Flug ein Flugunfall, bei dem eine Antonow An-26 verunglückte. Dabei starben 35 der 36 Insassen.
Maschine Das Flugzeug war eine im Jahr 1983 gebaute Antonow An-26B mit der Werknummer 12903, die am 14. April 1984 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen CCCP-26141 von der Aeroflot in Betrieb genommen wurde. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ging die Maschine im Jahr 1993 in die Flotte der Kuban Airlines über, von der sie seitdem betrieben wurde. Das zweimotorige Frachtflugzeug war mit zwei Turboproptriebwerken des Typs Iwtschenko AI-24 mit einer Leistung von je 2.103 kW (2.820 PS) ausgestattet.
Insassen und Fracht An Bord der Maschine befanden sich eine fünfköpfige Flugbesatzung und 6 Frachtbegleiter sowie 25 blinde Passagiere. Die Fracht bestand aus zwei schlecht gesicherten Geländewagen des Typs Lada Niva und Treibstofffässern.
Verlauf Alle Zeiten in MSK angegeben
Die 10 Jahre alte Antonow An-26B (Luftfahrzeugkennzeichen RA-26141, Werknummer: 12903) mit zwei Iwtschenko AI-24WT-Triebwerken an den Tragflächen sollte an diesem Tag zwei WAS-2121 Niwa-Autos transportieren. Zusätzlich zur Besatzung befanden sich 6 Frachtbegleiter an Bord. Das Startmasse lag mit 23.988 kg unter den erlaubten 24.000 kg. Für einen Anflug hätte die horizontale Sichtweite mindestens 800 m und die Vertikalsicht 60 m betragen müssen. Doch für den Zeitraum von 15:00 Uhr bis 24:00 Uhr wurde für Gjumri eine Wolkendecke auf 90 m Höhe und Nebel mit Sichtweiten von 90 m vorhergesagt; für 18:00 bis 24:00 Uhr wiederum Nebel mit 200 m horizontaler sowie 60 m vertikaler Sichtweite vorhergesagt.
Um 17:44 Uhr erbaten die Piloten bei dem Rollbahnlotsen die Freigabe zum Starten der Triebwerke. Doch er lehnte die Bitte ab, mit Verweis auf eine Entscheidung des Flughafenleiters. Diese bewusst herbeigeführte Verzögerung war mit der Absicht verbunden, blinde Passagiere nach der Zollkontrolle am Flughafen einsteigen zu lassen. So kamen insgesamt 25 Personen samt Gepäck ins Flugzeug. Die An-24 war nun um 2.246 kg überladen und der Schwerpunkt lag weit hinten. Der Start erfolgte schließlich um 18:46 Uhr. Obwohl die Sichtweite in Gjumri mit 700 m immer noch nicht den Anforderungen entsprachen, wurde dies Krasnodar nicht mitgeteilt. Obwohl die Piloten zweier Maschinen ihnen mitteilten, aufgrund der Sichtverhältnisse umgekehrt zu sein, entschieden sie sich zum Weiterflug, nachdem sie diesbezüglich gefragt wurden. Auch als sie auf 5.700 m in den Luftraum von Gjumri einflogen, hielten sie an der Entscheidung fest, trotz der vom Fluglotsen gemeldeten 600 m Sichtweite. Nach dem Sinkflug auf 4.500 m wurde die Sichtweite auf 400 m aktualisiert.
Die Piloten versuchten trotz der schlechten Sicht, die Maschine zu landen. Als sie im letzten Moment doch versuchten, durchzustarten, hatte die Maschine Bodenkontakt. Es kam schließlich zu einem Strömungsabriss und die Maschine stürzte 2.990 Meter hinter der Landebahnschwelle in Rückenlage zu Boden, wobei 35 der 36 Insassen getötet wurden. Nur ein Passagier überlebte den Unfall schwer verletzt.
Ursachen Den Feststellungen der Unfalluntersuchungskommission zufolge wurde der Absturz durch einen Verlust der Fluggeschwindigkeit verursacht – eine Situation, die durch den Versuch der Besatzung entstand, mit einem überladenen Flugzeug durchzustarten. Infolgedessen überschritt das Flugzeug den kritischen Anstellwinkel, verlor an Geschwindigkeit, geriet in einen Strömungsabriss und stürzte zu Boden. Im Rahmen der Unfalluntersuchung wurde eine Reihe von Faktoren festgestellt, die zu dem Unfall beigetragen hatten. So habe die Sichtweite von 400 Metern unter den erforderlichen Wetterminima gelegen, die Entscheidung der Besatzung, durchzustarten, sei zu spät erfolgt, der Anflug sei instabil gewesen und die Maschine nicht ordentlich an der Anfluggrundlinie ausgerichtet, die Besatzung habe es versäumt, die Standardverfahren für den Anflug zu beachten, die Maschine sei beim Start und vor der Landung überladen gewesen, die beiden Fahrzeuge im Frachtabteil seien nicht ordnungsgemäß gesichert worden und es hatten sich 31 Passagiere an Bord befunden, obwohl im Flugplan lediglich fünf erwähnt wurden.
Quellen Unfallbericht An-26B, RA-26141, Aviation Safety Network Unfallbericht, airdisaster.ru Crash of an Antonov AN-26B in Gyumri: 35 killed, B3A – Bureau of Aircraft Accident Archives Kategorie:Antonow An-26 Kategorie:Flugunfall in Armenien Kategorie:Flugunfall 1993