mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Afrikanischen Riesenweißzahnspitzmaus Die Afrikanische Riesenweißzahnspitzmaus (Crocidura olivieri) ist ein im zentralen Afrika sowie am Nil verbreitetes Säugetier in der Gattung der Weißzahnspitzmäuse. Das Typusexemplar war mumifiziert und stammte aus einer Ausgrabungsstätte altägyptischer Artefakte. Im Jahr 1978 bei Gizeh gefundene lebende Exemplare sind identisch. Mehrere beschriebene Unterarten sind näher mit der Großen Roten Bisamspitzmaus (Crocidura flavescens) verwandt und wurden ausgegliedert. Auch nach dieser Änderung listete die taxonomische Abhandlung Mammal Species of the World noch 20 Unterarten. Ein neueres Werk gibt keine Unterarten an, da die Verwandtschaftsverhältnisse einer genaueren Untersuchung bedürfen.

Merkmale Wie aus dem Namen erkenntlich ist die Art mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 110 bis 140 mm, einer Schwanzlänge von 70 bis 100 mm und einem Gewicht von 33 bis 65 g eine sehr große Spitzmaus. Sie hat 18 bis 23 mm lange Hinterfüße und Ohren von 9 bis 14 mm Länge. Die Fellfarbe ist sehr variabel mit einer rotbraunen, dunkelbraunen oder fast schwarzen Oberseite. Unterseits kommt gelbbraunes bis dunkelgraues Fell vor. Auf dem langen und dicken Schwanz sind einige Borsten verteilt. Drüsen an den Seit entwickeln einen an Moschus erinnernden Duft, der vor allem bei westafrikanischen Populationen sehr intensiv ist. Von den paarig angeordneten Zitzen der Weibchen befinden sich meist zwei auf dem Bauch und vier im Leistenbereich. Manchmal sind alle dicht zusammen auf dem Bauch verteilt. Beim robusten Schädel ist der Schnauzenteil (Rostrum) im Verhältnis zur Hirnschale groß. Auffällig sind auch die großen Schneidezähne. Im Oberkiefer liegen neben den Schneidezähnen je drei einspitzige Zähne. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 50 Chromosomen (2n=50).

Verbreitung Das Tier hat eine große Population mit der nördlichen Grenze entlang der Sahelzone von Senegal bis Äthiopien. Im Süden liegt die Grenze in den südlichen Bereichen von Angola und über die zentralen Gebiete von Botswana, Simbabwe und Mosambik. Eine kleine Population lebt entlang des Nils in Ägypten. Die Spitzmaus hält sich im Flachland und in Gebirgen bis 3300 Meter Höhe auf. Sie bewohnt trockene Wälder, Buschflächen, Savannen, Sümpfe, Galeriewälder, Gärten und Vorstädte. Am Nil wird sie oft an kanalisierten Wasserläufen, in Plantagen und in anderen Anbaugebieten registriert. Bei häufigem Auftreten in Siedlungen wird die Spitzmaus als störend empfunden.

Lebensweise Die Afrikanische Riesenweißzahnspitzmaus ist meist kurz vor der Morgendämmerung oder in anderen Bereichen der Nacht aktiv. Sie lebt allgemein für sich doch bei gutem Nahrungsangebot überlappen sich die Reviere stark, so dass es zu vielen Begegnungen kommt. Dabei sind die Exemplare aggressiv mit Schreien und kurzen Ringkämpfen. Der Fellwechsel wurde zwischen den Monaten März und August registriert. Die Nahrung besteht überwiegend aus Gliedertieren oder anderen Wirbellosen und wird selten mit Kadavern komplettiert. In der Demokratischen Republik Kongo bestand die Nahrung der untersuchten Tiere hauptsächlich aus Ameisen, Käfern, Doppelfüßern, Termiten und Spinnentieren, sowie gelegentlich aus Grashüpfern und Larven anderer Insekten. Die Beute war 3 bis 30 mm lang, jedoch meist kleiner als 10 mm.

Das Fortpflanzungsverhalten ist abhängig von der Verbreitung. In der Demokratischen Republik Kongo sind Geburten aus allen Jahreszeiten bekannt, die in der Trockenperiode seltener vorkommen. Auch in Sambia gab es Neugeborene in trockenen und feuchten Monaten. Dagegen waren Weibchen in Uganda nur in den Monaten Juli, August und Dezember trächtig. Ein Wurf enthält bis zu fünf Neugeborene. Die größeren Würfe sind von Ostafrika bekannt.

Gefährdung Für den Bestand der Art sind keine Bedrohungen bekannt. Sie hat eine weite Verbreitung und kommt häufig vor. Die IUCN listet die Afrikanische Riesenweißzahnspitzmaus als nicht gefährdet (least concern).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Weißzahnspitzmäuse