mini|hochkant|Wappen der Reiche in Siebmachers Wappenbuch (1908) Reich (auch Reiche; auch ohne Adelsprädikat „von“) ist der Name eines erloschenen thüringischen Uradelsgeschlecht, dessen Ursprünge bis in das 13. Jahrhundert zurückreichen.
Die Familie ist zu unterscheiden von dem namensähnlichen ursprünglich sächsischen, später böhmisch-schlesischen Adelsgeschlecht Reichau (auch Reich(e)).
Geschichte Schon 1289 tritt ein Schildknappe Eckhard Reiche in einer Beichlingischen Urkunde auf. Danach erscheinen 1302 die Brüder Günther und Johann Reiche, 1338 der Knappe Eckard Reiche, 1348 der Ritter Heinrich Reiche sowie 1363 wieder ein Knappe Eckard Reiche.Mülvestedt (1884), S. 130.
Das Hauptgut der Familie war Leubingen, das die Familie jahrhundertelang bis zu ihrem Aussterben besaß. Ferner hatte sie Besitz zu Obertrebra, Wernigerode (1434), Ritzeburg (1468), Kannawurf (1530) und Vockstedt (1615). Hinzu kam ein Burglehen zu Sachsenburg (1376, 1404).
Ab 1587 bemühten sich Christof und Heinrich Reiche um die Belehnung mit ihren, von der Herrschaft Beichlingen lehnrührigen Gütern.Landesarchiv Sachsen-Anhalt, A 35, L LIV Nr. 1 Lehnsgesuch von Christof und Heinrich Reiche wegen ihrer, von der Herrschaft Beichlingen lehnrührigen Güter, 1479-1607, abgerufen am 26. Februar 2026. Ab 1618 ersuchten die Brüder Hans Christof und Curt Georg von Reich nach Tod ihres Bruders Hans Bernhard von Reich um Belehnung mit dem von diesen hinterlassenen Anteil am Reichischen Gut zu Leubingen, ebenso nach dem Tod von Hans von Werthern.Landesarchiv Sachsen-Anhalt, A 35, L LIV Nr. 2 Lehnssuchung der Gebrüder Hans Christof und Curt Georg Reich nach Absterben ihres Bruders Hans Bernhard Reich an dessen hinterlassenen Anteil des Gutes zu Leubingen sowie nach dem Tod von Hans von Werthern, 1618-1634, abgerufen am 26. Februar 2026. Derselbe Curt Georg von Reich auf Leubingen war 1652 Pfandherr zu Gersleben. Ein Carl Friedemann von Reich auf Leubingen vermählte sich 1649 mit einer geb. von Bendeleben. Deren 1683 noch lebende Tochter war mit einem Leutnant H. W. von Bendeleben auf Uftrungen verheiratet. Dorothee Sophie Marie von Reich, Tochter des verstorbenen Georg Adam von Reich auf Leubingen, heiratete 1704 Jost Friedrich von Mandelslohe, Sohn der verwitweten Eva Magdalena geb. von Wintzingerode und Friedrich Ludwig von Mandelslohe.Wolf von Tümpling: Geschichte des Geschlechts von Tümpling, 2. Band, Weimar 1892, S. 225 (Google Bücher). Durch den Tod des Erb- und Lehnsherren Carl Friedemann von Reich auf Leubingen starb das Geschlecht im März 1761 aus.
Wappen Blasonierung: Kopf und Hals eines Ziegenbocks. Auf dem Helm ein offener Flug. Die Tingierung ist nicht überliefert.
Literatur Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 273 (digitale-sammlungen.de (siehe Reiche, III.)). George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter): 6. Abt.: Ausgestorbener preußischer Adel, Provinz Sachsen (exl. die Altmark), Nürnberg 1884, S. 130 (uni-goettingen.de) und Tfl. 85 (uni-goettingen.de). 13. Abt.: Ausgestorbener Adel der Fürstenthümer Schwarzburg, zugleich als Entwurf eines Lexicons des früheren Schwarzenburgischen Adels, Nürnberg 1908, S. 23 (uni-goettingen.de) und Tfl. 16 (uni-goettingen.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Thüringer Adelsgeschlecht