Johannes von Ilanz (* im 14. Jahrhundert; † (nach) 1401) war von 1367 bis 1401 Abt des Klosters Disentis. Er war 1395 Mitbegründer des Grauen Bundes.
Wirken Johannes stammt aus Ilanz («Liantis») und war ein Sohn des Enzi Maradie («filius domini Enzii Maradie»).
Nach der Ermordung seines Vorgängers Jakob von Buchhorn durch Gotteshausleute und dem Brand von Kloster und Kirchen 1387 restaurierte Johannes das Kloster und die Gebäude. Die umstrittene Verpachtung der Medelser Bergwerke an Innerschweizer hob er auf. Im Jahr 1371 verdoppelte er den Bleniesen die Pfandsumme für Alpen des Klosters am Lukmanierpass. Johannes gründete dort drei Jahre später ein Hospiz und bestätigte 1376 ein Verkehrsbündnis zwischen der Cadi und Blenio.
Johannes stärkte die kommunale Bewegung unter Mitwirkung des Landammanns und der Ministerialen. Er wurde 1395 Mitbegründer des Grauen Bundes, den sein Nachfolger Petrus von Pontaningen 1424 in Trun erweiterte. Zusammen mit der Cadi konnte er 1401 die Vogtei des Klosters von den Werdenbergern ablösen.
Literatur Iso Müller, Elsanne Gilomen-Schenkel: Äbte. In: Helvetia Sacra. Band III/1, 1986. S. 496. Iso Müller: Geschichte der Abtei Disentis von den Anfängen bis zur Gegenwart. 1971. S. 48–53. Lothar Deplazes: Zum regionalen Handel und Verkehr an der Lukmanier- und Oberalproute im Spätmittelalter. In: Ursus Brunold, Lother Deplazes (Hrsg.): Geschichte und Kultur Churrätiens. 1986. S. 409–439.
Weblinks Ursus Brunold: Johannes von Ilanz. In: Lexicon Istoric Retic (LIR).
Belege
Kategorie:Abt (Disentis) Kategorie:Ilanz/Glion Kategorie:Person (Kanton Graubünden) Kategorie:Geboren im 14. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 15. Jahrhundert Kategorie:Mann