Johann Kippo (* 1623 in Graz; † 4. November 1714 in Wien) war ein Glockengießer in Wien.

Leben Johann Kippo arbeitete von 1665 bis 1683 in München. 1683 zog er nach Wien und kaufte die Schleifmühle in der Wieden samt Weingärten um 9500 fl, heute Schleifmühlgasse, und richtete dort eine Gussstätte ein.

Mit 1684 wurde er kaiserlicher Stuck- und Glockengießer, der in der Zeit nach der Zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 sehr erfolgreich tätig war. Er hat später noch einige Grundstücke und Weingärten erworben.

Am 25. Mai 1688 heiratete er Maria Eisenmann. Er verstarb 1714 im Alter von 91 Jahren.

Werk Kippo goss Glocken in der Barockform, allerdings mit sehr geringer Schweifung, somit gehörten seine Glocken in der Regel zum Nontyp. Gusstechnisch sind die reich verzierten Glocken schön, sind aber auch teils sehr roh in der Ausführung. Er verwendete denselben Dekor bzw. Bordüren wie Balthasar II. Herold, dessen Inventar er wohl nach dessen Tod 1683 erworben hat. Klanglich sind seine Glocken eher mittelmäßig und neigen aufgrund des meist sehr hoch liegenden Schlagringes zur blechernen Tongebung.

Kippo hat neben den Glocken viele Geschütze gegossen. Er war auch als Kunstgießer sehr beschäftigt. In Johann Achamer hatte er einen großen Konkurrenten, was wohl erklären würde, dass von Kippo nach 1700 keine Glocken mehr nachweisbar sind.

Glocken 1684 Altmannsdorf 1684 Uhrturm der Hofburg 1685 Biedermannsdorf 1686 Friedhof Gablitz 1686 Wagram an der Donau 1687 Justizanstalt Gerasdorf 1687 Pfarrkirche Laxenburg: Hier hat sich noch ein komplettes Geläute von Kippo erhalten, (Gussjahr 1687, Dm 132, 110, 92 cm). Es zeigt zwar ein sauberes Te Deum-Motiv, wurde aber nicht gezielt vor dem Guss abgestimmt, den die Rippen aller drei Glocken sind sehr unterschiedlich. 1687 Schloss Kaiserebersdorf 1687 Sammlung Pfundner 1690 Enzersdorf an der Fischa 1691 Schlosskirche Schloss Hetzendorf 1692 Schloss Esterházy in Eisenstadt: Sein Meisterwerk ist eine große Glocke (Dm 224 cm, ca. 7300 kg), welche bis zur Landnahme des Burgenlandes (1919–1921) wohl die größte Glocke Ungarns war. 1695 Ober-Sankt-Veit

Literatur Wiener Gießer des Barock (ca. 1650–1800). Johann Kippo (1683–1714). In: Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal Verlag, Lienz in Osttirol 2006, ISBN 3-902128-10-0, S. 227.

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