Lorenz Selner (* 1614 in Wien; † 16. Oktober 1683 ebendort) war ein Glockengießer in Wien.

Leben Lorenz Selner wechselte mehrmals seinen Wohnsitz, er wohnte u. a. in der Singerstraße, in der Wildtwercherstrassen und zuletzt am Kienmarkt, heute Judengasse. Er war ein bürgerlicher Rotschmied und legte im Mai 1650 den Bürgereid ab. Er war mit dem Kremser Glockengießer Simon Selner nicht verwandt. Er verstarb im Alter von 69 Jahren.

Der Glockengießer Mathias Glaser heiratete am 30. Jänner 1684 seine Tochter Rosina Selner und übernahm damit seinen Betrieb.

Werk Lorenz Selner goss Glocken in der recht wuchtig wirkenden Barockform, also am Schlagring stark ausladend. Die Gussausführungen waren sehr rein und hatten eine qualitätvolle Zier, waren aber klanglich nicht besonders gut, der Septimtyp hatte oft einen blechernen Ton. Er wird als Schüler von Leonhard Löw (1606–1658) angenommen, weil er von Löw gewisse Verzierungen wie Rankenstab, Henkel mit Fratzenköpfen, übernommen hat.

Von den acht erhaltenen Glocken hängt die größte Glocke in Obersulz (Dm 94 cm). 1654 Gottsdorf 1656 Hausbrunn 1658 Röschitz 1668 Kühnring 1675 Seekirche, Seefeld in Tirol 1675 Söding Steiermark 1678 Pfarrkirche St. Lorenzen am Steinfeld 1679 Obersulz

Literatur Wiener Gießer des Barock (ca. 1650–1800). Lorenz Selner (1650–1683). In: Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal Verlag, Lienz in Osttirol 2006, ISBN 3-902128-10-0, S. 226.

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