Joachim Walter (* 24. Januar 1965; † 16. Juni 2015 auf Hermannswerder, Potsdam) war ein deutscher Kirchenmusiker, Organist und Musikwissenschaftler.

Ausbildung und musikalische Tätigkeit Walter legte das Abitur in Göppingen ab. Nach einem Studium der Musikwissenschaft, Skandinavistik und klassischen Archäologie an der Universität Tübingen wechselte er an die Musikhochschule Lübeck, wo er bis 1991 Kirchenmusik (A-Examen) sowie Orgel bei Martin Haselböck und Hans Gebhard studierte. Er absolvierte das Konzertexamen mit dem Prädikat „mit Auszeichnung bestanden“. 2000 wurde er mit einer Arbeit zu romantischer Orgelregistrierpraxis an der Universität Göteborg promoviert.

mini|hochkant=0.5|Grabstätte Von 1991 bis 2006 war er Kirchenmusiker der Lübecker Lutherkirche. Von 2001 bis 2013 war er Dozent für Orgelkunde an der Musikhochschule Lübeck. Von 2003 bis 2013 war er Orgelsachverständiger der Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland. Ab 2005 war er an der Stadtkirche Preetz tätig. Seit Januar 2014 war er Kantor und Organist an der Friedenskirche, wo er auch musikalischer Leiter des Oratorienchors Potsdam war. Nach schwerer Krankheit verstarb er dort im Juni 2015.

Joachim Walter war seit ihrer Gründung von 2004 bis 2013 stellvertretender Vorsitzender der Internationalen Dieterich-Buxtehude-Gesellschaft.

Seine letzte Ruhestätte erhielt Joachim Walter auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam.

CD-Einspielung Lübecker Orgelromantik, Motette Ursina 2000.

Veröffentlichungen (Auswahl) Die Schulze-Orgel der Marienkirche zu Lübeck. Diplomarbeit Musikhochschule Lübeck 1991. Jimmerthal, Johann Hermann Thomas. In: Dieter Lohmeier (Red.): Biographisches Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck. Band 10. Wachholtz, Neumünster 1994, S. 196–199. „This having ocean of tones“. Nineteenth-century organ registration practice at St. Marien, Lübeck (= Skrifter fran Institutionen für Musikvetenskap. Band 60). Göteborg 2000. Die 1854 fertiggestellte Schulze-Orgel von St. Marien zu Lübeck und ihre Register mit durchschlagenden Zungen. Eine Quelle für die Registrierkunst im 19. Jahrhundert. In: Acta Organologica. Band 28, 2004, S. 299–312. mit Dirk Jonkanski, Heiko Seidel: Orgellandschaft Schleswig-Holstein. Zur Geschichte und Pflege eines Klang- und Kunstdenkmals (= Beiträge zu Denkmalpflege in Schleswig-Holstein. Band 3). Ludwig, Kiel 2012. Schnitgers Tätigkeit in Norddeutschland. In: Cornelius H. Edskes, Harald Vogel (Hrsg.): Arp Schnitger und sein Werk. Bildband mit den erhaltenen Orgeln und Prospekten Arp Schnitgers (= Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde. Band 241). 2. Auflage. Bremen 2013, S. 146–148.

Einzelnachweise

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