mini|Elli Franz Elli Franz (* 9. Juli 1896 in Frankfurt am Main; † 1983 in ebenda) war eine deutsche Entomologin. Sie war über mehrere Jahrzehnte am Senckenbergmuseum in Frankfurt am Main tätig und leitete dort die entomologische Abteilung. Ihre Forschungsschwerpunkte lagen insbesondere auf Käfern, vor allem der Familie der Bockkäfer (Cerambycidae). Sie veröffentlichte mehr als 120 wissenschaftliche Arbeiten und galt als Spezialistin auf ihrem Fachgebiet. Biografie
Leben und Ausbildung Elli Franz besuchte zunächst die Elisabethenschule in Frankfurt am Main und wechselte 1909 an die Schillerschule in Sachsenhausen, wo sie unter anderem mit der späteren Paläontologin Tilly Edinger sowie Marta Fraenkel, Rose Hölscher und Lucie Ney (später Jessner) eine Klasse besuchte. 1916 legte sie das Abitur ab.
Im Anschluss nahm sie im Wintersemester 1916/17 ein Studium an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Goethe-Universität Frankfurt auf. Sie studierte Biologie mit dem Schwerpunkt Zoologie sowie die Nebenfächer Botanik und Physik und besuchte darüber hinaus Veranstaltungen in Geologie, Mathematik und Psychologie.
Bereits während des Studiums entwickelte sie ein besonderes Interesse an der Entomologie und trat 1919 der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft bei.
Im Januar 1922 promovierte sie bei Otto zur Strassen mit der Dissertation Die Äthernarkose der Schmetterlingspuppen, verbunden mit Messungen ihrer Kohlensäureausscheidung und ihres osmotischen Druckes, die mit „sehr gut“ bewertet wurde.
Tätigkeit am Senckenbergmuseum Nach ihrer Promotion arbeitete Franz zunächst als freiwillige Mitarbeiterin in der entomologischen Abteilung des Senckenbergmuseums. Unter der Leitung von Adalbert Seitz erhielt sie eine praktische Ausbildung und wurde bereits im September 1922 als Assistentin angestellt. In dieser Funktion war sie maßgeblich an der Neuordnung der wissenschaftlichen Sammlung sowie der Überarbeitung der Schausammlung beteiligt. In Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Zeichnerin Gertrud Winter-von Moellendorff entstand dabei erstmals eine Präsentation der Sammlung nach biologischen Gesichtspunkten.
Nach dem Tod von Adalbert Seitz übernahm Elli Franz 1938 die Leitung der entomologischen Sektion. Ab dem 1. Januar 1939 war sie fest bei der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft angestellt. 1943 wurde sie zur Kustodin ernannt. Trotz personeller Engpässe führte sie die Abteilung über viele Jahre ohne eigene Assistenz und war neben administrativen Aufgaben weiterhin intensiv in die wissenschaftliche Arbeit und die Betreuung der Sammlungen eingebunden.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit Während des Zweiten Weltkriegs organisierte Elli Franz die Auslagerung der entomologischen Sammlung, um sie vor Zerstörung zu schützen. Gemeinsam mit der Museumslaborantin Gertrud Wolfart brachte sie die Bestände in ein Ausweichquartier in Oberlais, wo sie die Sammlung betreute und den Kontakt zum Museum aufrechterhielt. Nach Kriegsende koordinierte sie den Rücktransport der Sammlung nach Frankfurt, der bis Ende 1946 abgeschlossen wurde.
In den unmittelbaren Nachkriegsjahren galt Franz als wichtige Vertrauensperson innerhalb des Museums. Sie setzte sich insbesondere für die Belange der nicht-wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen ein und war an der Ausbildung von Nachwuchskräften beteiligt.
Wissenschaftliche Arbeit Elli Franz beschäftigte sich vor allem mit der Systematik und Biologie der Käfer, insbesondere der Bockkäfer (Cerambycidae), darunter mehrere Erstbeschreibungen und erlangte auf diesem Gebiet internationale Anerkennung. Darüber hinaus arbeitete sie zu Schadinsekten und Fragen ihrer Bekämpfung. Insgesamt veröffentlichte sie mehr als 120 wissenschaftliche Arbeiten.
Ruhestand und Nachwirkungen 1962 trat Elli Franz in den Ruhestand, blieb jedoch weiterhin wissenschaftlich aktiv und arbeitete noch über ein Jahrzehnt ehrenamtlich am Senckenbergmuseum. Auch in dieser Zeit veröffentlichte sie weiterhin Studien, insbesondere zu den Cerambycidae.
Ehrungen 1964: Silberne Senckenberg-Medaille Korrespondierendes Mitglied des Entomologischen Vereins „Apollo“ (Frankfurt am Main)
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Einzelnachweise
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