Grądki () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Godkowo im Powiat Elbląski.

Geographische Lage Das Dorf Grądki liegt südlich der Wąska (Weeske) im Nordwesten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 13 Kilometer südöstlich der Stadt Pasłęk bzw. 30 Kilometer südöstlich der Kreismetropole Elbląg.

Geschichte Das einst Tyrbach genannt Dorf wurde 1354 erstmals erwähnt. Hier fand man sogar Keramikfragmente aus dem 9. bis 12. Jahrhunderts. Thierbach war ein Kirchdorf mit einem Gut.Dietrich Lange: Groß Thierbach, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Im Jahre 1820 zählte es 246 Einwohner.

Als man am 28. Mai 1874 den Amtsbezirk Nauten (heute polnisch Nawty) im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg, errichtete, gehörte Groß Thierbach zu den ersten eingegliederten Dörfern.Rolf Jehke: Amtsbezirk Nauten/Quittainen Allerdings nur bis zum 18. August 1881, als der Ort in den Amtsbezirk Quittainen (Kwitajny) umgegliedert wurde. Im Jahre 1885 waren in Groß Thierbach 258 Einwohner gemeldet.

Am 1. Januar 1908 wurde neben dem Dorf als Landgemeinde Groß Thierbach auch der Gutsbezirk Groß Thierbach (Grądki (osada)) als Teil des Amtsbezirks Quittainen namentlich erwähnt. Die Einwohnerzahl des Dorfs belief sich im Jahre 1900 auf 220.Meyers Gazetteer: Groß Thierbach

Am 30. September 1928 vergrößerte sich die Landgemeinde Groß Thierbach um die Gutsbezirke Groß Thierbach (Grądki (osada)), Klein Thierbach (Grądówko) – ohne das Vorwerk Grossainen (Grużajny) – sowie die Exklave Groß Thierbacher Wald aus dem Gutsbezirk Quittainen, die eingemeindet wurden. Die auf diese Weise neu formierte Gemeinde zählte im Jahre 1933 305 und im Jahre 1939 291 Einwohner.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland

In Kriegsfolge wurde 1945 das gesamte südliche Ostpreußen an Polen abgetreten. Das Dorf (polnisch Wieś) Groß Thierbach erhielt die polnische Namensform „Grądki“, während das frühere Gut wieder verselbständigt wurde und als eine Siedlung (polnisch Osada) die Bezeichnung „Grądki (osada)“ bekam. Beide sind Teil der Gmina Godkowo im Powiat Elbląski, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Religion Kirchengebäude Die Gründung der Kirche in Thierbach erfolgte bereits im Mittelalter in der Zeit des Deutschen Ordens.Agathon Harnoch: Thierbach-Quittainen, in: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 150–151 Wann der erste Kirchenbau erfolgte, ist nicht bekannt. Im Jahre 1623 wurde eine Fachwerkkirche erbaut, die aber aufgrund von Baufälligkeit durch ein neues Bauwerk ersetzt werden musste.

Das geschah im Jahre 1776.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreußischer Kirche, Göttingen 1968, S. 73, Abb. 266 und 267 Dabei handelte es sich um einen einfachen verputzten Saalbau. Der Turm trug eine welsche Haube und Laterne, deren Wetterfahne die Jahreszahl „1776“ trug.

Die Inneneinrichtung war schlicht und nüchtern. Der Kanzelaltar stammte von 1776. Die am 2. Dezember 1860 eingeweihte Orgel stammte aus der Werkstatt Rohn in Wormditt (heute Orneta). Das Geläut der Kirche bildeten zwei Glocken aus den Jahren 1584 bzw. 1786.

Kirchengemeinde Evangelische Kirche Mit der Reformation übernahm die Thierbacher Kirche das lutherische Bekenntnis. Von 1578 bis 1690 war sie eine Filialkirche von Schmauch (polnisch Skowrony), danach wurde Thierbach eigener Pfarrsitz, von dem aus auch Quittainen (Kwitajny) mitzuversorgen war.

Lange Jahre war die Thierbacher Kirche ein „Simultaneum“, d. h. hier wurden sowohl lutherische als auch reformierte Gottesdienste gehalten. Erst 1875 wurde Thierbach eine „unierte“ Gemeinde. Danach wurden Groß Thiebach und Quittainen „Vereinigte Kirchengemeinden“ mit dem Pfarrsitz in Groß Thierbach.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471 Das Kirchenpatronat oblag der Gräflichen Dönhoffschen Familien- und Armenstiftung in Quittainen. 1925 zählte das Kirchspiel Groß Thierbach 404 Gemeindeglieder, von 657 in der Pfarrei. Bis 1945 gehörten die Vereinigten Kirchengemeinden zum Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Aufgrund von Flucht und Vertreibung erlosch die evangelische Gemeinde. Heute hier lebende Gemeindemitglieder gehören zur St.-Georgs-Kirche in Pasłęk innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Kirchspielorte: Zum Kirchspiel des Sprengels Groß Thierbach gehörten vor 1945 neben Groß Thierbach (Dorf und Gut) die Orte Grossainen, Memento und Klein Thierbach.

Pfarrer: An der Thiebacher Kirche amtierten als evangelische Pfarrer:Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 142 Christian Kleipcke, 1690–1694 Ernst Gottl. Neubeccius, 1695–1709 Daniel Schönwald, 1711–1719 Johann Hacob Schultz, 1721–1732 Reinhold Friedrich Brauer, 1732–1740 Christoph Schultz, 1741–1748 Jacob Theodor Decker, 1748–1757 Christian Tiedmann, 1757–1761 Johann Jacob Winckler, 1761–1805 Johann Ernst Theodor Riedel, 1806–1816 August Hienrich Hildebrandt, ab 1816 Constantin Th. Ehregott Riedel, 1835–1850 Gottlieb Jon. Corsepius, 1850–1853 Carl Heinrich Rröder, 1853–1860 Friedrich Ludw. Ferdinand Elsner, ab 1860 Karl Emil Krukenberg, 1867–1880 Hilfgott Heinr. Th. Fischer, 1881–1891 Georg Günther W. Heynacher, 1891–1909 Ernst Fr. Emil Gromsch, 1910–1939 Horst Broscheit, 1939–1942

Römisch-katholische Kirche Vor 1945 gehörten die römisch-katholischen Kirchenglieder in Groß Thierbach zur Pfarrei St. Josef in der Kreisstadt Preußisch Holland, wo auch das Dekanat seinen Sitz hatte. Seit der Zeit nach 1945 ist Grądki eine Filialkirche der Pfarrei Rogajny. Sie gehört zum Dekanat Pasłęk II im Bistum Elbląg.

Verkehr Grądki liegt an einer Nebenstraße, die von der Woiwodschaftsstraße 527 (frühere deutsche Reichsstraße 133) bei Surowe abzweigt und über die Ortsstelle Grądówko nach Grądki (osada) und weiter bis nach Grądki führt, von dort über einen Landweg mit dem untergegangenen Ort Nowy Folwark verbunden. Außerdem endet eine von Grużajny kommende Straße in Grądki (osada) und Grądki. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1354 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Godkowo