mini|Sergei Wladimirowitsch Orlow Sergei Wladimirowitsch Orlow (, * in Moskau; † 12. Januar 1958 ebenda) war ein sowjetischer Astronom.

Leben Sergei Wladimirowitsch Orlow wurde am 18. August 1880 als Sohn eines Arztes in Moskau geboren. Nach dem Abitur am Ersten Moskauer Gymnasium (1-я Московская гимназия) begann er 1899 ein Studium der Mathematik und Physik an der Staatlichen Universität Moskau (sie heißt erst seit 1940 Lomonossow-Universität), das er 1904 abschloss. Schon seit 1902, noch als Student, arbeitete er an der Moskauer Universitätssternwarte.

Im Russisch-Japanischen Krieg (1904–1905) diente er als Artillerie-Offizier. Da seine frühere Stelle nach seiner Rückkehr besetzt war, unterrichtete er von 1906 bis 1918 Mathematik und Physik am Ersten Moskauer Gymnasium, unterbrochen nur von einem weiteren militärischen Einsatz während des Ersten Weltkriegs, bei dem er nach einem komplizierten Beinbruch demobilisiert wurde. Während dieser Zeit war er auch wissenschaftlich tätig, war dann von 1920 bis 1922 Dozent für Astronomie und Physik an der Universität Perm und anschließend von 1923 bis 1930 stellvertretender Direktor des Staatlichen Astrophysikalischen Instituts in Moskau. Dieses wurde 1931 zum Sternberg-Institut für Astronomie, von 1943 bis 1952 war er dort Direktor. Seit 1926 war er auch Professor an der Moskauer Universität.

Orlows Hauptarbeitsgebiet war die Kometenforschung, in der er an die mechanische Theorie von Fjodor Alexandrowitsch Bredichin anknüpfte und sie zu einer physikalischen Theorie ausbaute. Besonders zu erwähnen sind Klassifizierungen von Kometen, Zusammenhänge zwischen der Helligkeit und physikalischen Eigenschaften der Kometen und seine Forschungen zum Ursprung der Kometen. Er verfasste dazu zahlreiche wissenschaftliche Artikel und zwei Bücher:

Orlow war mit Jekaterina Sergejewna Bubnowa (Екатерина Сергеевна Бубнова, 1879–1937) verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter, Natalija Sergejewna Orlowa (Наталия Сергеевна Орлова, 1908–1985) und Nadeschda Sergejewna Orlowa (Надежда Сергеевна Орлова, 1914–2006). Orlow starb am 12. Januar 1958 im Alter von 77 Jahren und wurde auf dem Nowodewitschi-Friedhof begraben.

Ehrungen 1943 wurde Orlow mit dem Stalinpreis ausgezeichnet. Ebenfalls 1943 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR gewählt. Orlow erhielt 1959 den Bredichin-Preis der Akademie der Wissenschaften der UdSSR. Im Jahre 1970 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater Orlov offiziell nach den sowjetischen Astronomen Alexander Jakowlewitsch Orlow und Sergei Wladimirowitsch Orlow. Der 1978 entdeckte Asteroid (2724) Orlov wurde ebenfalls nach Sergei Wladimirowitsch Orlow benannt.

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Einzelnachweise Siehe (2724) Orlov und dortige Belege.

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