Die Kosobaumdrossel (Turdus simensis), Syn. Psophocichla simensis, ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann, F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen. 3., ergänzte Auflage. 2022, PDF

Der Vogel kommt im Hochland von Äthiopien und Eritrea vor.

Die Art wurde häufig als Unterart der Akaziendrossel (Turdus litsitsirupa) angesehen und als Turdus litsitsirupa simensis beziehungsweise als Psophocichla litsitsirupa simensis bezeichnet.F. Gill, D. Donsker, P. Rasmussen (Hrsg.): Thrushes. [IOC World Bird List Version 13.1. International Ornithologists' Union. IOC World Bird List 13.1]R. J. Dowsett, A. D. Forbes-Watson: Checklist of birds of the Afrotropical and Malagasy regions. Tauraco Press, Liège 1993, ISBN 2-87225-000-X.C. G. Sibley, B. L. Monroe: Distribution and Taxonomy of Birds of the World. Yale University Press, New Haven 1990, ISBN 0-300-04969-2.

Beide Arten wurden zeitweise in die Gattung Psophocichla gestellt.L. L. Short, J. F. M. Horne, C. Muringo-Gichuki: Annotated check-list of the birds of East Africa. In: Proceedings of the Western Foundation of Vertebrate Zoology. Band 4, 1990, S. 61–246.J. del Hoyo, N. J. Collar, D. A. Christie, A. Elliott, L. D. C. Fishpool, P. Boesman, G. M. Kirwan: HBW and BirdLife International Illustrated Checklist of the Birds of the World. Volume 2: Passerines. Lynx Edicions and BirdLife International, 2016, datazone.birdlife.org

Der Lebensraum umfasst offene und mit einzelnen Bäumen bestandene Flächen oberhalb von 1500 m, Moore, Grasland, Sekundärwald, Kulturlandschaften und Gärten bis 4100 m. Bevorzugt Kosobaum (Hagenia abyssinica) und Bambus sowie Johanniskräuter (Hypericum).G. M. Kirwan, N. Collar, J. del Hoyo, P. F. D. Boesman: Ethiopian Thrush (Turdus simensis). version 1.0. In: B. K. Keeney (Hrsg.): Birds of the World. Cornell Lab of Ornithology, Ithaca 2022, Turdus simensisAfrican Bird Club: ABC App - Birds of Africa

Der Artzusatz bezieht sich auf die Simien-Berge in Nordäthiopien.J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press, 1991, ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Der Vogel misst 20–22 cm, eine stämmig wirkende Drossel, an der Oberseite grau oder braun mit deutlich abgesetzter schwarzer Gesichtszeichnung, kräftig gefleckter Unterseite, breiten Flügeln und kurzem Schwanz. Die Gesichtszeichnung erinnert etwas an Erddrosseln (Zoothera). Stirn bis Bürzel sind blass schiefergrau bis graubraun, einzelne Federn haben dunkelbraune Kiele, der Schwanz ist graubraun, die äußere Steuerfedern sind schmal gelbbraun berandet. Zügel, Ohrdecken und Wangen sind weiß, der Augenring weiß mit schwarzem Fleck ober- und unterhalb des Auges. Jeweils vor und hinter den Ohrdecken verläuft ein breiter schwarzer Streifen. Hand- und Armschwingen sind dunkelbraun, die Außenfahnen tragen gräuliche Ränder, die Innenfahnen sind im unteren Teil gelblich bis orangefarben, aber nur bei geöffnetem Flügel erkennbar. Im Fluge ergibt sich ein charakteristischer gelblicher Spiegel an der Flügelunterseite. Die Flügeldecken sind warm olivbraun mit grauen Rändern. Schulterfedern und Unterflügeldecken sind gelblich. Kinn und Kehle sind weiß ohne Flecken, seitlich sind Kehle und Nacken weiß mit schwarzen Flecken. Brust, Flanken und Unters sind weiß gelbbraun überhaucht und dicht schwarz tropfenförmig gefleckt, Steiß und Unterschwanzdecken sind weiß, gelbbraun überhaucht. Die Geschlechter unterscheiden sich kaum, das Weibchen ist etwas weniger gefleckt und insgesamt etwas brauner, besonders am Schwanz. Jungvögel sind an Kopf und Oberseite altweiß gefleckt, haben kleinere schwarze Flecken an Kehle, Brust und Unterseite. Die großen und mittleren Flügeldecken tragen gelbbraune bis weiße Spitzen. Der Schnabel ist schwarz, die Schneidkante gelb-orangefarben, der Unterschnabel an der Basis gelb mit schwarzer Spitze, die Iris ist kastanienbraun, die Beine sind gelblich bis fleischfarben.

Die Art steht aufrecht und schlägt regelmäßig mit einem oder beiden Flügeln.

In Eritrea kann die Art mit der Singdrossel Turdus philomelos verwechselt werden, die aber einen kürzeren Schnabel, eine längeren Schwanz hat, mehr horizontal steht und keine schwarze Gesichtszeichnung aufweist.

Geografische Variation Die Art ist monotypisch.IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025

Stimme Der Gesang des Männchens wird als Vielzahl an kurzen Strophen von 4–8 Lauten „tseeoo-tsitsi-choy, choy-chichi-choy, wheeee-pu-chichichichit, pachaw, chee-puchewy“ beschrieben, eher weniger wohlklingend als andere Drosseln. Hinzu kommt ein einmaliger oder wiederholter ansteigender Pfeiflaut „whee“, auch im Fluge.

Lebensweise Die Art ist ein Standvogel und ortsständig, sie ist meist einzeln, paarweise oder in kleine Gruppen zu finden.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Larven.

Die Brutzeit liegt in Eritrea zwischen Juni und Juli, in Äthiopien zwischen März und Juli. Das Nest befindet sich in mindestens 1 ½ bis 3 m Höhe in einer größeren Astgabel, oft in Stammnähe oder einem horizontal verlaufendem Ast, gerne über einem Gewässer. Es ist eine große und unordentliche Schale aus verschiedenstem Material.

Das Gelege besteht aus leicht glänzenden, blass cremefarben bläulichen bis grünlich bläulichen Eiern mit lilafarbenen Flecken.

Gefährdungssituation Die Kosobaumdrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur W. P. E. S. Rüppell: Merula (Turdus) simensis. In: Neue Wirbelthiere zu der Fauna von Abyssinien gehörig. Vögel, S. 81, 1837, Biodiversity Library J. A. A. Nylander, U. Olsson, P. Alström, I. Sanmartín: Accounting for phylogenetic uncertainty in biogeography: a Bayesian approach to dispersal-vicariance analysis of the thrushes (Aves: Turdus). In: Systematic Biology. Band 57, S. 257–268, 2008, JSTOR

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise

Kategorie:Drosseln