Karl von Wied-Runkel (* 21. Oktober 1684; † 21. Juni 1764Stammtafel (Weblinks).) war evangelischer Präsident des Reichskammergerichts.
Herkunft und Familie Karl war ein nachgeborener Sohn von Georg Hermann Reinhard Graf von Wied-Runkel (* 9. Juli 1640; † 7. Juni 1690) und seiner zweiten Gattin Johanna Elisabeth, geb. Gräfin zu Leiningen-Westerburg (* 27. Januar 1659; † 27. März 1708).Stammtafel (Weblinks). Die Mutter vermählte sich 1692 zum zweiten Mal, mit Graf Theodor Adolf zu Metternich-Beilstein, und wurde 1695 abermals Witwe.Eduard Brinckmeier: Genealogische Geschichte des uradeligen, reichsgräflichen und reichsfürstlichen, standesherrlichen, erlauchten Hauses Leiningen und Leiningen-Westerburg, Band 2, Braunschweig 1891, S. 241. Sein Onkel (Bruder der Mutter) war der evangelische Reichskammergerichtspräsident Johann Anton zu Leiningen-Westerburg in Schadeck,Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich, Teil 1: Darstellung, Wien, Köln und Weimar 2011, S. 679. der nach dem frühen Tod des Vaters auch die Vormundschaft für Karl und seine Geschwister führte.Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, Band 38, Wiesbaden 1909, S. 182.
Karl heiratete am 18. Februar 1707 Caroline Albertine von Lippe-Detmold (* 14. Oktober 1674; † 13. Juli 1740). Aus diesem Geschlecht stammte bereits seine Großmutter mütterlicherseits, eine Tochter des Grafen Simon VII. zur Lippe. Eduard Brinckmeier: Genealogische Geschichte des uradeligen, reichsgräflichen und reichsfürstlichen, standesherrlichen, erlauchten Hauses Leiningen und Leiningen-Westerburg, Band 2, Braunschweig 1891, S. 239. Der Ehe gingen insgesamt sieben Kinder hervor, davon erreichten vier das ErwachsenenalterStammtafel (Weblinks).: Frederike Amalie Sophie (* 5. September 1708; † 17. August 1777), Stiftsdame im evangelischen Stift Herford Johann Wilhelm Karl (* 1709; † 22. März 1710) Wilhelm Franz Friedrich Karl (* 1710; † 18. Februar 1711) Franz Karl Christoph (* 17. Oktober 1711; † 5. September 1757 in Egmont), holländischer Generalmajor; ⚭ 20. Oktober 1738 Judith Maria Baronesse van Aylva, (* um 1698; † 22. Mai 1756) Heinrich Georg Friedrich (* 19. Oktober 1712; † 23. Februar 1779), österreichischer General und Gouverneur von Mailand Johann Ernst (* 1713; † 1715) Karl Heinrich (* 13. August 1716; † 30. März 1783), Oberst der Generalstaaten und Ritter des Kurpfälzischen Löwenordens
Wirken Karl von Wied-Runkel wurde 1724 zum evangelischen Präsidenten (Vorsitzender Richter eines der Senate) des Reichskammergerichts ernannt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1764 innehatte.Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V.: Reichskammergerichtsmuseum. Eine Pensionierung der Richter am Reichskammergericht war nicht vorgesehen.Hartmut Harthausen: Das Reichskammergericht in Speyer. In: Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V.: Reichskammergerichtsmuseum [Katalog]. 2. Auflage. Wetzlar 1997. ohne ISBN, S. 15–23 (18). Er trug den Titel eines „Wirklichen kaiserlichen Geheimrates“.Stammtafel (Weblinks).
Literatur Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V.: Reichskammergerichtsmuseum [Katalog]. 2. Auflage. Wetzlar 1997. ohne ISBN, [Katalog], S. 76, Nr. 41.
Weblinks Stammtafel des mediatisierten Hauses Wied. 1884
Einzelnachweise
Kategorie:Familienmitglied des Hauses Wied-Runkel (Ältere Linie) Kategorie:Präsident am Reichskammergericht Kategorie:Geheimrat Kategorie:Person (Wetzlar) Kategorie:Geboren 1684 Kategorie:Gestorben 1764 Kategorie:Mann