mini|Kamakhya-Tempel (2018) Der Kamakhya-Tempel (Assamesisch: কামাখ্যা দেৱালয়) ist ein bedeutendes hinduistisches Heiligtum auf dem Nilachal-Hügel in Guwahati, im indischen Bundesstaat Assam. Er zählt zu den wichtigsten Zentren des Shaktismus und ist eine der 51 Shakti Peethas, jener heiligen Orte, an denen nach der Überlieferung Körperteile der Göttin Sati niedergefallen sein sollen, nachdem ihr Leichnam von Vishnu zerteilt wurde.
Heiligtum Der Tempel zählt zu den vier herausragenden Peethas, da hier die Yoni, die Genitalien der Göttin verehrt werden. Das zentrale Heiligtum enthält keine Darstellung einer Gottheit in menschlicher Form, sondern ist eine natürliche Felsspalte, die von einer unterirdischen Quelle ständig mit Wasser gespeist wird. Der Tempel ist der Göttin Kamakhya gewidmet, eine Verkörperung der Urkraft Shakti, die die weibliche schöpferische Energie des Universums darstellt. Der Ort ist ein Zentrum des Tantra und berühmt für die Ambubachi Mela, ein jährliches Fest, das die menstruierende Erde und die zyklische Fruchtbarkeit der Natur symbolisiert.
Architektur Der Kamakhya‑Tempel ist im Nilachal‑Stil errichtet, einer regionalen Bauform Assams, die Elemente der mittelalterlichen nordostindischen Tempelarchitektur mit Einflüssen aus bengalischen und kalingischen Traditionen verbindet. Der heutige Bau entstand überwiegend im 17. Jahrhundert, nachdem der ursprüngliche Tempel im Mittelalter zerstört worden war. Der Wiederaufbau erfolgte im 16. Jahrhundert unter König Nara Narayan und seinem Bruder Chilarai aus der Koch-Dynastie; spätere Erweiterungen und Renovierungen wurden von den Ahom-Herrschern vorgenommen.
Der Tempelkomplex umfasst mehrere Schreine, die den zehn Mahavidyas gewidmet sind. Die Schreine der Tripurasundarī, Matangi und Kamala befinden sich im Haupttempel, während die übrigen sieben eigene Gebäude innerhalb der Anlage besitzen. Der Kamakhya‑Tempel repräsentiert einen hybriden architektonischen Stil, der als Nilachal‑Styl bekannt ist, dessen Ursprünge bis ins 8. oder 9. Jahrhundert zurückreichen und der über viele Jahrhunderte hinweg von den Herrschern der Koch- und Ahom-Dynastie weiterentwickelt wurde.
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Kategorie:Hinduistischer Tempel in Indien Kategorie:Guwahati Kategorie:Bauwerk in Assam Kategorie:Erbaut im 17. Jahrhundert Kategorie:Tantra