Klaus Westen (* 16. Oktober 1929 in Mikultschütz/Oberschlesien (seit 1951 Stadtteil von Zabrze); † 12. November 1999 in Köln) war ein deutscher Rechtswissenschaftler (Schwerpunkt: Osteuropäisches Recht) und Hochschullehrer.Westen, Klaus. In: Universität zu Köln / Galerie der Professorinnen und Professoren (mit allen biografischen Daten); Klaus Westen. In: FU-Lexikon (beides abgerufen am 17. Februar 2026).

Leben und Wirken Klaus Westen studierte von 1949 bis 1953 Rechtswissenschaft an der Universität Freiburg/Br. Dort legte er 1953 die erste und 1957 nach dem Vorbereitungsdienst die zweite juristische Staatsprüfung ab. Bis 1962 war er als wissenschaftlicher Assistent an dieser Universität tätig und promovierte dort 1959 zum Dr. jur. Von 1962 bis 1967 arbeitete er als Referent am Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien in Köln und habilitierte sich 1967 an der Universität Freiburg/Br. Bis 1971 lehrte er dort als Privatdozent und bis 1972 an der Universität zu Köln. Im Jahre 1972 übernahm er bis 1995 einen Lehrstuhl für Osteuropäisches Recht und Bürgerliches Recht an der Freien Universität Berlin, außerdem leitete er in Berlin am Osteuropa-Institut die Abteilung Recht.

Klaus Westen veröffentlichte zahlreiche Werke zum Recht der sozialistischen Staaten, insbesondere der Sowjetunion und der DDR.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Die rechtstheoretischen und rechtspolitischen Ansichten Josef Stalins (= Schriften des Kopernikus-Kreises, Freiburg im Breisgau, Bd. 5). Thorbecke, Lindau/Konstanz 1959 (= Dissertation Universität Freiburg/Br.). (mit Alois Riklin): Selbstzeugnisse des SED-Regimes. Das nationale Dokument, das erste Programm der SED, das vierte Statut der SED (= Bundesinstitut zur Erforschung des Marxismus-Leninismus / Aktuelle Studien, Bd. 1). Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1963. Der Staat der Nationalen Demokratie. Ein kommunistisches Modell für Entwicklungsländer (= Beiträge zur Sowjetologie, Bd. 3). Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1964. Zur Frage einer Garantie- und Risikohaftung für sogenannte "Verkehrspflichtverletzungen". In: Josef Esser (Hrsg.): Festschrift für Fritz von Hippel zum 70. Geburtstag. Mohr, Tübingen 1967, S. 591–630. Die Kommunistische Partei der Sowjetunion und der Sowjetstaat. Eine verfassungsrechtliche Untersuchung (= Abhandlungen zum Ostrecht, Bd. 6). Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1968 (= Habilitationsschrift Universität Freiburg/Br.). (mit Georg Brunner): Die sowjetische Kolchosordnung (mit Dokumenten). Von den Anfängen zum 3. Musterstatut 1969. Kohlhammer, Stuttgart 1970. (Red.): Recht. Arbeits- und Sozialversicherungsrecht bis Wirtschaftsrecht [Marxismus im Systemvergleich]. Herder, Frankfurt/M. 1973, ISBN 3-585-32030-9. (Hrsg.): Das neue Zivilrecht der DDR nach dem Zivilgesetzbuch von 1975 (= Rechtswissenschaftliche Veröffentlichungen, Bd. 7). Nomos, Baden-Baden 1977, ISBN 3-7890-0329-8. (Hrsg.): Der Schutz individueller Rechte und Interessen im Recht sozialistischer Staaten (= Rechtswissenschaftliche Veröffentlichungen, Bd. 10). Nomos, Baden-Baden 1980, ISBN 3-7890-0547-9. (Mitautor): Grundsatzfragen der Ostrechtsforschung (= Studien des Instituts für Ostrecht, Bd. 28). Erdmann, Tübingen 1980, ISBN 3-7711-0972-8. (mit Joachim Schleider): Zivilrecht im Systemvergleich. Das Zivilrecht der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland (= Rechtswissenschaftliche Veröffentlichungen, Bd. 13). Nomos, Baden-Baden 1984, ISBN 3-7890-0979-2. Rechtsverweigerung durch Rechtsgewährung – Ein Stilelement der Staaten des real existierenden Sozialismus. In: Georg Brunner (Hrsg.): Sowjetsystem und Ostrecht. Festschrift für Boris Meissner zum zum 70. Geburtstag. Duncker & Humblot, Berlin 1985, S. 429–442, ISBN 3-428-05845-3. (Hrsg.): Sozialistisches Wirtschaftsrecht zwischen Wandel und Beharrung (= Osteuropaforschung. Bd. 22). Berlin-Verlag Spitz, Berlin 1988, ISBN 3-87061-335-1. Das Unternehmensgesetz. In: Karin Schmid (Hrsg.): Gesetzgebung als Mittel der Perestrojka. Wunsch und Wirklichkeit (= Schriftenreihe des Bundesinstituts für Ostwissenschaftliche und Internationale Studien, Bd. 20). Nomos, Baden-Baden 1991, S. 38–52, ISBN 3-7890-2216-0. Blüte im Verfall. Zur jüngsten sowjetischen Rechtsentwicklung. In: Osteuropa, Bd. 42 (1992), H. 1, S. 3–20. Zauberformel Privatisierung. Privatisierung als zentrales Anliegen. In: Osteuropa, Bd. 44 (1994), H. 1, S. 3–24. Die Verfassung der Russischen Föderation. In: Osteuropa, Bd. 44 (1994), H. 9, S. 809–832.

Einzelnachweise

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