Hans-Joachim Biedermann (* 24. Juni 1940 in Halle/Saale) ist ein deutscher Maler, Grafiker und Objektkünstler.

Leben und Werk Hans-Joachim Biedermann ist der Zwillingsbruder des Grafikers und Malers Helmut Biedermann. Er besuchte nach dem Abschluss der 10. Klasse von 1957 bis 1960 die Arbeiter- und Bauernfakultät für Bildende Kunst in Dresden. Danach absolvierte er bis 1961 ein praktisches Jahr in der Landwirtschaft. Von 1961 bis 1968 studierte er, unterbrochen durch seine Exmatrikulation und den Wehrdienst in der NVA, an der Hochschule für Bildende Kunst Dresden bei Paul Michaelis Tafelmalerei. Für das Diplom schuf er das Tafelbild Aufbau des Kulturhauses.Bestandserfassung der Gemäldesammlung | [Artonomia] Körper und Malerei

Seitdem arbeitete er in Potsdam und seit 1996 in Brandenburg an der Havel freischaffend als Maler, Grafiker und Objektkünstler. Von 1971 bis 1983 schuf er mit seinem Bruder Werke der baugebundenen Kunst in Rathenow, Brandenburg, Potsdam, Berlin, Pritzwalk, Rostock und Wernigerode, von denen einige nach der deutschen Wiedervereinigung eingelagert oder zerstört wurden. Er gestaltete auch, im Eigenverlag, über 20 Bücher.

1974 trug er mit dem Bild Kumpel vom Bohrturm (1974, Mischtechnik, 90 × 75 cm)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 1/1976, S. 4, das einen jungen Mann mit langen Haaren und Bart zeigt, dazu bei, „Klischeebilder von der Arbeiterklasse abzubauen“.Lothar Lang: Malerei und Grafik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1983, S. 140 (= Reclams Universal-Bibliothek, Band 955).

Biedermann war von 1971 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte in der Zeit der DDR eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1975 in Paris an der Ausstellung DDR-Kunst heute und 1977/1978 an der VIII. Kunstausstellung der DDR.

1984 musste Biedermann sich zwei Hirnoperationen mit Beeinträchtigung der rechten Extremitäten und Erblindung des rechten Auges unterziehen, und seit 1985 ist er Invalidenrentner. Dennoch gestaltete er mit seinem Bruder ab 1996/1997 künstlerisch und baulich Innen- und Außenbereiche von Hotels und Gaststätten.

Weitere Werkbeispiele

Malerei und Grafik Selbstporträt (1967, Lithografie, 44,5 × 33,0 cm)Hans Joachim Biedermann - Selbstporträt - 1967 - Lithografie, 100,00 € Der Aufbruch (1977; Serie von Grafiken; u. a. im Potsdam Museum) Birkenau (1977, Öl, 120 × 180 cm; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR) Ballspielende am Strand (1979; Potsdam Museum) Junge Frau (1978, Öl, 93 × 65 cm; Kunstarchiv Beeskow) Abriss der Holländer Häuser an der Französischen Kirche (1988, Pastell, Potsdam Museum)

Baugebundene Werke Türgestaltung (Brandenburg, Kindergarten des VEB Stahl- und Walzwerks Brandenburg) Zirkus (Wandgestaltung, Applikation; VEB Chemiefaserwerk Premnitz)

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig) 2016: Potsdam, Potsdam Museum („Potsdam in der Grafik von 1945 bis 2000“) 2020: Magdeburg, MDR Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt („Rückblick“; mit Helmut Biedermann) 2025: Stendal-Dahrenstedt, Kunsthof Dahrenstedt („Über das Sein“ & „DASEIN“; mit Helmut Biedermann)

Literatur Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 75/76

Weblinks Biedermann auf der Website des Kunsthofes Dahrenstedt Tipp: Über das Sein - eine Ausstellung der Gebrüder Helmut und Hans-Joachim Biedermann. Manuela Mordhorst Artblog

Einzelnachweise

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