Les juifs riches ist ein französischer Kurzfilm in dokumentarischer Form unter der Regie von Yolande Zauberman aus dem Jahr 2026. Der Film feierte am 14. Februar 2026 auf der Berlinale seine Weltpremiere in der Sektion Berlinale Shorts.
Handlung
Der Film kombiniert Off-Erzählungen der Regisseurin über das Schicksal ihrer in Lublin ansässigen Familie während der Shoah mit Amateuraufnahmen der Familie von religiösen Zeremonien aus dem Judentum wie Brit Mila, Bar Mitzwa und Hochzeit sowie jüdischen Witzen. Tod, Rettung, Verantwortungsbewusstsein, Mut und Selbstlosigkeit bestimmen die Erlebnisse.
So berichtet die Filmemacherin, dass ihr Großvater kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges aus dem Konzentrationslager in den Wald floh und dort von anderen Geflüchteten erfuhr, dass seine Frau und Tochter tot seien. Wegen dieser Todesnachricht überredete der Großvater einen deutschen Wachmann des Lagers, dass er gegen einen ihm bekannten jungen Juden aus Lublin ausgetauscht wurde; er selbst könne keine Familie mehr gründen, aber der junge Mann solle das tun. Doch die Todesnachricht war falsch! Der Ausgetauschte suchte nach dem Krieg die Filmemacherin und ihre beiden Onkel Guy und Sam auf und erzählte die Geschichte. Daraufhin konnten die beiden mit Mutter und Schwester wieder zusammenfinden. In einer weiteren Erzählung geht es um Jacques, den Schwiegervater der Filmemacherin. Er konnte sich während des Zweiten Weltkrieges mit seinen Geschwistern auf einem Bauernhof verstecken. Während er einmal die Nacht auf einem anderen Hof mit der dortigen Bäuerin verbrachte, töteten Bauern auf der vergeblichen Suche nach Gold alle seine Geschwister. Der Cousin des Vaters der Filmemacherin hatte Nationalsozialisten getötet und sich gestellt, als die Deutschen aus Rache zehn Unschuldige zu erschießen drohten. Mutter und Großmutter der Filmemacherin wurden während der Nazizeit von verschiedenen Personen versteckt und gerettet, was wohl mit der Schönheit der Großmutter zu tun hatte. Sara, die schönste Frau von Lublin, war in den Onkel Sam der Filmemacherin verliebt und eine Zeitlang mit der Familie in einem Versteck, das der Großvater gebaut hatte. Doch sie verließ den Ort wegen ihrer Klaustrophobie, wurde verhaftet und kam ins Konzentrationslager Auschwitz. Weil sie nähen konnte, überlebte sie und kehrte nach Kriegsende nach Lublin zurück. Sara verliebte sich in den Juden, den der Großvater der Filmemacherin aus dem Konzentrationslager gerettet hatte.
Der Filmtitel beruht auf einer jiddischen Redewendung, die ironisch auf das Klischee des reichen Juden anspielt und von Yolande Zauberman im Film zitiert wird: „Auf Englisch sagt man: ‚Rich, richer, the richest.‘ Auf Jiddisch sagt man: ‚Rach (das heißt: reich), Miè Guizoukt (Möge es mir passieren), A Ganèf (Was für ein Dieb!).“
Produktion
Filmstab Regie führte Yolande Zauberman, von der auch das Drehbuch stammt. Die Musik komponierte Philippe Deschamps und für den Filmschnitt war Basile Balkiri verantwortlich. Für das Sound Design war Xavier Thieulin zuständig.
Produktion und Förderungen Produziert wurde der Film von Solal Raiman, Yolande Zauberman, Bruno Morat und François Bonenfant. Koproduzent war Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains, Tourcoing.
Dreharbeiten und Veröffentlichung Der Film feierte am 14. Februar 2026 auf der Berlinale seine Weltpremiere in der Sektion Berlinale Shorts. Der Weltvertrieb liegt in den Händen von Pyramide International, Paris.
Auszeichnungen und Nominierungen 2026: Internationale Filmfestspiele Berlin
Weblinks
Berlinale-Profil
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Französischer Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Holocaust-Film