Aurantiacibacter ist eine Gattung von Bakterien. Die Arten besiedeln verschiedene Ökosysteme, darunter marine und terrestrische Gebiete. Einige Aurantiacibacter-Arten sind mit pflanzlichen und tierischen Wirten assoziiert.
Merkmale Die Gattung Aurantiacibacter besteht überwiegend aus nicht beweglichen, stäbchenförmigen Bakterien. Die Zellen sind stabförmig, eiförmig oder kokkenförmig. Einige Arten, wie A. atlanticus und A. suaedae, sind beweglich. Auf Agar-Medien der und Reasoner's 2A (R2A-Agar) erscheinen sichtbare Kolonien der Aurantiacibacter-Arten typischerweise nach einer Inkubationszeit von 2 bis 7 Tagen. Die Kolonien sind kreisförmig, konvex, undurchsichtig und glatt. Die Inkubationszeit variiert je nach Art, beträgt jedoch in der Regel 3 bis 7 Tage. Die Koloniefarben sind aufgrund der Bildung von Carotinoiden orange oder gelb.
Stoffwechsel und Wachstum mini|320x320px|Maltose Die Arten sind in der Regel aerob, benötigen also Sauerstoff und führen die Atmung durch. A. atlanticus ist fakultativ aerob, kann also auch anaerob leben. Unter anaeroben Bedingungen nutzt es die Nitratatmung (Denitrifikation). Hierbei werden oxidierbare Verbindungen als Elektronendonatoren mit Nitrat als Oxidationsmittel oxidiert und hierdurch ATP gewonnen. mini|320x320px|Polysorbat 20 Als Kohlenstoff- und Energiequellen können mehrere, verschiedene Substrate genutzt werden. Die meisten Arten sind in der Lage, Esculin sowie Tween 20, 40 und 80 zu hydrolysieren und D-Glucose sowie Maltose zu verwerten. Einige Arten können zudem Stärke, Tyrosin und Cellobiose hydrolysieren. Aurantiacibacter hainanensis und A. rhizosphaerae sind in der Lage, Xylose und D-Galactose zu verwerten. Aurantiacibacter rhizosphaerae und A. suaedae können D-Fructose verwerten. beschränkt ist. Die optimalen Temperatur-, pH- und Salzgehaltbereiche für das Wachstum von Aurantiacibacter-Arten liegen bei 25–37 °C, pH 6,0–8,0 und 1,0–5,0 % (w/v) NaCl. Aurantiacibacter rhizosphaerae ist leicht halophil und zeigt ein optimales Wachstum bei hohen NaCl-Konzentrationen zwischen 4,0 und 5,0 % (w/v). Einige Arten tolerieren recht niedrige Temperaturen, die Art A. arachoides zeigt noch bei 0 °C Wachstum, A. atlanticus und A. luteus noch bei 4 °C. Sie sind psychrotolerant.
Ökologie Arten der Gattung Aurantiacibacter wurden aus verschiedenen Lebensräumen isoliert. Aurantiacibacter aquimixticola, A. atlanticus, A. gangjinensis, A. hainanensis, A. luteus, A. marinus, A. sediminis, A. xanthus und A. zhengii wurden aus verschiedenen marinen Umgebungen isoliert, darunter Flussmündungswasser, Küsten- und pelagisches Meerwasser, Watt-Sedimente, Mangroven-Sedimente und Tiefseesedimente. Der Typusstamm von Aurantiacibacter arachoides wurde aus einem Eiskern des Ost-Rongbuk-Gletschers im Hochland von Tibet isoliert. A. sediminis wurde aus dem Wattenmeer in der Garorim-Bucht von Südkorea isoliert. Darüber hinaus sind mehrere Aurantiacibacter-Arten mit pflanzlichen und tierischen Wirten assoziiert, wie beispielsweise halophytische Pflanzen und Meeresschwämmen. So wurde die zuerst als Erythrobacter suaedae beschriebene Art aus der Rhizosphäre der halophyten Pflanze Suaeda japonica isoliert. Seit dem Jahr 2020 wird diese Art als Aurantiacibacter suaedae geführt. Aurantiacibacter spongiae wurde von einem marinen Schwamm der Art Mycale phyllophila isoliert. Die Probe wurde im Juni 2016 in einer Wassertiefe von 20 m in der Yangpu-Bucht vor Hainan, China, entnommen. Bei der Erstbeschreibung wurde auch diese Art zuerst der Gattung Erythrobacter zugerechnet.
Taxonomie Die vorherrschenden Fettsäuren sind ungesättigte Octadecensäuren von Vaccensäure (C18:1 ω7c) und/oder C18:1 ω6c. Mit Ausnahme von Aurantiacibacter luteus sind die wichtigsten polaren Lipide Glycosphingolipide und verschiedene Phospholipide, insbesondere Phosphatidylcholin (PC) und Phosphatidylethanolamin (PE).
Systematik Aufgrund von Untersuchungen der Genome wurden die Arten Erythrobacter aquimixticola, E. arachoides, E. atlanticus, E. gangjinensis, E. luteus, E. marinus, E. odishensis, E. spongiaes, E. suaedae, E. xanthus und E. zhengii neu klassifiziert und als Aurantiacibacter aquimixticola, A. arachoides, A. atlanticus, A. gangjinensis, A. luteus, A. marinus, A. odishensis, A. spongiaes, A. suaedae, A. xanthus und A. zhengii umklassifiziert. Die Gattung zählt zu der Familie Erythrobacteraceae. Im phylogenomischen Stammbaum bilden sie eine eigenständige und stabile Klade, die sie von anderen Gattungen innerhalb der Erythrobacteraceae klar unterscheidet
Es folgt eine Liste einiger Arten (Stand 22. März 2026):
Aurantiacibacter aquimixticola Aurantiacibacter arachoides Aurantiacibacter atlanticus Aurantiacibacter flavus Aurantiacibacter gangjinensis Aurantiacibacter gilvus Aurantiacibacter hainanensis Aurantiacibacter luteus Aurantiacibacter marinus Aurantiacibacter odishensis Aurantiacibacter poecillastricola Aurantiacibacter rhizosphaerae Aurantiacibacter sediminis Aurantiacibacter spongiae Aurantiacibacter suaedae Aurantiacibacter xanthus Aurantiacibacter zhengii
Einzelnachweise Xue-Wei Xu, Lin Xu, Yuan Wang: Aurantiacibacter (21. April 2025) In: LPSN - Genus Aurantiacibacter
Genutzte Literatur Xue-Wei Xu, Lin Xu, Yuan Wang: Aurantiacibacter (21. April 2025) In:
Weblinks NCBI - Aurantiacibacter LPSN - Genus Aurantiacibacter
Kategorie:Sphingomonadales Kategorie:Sphingomonadales (Ordnung)