mini|Felix Emil Schottländer Felix Emil Schottländer (* 20. Mai 1850 in St. Petersburg, Russisches Kaiserreich; † 17. Mai 1914 in Montreux, Schweiz) war ein Unternehmer in St. Petersburg.
Leben und Wirken Felix Schottländer stammte aus der wohlhabenden deutschen jüdischen Unternehmerfamilie Schottländer. Sie war weit verzweigt, zu seinen entfernten Verwandten (Cousins zweiten Grades) zählten Julius Schottländer, Arnold Schottländer und Salo Schottländer.
Sein Vater Julius Adolph August Schottländer (1815–1874) war in Berlin zur evangelischen Konfession übergetreten und hatte seine Cousine Sophie Schott (1815–1887) geheiratet. Später wurde er Direktor mehrerer größerer Fabriken eines britischen Unternehmens in St. Petersburg und Moskau. Der Bruder Paul Albert Theodor Schottländer (1843–1897) wurde Nachfolger des Vaters als Direktor und zog später nach Charlottenburg als privater Laboratoriumsbesitzer, der Bruder Julius Gustav Adam Schottländer (1860–1917) wurde Gynäkologe und Professor in Heidelberg und Wien. Felix Schottländer studierte am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich mit dem Abschluss als Ingenieur-Technologe.Programm der Eidgenössischen Polytechnischen Schule, Zürich 1866, S. 19 Nr. 411, seit 1865, auch Amburger, S. 258, der Abschluss Ing.-Technolog. bei Felix Emil Schottländer Erik Amburger Datenbank Wahrscheinlich 1882 wurde er Direktor der Kalinkin-Brauerei und später auch der Nevsky-Stearinfabrik in St. Petersburg als Nachfolger seines Vaters und seines Bruders Paul und blieb dieses bis mindestens 1905.Jahresbericht der Königlich Bayerischen landwirtschaftlichen Zentralschule Weihenstephan, 1886, S. 64; Felix Schottländer, Direktor der Kalinkin-Brauerei; der Bruder Paul Schottländer hatte 1882 den Direktorenposten aufgegeben Felix Emil Schottländer Erik Amburger Datenbank, mit Erwähnung in St. Petersburger Adressbuch von 1893 und Erwähnungen 1902 und 1905
Felix Schottländer war ein maßgebliches Gründungsmitglied des Alexander-Hospitals für Männer in St. Petersburg, 1891 spendete er 10.000 Rubel für einen Ergänzungsbau und wurde 1905 Präsident des Kuratoriums.Amburger, 1988, S. 160, mit einigen Details 1906 war er Präses der Gründungsversammlung der monarchistischen Oktobristen-Partei (nach den revolutionären Unruhen des Vorjahres).Boris Meissner (Hrsg.), Der Beitrag der Deutschbalten und der städtischen Rußlanddeutschen zur Entwicklung des Russischen Reiches, 1999, S. 40 (kurzer Auszug), auch Amburger, S. 258 Felix Schottländer erwarb 1882 ein vornehmes Gutshaus in Wiems bei Reval (Tallinn) an der estnischen Ostseeküste und wohnte dort mit seiner Familie in den Sommermonaten.Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, 1977, S. 117, mit Erwerbsjahr 1882; in Zwischen Reval und St. Petersburg. Erinnerungen von Estländern aus zwei Jahrhunderten, 1993, S. 109f., 129ff., mit Erinnerungen eines damaligen Kindes, das dort zu Besuch war Dort machte er sich auch um den Erhalt der Kirchenruine der Nebenniederlassung des ehemaligen Brigittenklosters Pirita verdient und ließ eine Kiefernschonung in Strandnähe anpflanzen.Amburger, 1988, S. 258, auch The Origins of the Families Schottlaender Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 17, mit diesen Angaben 1902 war er außerdem Besitzer der Güter Habbinem und Kalkofen.Landrolle von Estland, 1902, S. 4 (Auszug)
1908 wurde Felix Schottländer in den erblichen preußischen Adelsstand für seine Verdienste erhoben (die Familie hatte die deutsche Staatsbürgerschaft beibehalten).Amburger, 1988, S. 258, nach einer mündlichen Auskunft von Georg von Krusenstjern;; es sind aber bisher keine schriftlichen Nachweise auffindbar 1914 starb er in Montreux in der Schweiz und wurde in St. Petersburg (wahrscheinlich auf dem Wolkowo-Friedhof im Familiengrab) bestattet. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.
Literatur Erik Amburger: Deutsche in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft Rußlands. Harrassowitz, Wiesbaden 1988. S. 258–259, mit detaillierten biographischen Angaben
Weblinks
The Origins of the Families Schottlaender Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 17 Nr. 1.2.2.2, mit detaillierten Angaben Felix Emil Schottländer Erik Amburger Datenbank
Felix Emil Schottlaender Baltisches Biographisches Lexikon digital
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert) Felix Emil Kategorie:Russlanddeutscher Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1914 Kategorie:Mann