mini|Laura Rodríguez Dulanto, 1899 Laura Esther Rodríguez Dulanto (* 18. Oktober 1872 in Supe, Peru; † 6. Juli 1919 in Lima, Peru) war eine peruanische Medizinerin. Sie war die erste peruanische Frau, die an der Medizinischen Fakultät der Universidad Nacional Mayor de San Marcos studierte, und machte 1900 als erste Chirurgin ihren Abschluss. Sie war die zweite Frau, die an der Nationalen Universität San Marcos zugelassen wurde, und die dritte, die an einer Universität in Peru einen Studienplatz erhielt.

Leben und Werk Rodríguez Dulanto war die Tochter von Don Marcelo Rodríguez und Cristina Dulanto. Nach Abschluss der Grundschule zog sie mit ihren Eltern nach Lima. Es gab keine weiterführenden Schulen für Frauen, aber für die Zulassung zur Fakultät für Naturwissenschaften der Universidad Nacional Mayor de San Marcos war der Abschluss von sechs Jahren Sekundarschulbildung Voraussetzung. Ihr Bruder Abraham stellte ihr die ihm zugänglichen Lernmaterialien zur Verfügung und dank der Bemühungen ihrer Eltern bei den Bildungsbehörden erhielt sie die Möglichkeit, regelmäßig Prüfungen vor einer vom Bildungsministerium eingesetzten Sonderkommission abzulegen. Sie bestand die Prüfungen und konnte sich im Mai 1892 an der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität San Marcos bewerben.

1893 schloss sie ihr Bachelorstudium der Naturwissenschaften mit einer Arbeit mit dem Titel Das biologisch-chemische Phänomen der Gärung ab. Im darauffolgenden Jahr erfüllte sie die Voraussetzung einer Hochschulausbildung in den Naturwissenschaften und schrieb sich an der Medizinischen Fakultät ein, setzte aber gleichzeitig ihr naturwissenschaftliches Studium fort. 1898 reichte sie ihre Dissertation an der Fakultät für Naturwissenschaften der Nationalen Universität San Marcos zur Erlangung des Doktorgrades der Naturwissenschaften ein.

1894 schrieb sie sich als erste Frau an der Medizinischen Fakultät von San Fernando ein. Während ihres Anatomiestudiums war es ihr aufgrund der Moralvorstellungen der damaligen Zeit verboten, an Kursen teilzunehmen, die die Arbeit mit Leichen beinhalteten. Im dritten Studienjahr durfte sie in einem speziellen Raum Sektionen durchführen, allerdings unter der Aufsicht ihres Bruders, der ebenfalls Medizin studierte. 1895 wurde ihr von dem Kongress der Republik ein Stipendium zur Unterstützung ihres Studiums bewilligt. 1899 veröffentlichte sie ihre Dissertation mit dem Titel Ichthyol bei Beckenentzündungen. Am 16. September 1900 wurde sie als erste Frau in Peru als Chirurgin vereidigt.https://revistas.urp.edu.pe/index.php/RFMH/article/download/6427/10436?inline=1

Während ihrer beruflichen Laufbahn spezialisierte sie sich auf Gynäkologie. Sie veröffentlichte mehrere Arbeiten zu diesem Thema, darunter Enormous Ovarian Cyst (1898) und Uterine Fibroma (1900), die während ihrer Assistenzarztzeit entstanden. Außerdem forschte sie auf dem Gebiet der Tuberkulose. 1913 präsentierte sie auf dem 5. Lateinamerikanischen und 6. Panamerikanischen Medizinkongress in Lima die Arbeit Beitrag zur Behandlung der Tuberkulose.https://revistas.urp.edu.pe/index.php/RFMH/article/download/6427/10436?inline=1

1910, während ihrer Forschungen zur Tuberkulose, beschloss sie, dem Militärkrankenhaus angesichts der Grenzspannungen zwischen Peru und Ecuador chirurgische Instrumente zu spenden. Außerdem gründete sie die Patriotische Frauenunion, eine Organisation, die sich für die Bedürftigsten einsetzte.

Sie war Mitbegründerin der ersten Krankenpflegeschule Perus, unterrichtete Anatomie, Physiologie und Hygiene. Sie unterrichtete an der Escuela Normal de Mujeres, dem Liceo Fanning und den Conventos de la Concepción y las Nazarenas.

Am 6. Juli 1919 starb Rodríguez Dulanto im Alter von 46 Jahren nach langer Krankheit und wurde auf dem Friedhof Cementerio Presbítero Matías Maestro in Lima beigesetzt.https://www.infobae.com/peru/2024/09/24/laura-esther-rodriguez-dulanto-la-mujer-que-desafio-las-normas-sociales-para-ser-la-primera-cirujana-del-peru/

Ehrungen (Auswahl) Anlässlich ihres 146. Geburtstags am 18. Oktober 2018 veröffentlichte Google ein Google Doodle zu ihren Ehren. 1972 wurde im Park der Geschichte der peruanischen Medizin in Lima eine Büste zu ihren Ehren mit einer Gedenktafel errichtet. Ein Krankenhaus in Lima trägt ihren Namen: Laura Rodríguez Dulanto Duskil Maternal-Infant. Center

Literatur La Primera médica peruana. Diario El Comercio. 12 März 1995. E. De los Ríos: Una bella historia: Laura Rodríguez Dulanto. Revista Caretas. 5. Februar 1990, S. 54–5. F. Alayza: La mujer y la medicina peruana. Acta MédicaPeruana 15(2), 1991, S. 70–73. G. Delgado, Chara R. Dra.: Laura Esther Rodríguez Dulanto(Supe 1875 – Lima 1919). In: Delgado G, Chara R (eds). Evolución Histórica de la Facultad de Medicina de SanFernando de la UNMSM. Sesquicentenario de la Facultadde Medicina, 1856–2006. Lima: UNMSM; 2006, S. 121–122. G. Delgado: Laura Esther Rodríguez Dulanto (1876–1919). In: Historia de la Medicina Peruana en el Siglo XIX. TomoII. Lima: UNMSM, 2000, S. 1278–1279. J. Lastres: Historia de la Medicina Peruana. Tomo III. Lima: UNMSM, 951, S. 300.

Weblinks Youtube-Video: Conoce la historia de Laura Esther Rodríguez Dulanto, la primera médica cirujana del Perú (spanisch)

Einzelnachweise

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